Die richtige Stativ Verwendung

Kamera und ein optisch sehr gutes Makroobjektiv sind gekauft. Nun hat man sich auch ein vernünftiges Stativ mit einem guten Kugelkopf oder Dreigwegeneiger dazu. Leider schenken viele der richtigen Verwendung eines Stativ wenig Beachtung, das speziell in der Makrofotografie doch enorm wichtig ist.

Kurz und Knapp einige Punkte, auf die ihr unbedingt bei der Verwendung eines Stativ achten solltet.

Der Stabilste Punkt eines Stativ ist genau der in der Mitte des Stativ, dort wo sich die Mittelsäule befindet, an dieser Position werden auch Vibrationen am besten an die Stativbeine weitergegeben.

Stativ Stabilitätszonen

Grüne Zone

Ich habe mal versucht das in der Grafik oben visuell darzustellen. Die grüne Zone ist der Bereich, wo das Stativ die maximale Stabilität hat. Speziell in der Makrofotografie sollte man versuchen diese grüne Zone nicht zu verlassen. Was aber natürlich schwer möglich ist, wenn man zb. im Hochformat fotografieren möchte, da hier der Kugelkopf zur Seite geschwenkt werden muss, verlässt man dadurch automatisch diese grüne Zone.

Orange Zone

Die orange Zone ist genau dieser Bereich, in dem man sich befindet, wenn man die Kamera in das Hochformat dreht. In dieser Position muss man bereits achtgeben, wenn man in den kritischen Verschlusszeiten ist oder wenn der Wind nur etwas stärker weht. In der Makrofotografie, wo es manchmal schon reicht, wenn der Spiegel auf und zu klappt, dass das Bild verwackelt bzw. nicht so scharf ist, ist die orange Zone eher suboptimal.

Rote Zone

Umgehen kann man das mit einem Objektiv mit Stativschelle oder mit einem L-Winkel. Mit diesen beiden Dingern ist es möglich die Kamera in das Hochformat zu drehen, ohne das man die grüne Zone verlässt. Leider besitzen aber nur Makroobjektive mit einer Brennweite von 150/180/200mm einer Stativschelle, bei 50/60mm Makroobjektive würde ich euch empfehlen für ca. € 100.- eine L-Winkel zu kaufen.
Die rote Zone. Dieser Bereich ist für die Makrofotografie sehr gefährlich, hier geht man ein unnötiges Risiko ein, das man trotz erstklassiger Kamera und hochauflösenden Objektiven nicht zu den gewünschten Bildern kommt. Da kauft man sich nun ein tolles und sehr scharfes Makroobjektiv, verbindet dieses mit einer modernen Kamera und die Bilder sind trotzdem nicht so scharf, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat-der Fotograf ist nun enttäuscht.

Das habe ich nun schon sehr oft gesehen, denn ab hier werden nun in einem Forum oder eben einen Blog Fragen gestellt, warum denn nun die Bilder nicht so scharf seien? Plötzlich sucht man nun den Fehler am Objektiv, der Kamera. Es werden Hauswände fotografiert, die Kamera/Objektiv Kombination wird zum Justieren zum Hersteller geschickt oder im schlimmsten Fall wird das Objektiv oder das System gewechselt!
Aber die wenigsten würden da darauf kommen, dass es vielleicht am Stativ und der falschen Benutzung liegt, denn alle diese unscharfen Bilder wurden in der roten Zone gemacht.

Leider sind auch noch einige Hersteller der Meinung, dass Stative mit zb. eine Umlegbaren Mittelsäule stabile Einheiten sind. Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass es noch immer so viele Stative mit dieser Funktion gibt. Sobald man eine umlegbare Mittelsäule verwendet, kommt man automatisch in die rote Zone, solch eine Mittelsäule mit zb. 50cm länge, ist wie ein Auslegearm. Die Kamera/Objektiv Kombination neben dem Stativ hängend in einem 50cm Abstand, entwickelt eine extrem große Kraft auf diesen Auslegearm. Man kann das leicht Selbst testen, Videofunktion der Kamera einschalten, kurz einmal drauf drücken und wieder los lassen, darauf achten, wie lange die Kamera Nach-vibriert und staunen!

Ich würde euch empfehlen, Finger weg von diesen umlegbaren Mittelsäulen, oder anders gesagt, Finger weg von allen diesen Stativfunktionen, wo die Kamera die grüne/orange Zone verlässt.
Die Mittelsäule. Das beste, teuerste und stabilste Stativ der Welt wird mit einer ausgezogenen Mittelsäule zu einem besseren Einbeinstativ!

Stativ mit Ausgezogener Mittelsäule

Meidet das Ausziehen der Mittelsäule, wie der Teufel das Weihwasser. Es ist vollkommen, egal wie weit ihr die Stativbeine ausgezogen habt, wenn ihr die Mittelsäule auszieht, wird euer Stativ instabil und sehr anfällig für Vibrationen.

