Schienen, Holzbalken und das warten auf den Zug

Bei diesem Bild: Ich stand auf einer Brücke und wollte das links nur die Schienen zu sehen sind also „Stille“ und rechts ein verwischter Zug also „Tempo“. Nun und genau als ich so da stand mit meine Kamera auf dem Stativ, kommt eine Viertelstunde kein Zug?

Manchmal bilden wir Fotografen uns ein, das wir mächtig viel Geduld beim Fotografieren bzw. beim warten auf das Licht oder auf das Motiv, haben. Nun ich weis ja nicht wie es euch geht, aber manchmal habe ich auch keine Geduld, denn ich bin fertig für das Foto, die Kamera ist fertig für das Foto, ja auch die gesamte Umgebung ist bereit dafür, nur halt das nicht-auf das man wartet! Und da ich, so eine Fotoidee einfach erledigen muss, denn sonst kann ich am Abend nicht schlafen ;), warte ich und warte, unglaublich wie lang 15 Minuten sein können.

stille tempo

Während ich so warte, überlege ich mir welche Bildteile ich heraus heben möchte? Die Schienen und speziell da die Holzbalken, toll währe es wenn sie eine gewisse dreidimensionalität hätten. Und die kleinen Steine rundherum, sollten auch etwas betont werden-na dann schauen wir mal.

Zak, da isser ja, der Zug-Auslösen einpacken und Tschüss.

Zu Hause vor dem Monitor, beim betrachten des Bildes, merke ich dann das ich einige Entscheidungsfindungen treffen muss bzw. will:

  • In Farbe oder Schwarzweiss?
  • Welcher Bildausschnitt?
  • Mit welcher Bildbearbeitung kann ich, die mir wichtigen Bildteile betonen?

Tja letztendlich habe ich für diesen Workflow zwei Stunden gebraucht! Soviel zu der Kleinigkeit von 15 Minuten warten auf den Zug!


Windrad Sonnen-Untergang-Schwarzweiss

Ein Mensch der nicht von der Fotografie besessen ist würde sagen: „Das ist ja schwachsinnig“. Man Fotografiert in den letzen Minuten des Sonnenunterganges » Wo die Lichtverhältnisse eigentlich schon ISO 1600 oder mehr verlangen würden » Mit ISO100, dementsprechende sind dann auch die Verschlusszeiten » Es ist saukalt » Und dann noch in Schwarzweiss » Wo doch Sonnenuntergänge so geniale Farben haben!

Die Spinnen doch diese Fotofuzzis, oder wie sagte so schön ein Blognachbar und Fotograf: „Sind wir nicht alle etwas Bluna?

Aber wenn ich mir dann so ein Bild wie unten ansehe, dann denke ich mir: „Monochrom hat zu dieser (Licht)-Zeit so eine derartige Wirkung und Dramatik – einfach mächtig.

Windrad Sonnenuntergang Schwarzweiss
Windrad Sonnenuntergang Schwarzweiss


Die Augen müssen immer Scharf sein


Auge in Schwarzweiss

In der Porträtfotografie heißt es immer: „Die Augen müssen immer scharf sein“. Mit Jahrelanger Fotografischer Selbstgeiselung habe ich immer darauf geachtet das die Augen scharf sind.
Nun aber habe ich das Gegenteil versucht, nur die Augenwimpern scharf und die Pupillen unscharf. Und wenn man es nicht einmal selbst probiert hat, dann glaubt man gar nicht wie schwer das ist! Denn in diesem Nahbereich beträgt die Schärfentiefe nur ein paar Millimeter. Der Kopf bewegt sich ein paar Millimeter nach vorn und nach hinten und somit rutscht auch die Schärfe hin und her – Eine gnadenlose Arbeit. Ich finde dadurch das nur die Augenwimper scharf ist – und so ganz Ungewohnt – die Pupille unscharf, bekommt das Bild eine sehr eigene Art.