Da Stativbeine in sich geschoben verbaut werden, haben diese es so an sich, das sie beim Ausziehen immer dünner werden. Ihr solltet also, wenn ihr anfängt das Stativ in der Höhe zu verstellen, zuerst immer die dicksten Beine lösen, dh. von oben nach unten. Und wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, solltet ihr darauf verzichten die letzten und dadurch dünnsten Stativbeine zu verwenden.

stativbeine geschlossen

Versucht in der Makrofotografie mit eurem Stativ eher kompakt und klein zu bleiben, so wie ein Kasten. Jedes Verlassen der Stativmitte solltet ihr vermeiden. Das sind jetzt einige Tipps zu Verwendung eines Stativ und der Vermeidung von unscharfen Bildern. Ich fotografiere seit Jahren in der Makrofotografie und versuche immer genau diese wenigen Punkte zu vermeiden bzw. darauf zu achten. Somit kann ich schon mal als Fehlerquelle, wenn meine Bilder dann tatsächlich einmal unscharf oder eben nicht die 100% scharf sind, dieses schon mal Ausschließen. Und um das geht es doch.

Novoflex Minipod-das Mini Makrostativ

Eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände in der Makrofotografie ist das Stativ. Hin und wieder ziehe ich auch mit einer minimalen Ausrüstung in die Natur, mit Kamera, Objektiv und ein Stativ. Da möchte ich nicht schwer tragen und einfach nur Mobil und flexibel sein. Bis jetzt bin ich hier immer mit einem Bohnensack losgezogen. Aber der Bohnensack hat einen Nachteil, sobald das Motiv höher als 10cm ist. „Novoflex Minipod-das Mini Makrostativ“ weiterlesen

Tiefe Kameraperspektiven

Tief runter, ganz tief runter, ist die Devise in der Makro- und Nahfotografie. Und wenn es geht, stabil, flexibel und ohne viel Aufwand und Gewicht. Am besten ist es immer noch mit einem stabilen Stativ, keine Frage.
Aber nicht immer möchte ich mit der ganzen schweren Ausrüstung unterwegs sein, manchmal schnappe ich mir auch nur eine kleine Festbrennweite und die Kamera. Da geht es fotografisch eher um Detailaufnahmen als um Makrobilder, und da bin ich öfters mit einem kleinen Tischstativ oder einen Bohnensack Stativ unterwegs.

Wichtig finde ich hier, ist es das richtige Stative für die jeweilige fotografische Aufgabe zu finden, und wie flexibel man sein will und wie viele man tragen möchte.

Stativ mit Umgedrehter Mittelsäule

Wenn das eigene Stativ keine Möglichkeit hat, die Mittelsäule umzulegen, dh. in eine Horizontale Position zu bringen, dann ist es doch meistens möglich die Mittelsäule verkehrt umzustecken. Mit dieser Funktion ist es möglich eine sehr tiefe Kameraposition zu erreichen.
Die Stabilität ist trotzdem ausgezeichnet. Leider ist die Bedienung der Kamera sehr umständlich möglich, da ja die oberen Knöpfe am Kopf stehen, sind diese somit nicht so leicht zugänglich. Ich persönlich habe noch nie seit ich fotografiere, die Mittelsäule umgedreht, da mir das zu umständlich ist und ich mit der Bedienung der Kamera nicht zurechtgekommen bin.
Ebenfalls nicht so einfach ist es bei einer umgedrehten Mittelsäule, wenn man einen Winkelsucher benutzt, durch diesen durchzusehen. Denn die Kamera hängt genau unter der Mittelsäule des Stativs, da muss man genau unter das Stativ kriechen, um durch den Winkelsucher sehen zu können.

tiefe position mit umgedrehter mittelsäule
tiefe position mit umgedrehter mittelsäule

Stativ mit Umlegbarer Mittelsäule und L-Winkel von Novoflex

Maximal Flexibilität bietet eine Stativ mit Umlegbarer Mittelsäule in Kombination mit einem L-Winkel. So tief hinunter kommen sonst wenige Stativkombinationen, durch die Bauform eines L und der Möglichkeit der Zentimeter genauen Verstellung durch den Arca Swiss Schwalbenschwanzes ist es möglich die Kamera flexibel bis wenige Zentimeter über den Boden zu positionieren.
Die Bedienung der Kamera ist genau so möglich wie wenn die Kamera genau über dem Stativ stehen würde, weiter gibt es auch keine Beeinträchtigung beim Einsehen des Winkelsuchers. Einer meiner Lieblingslösungen in der Makrofotografie, zwar einiges mehr zum Tragen aber sonst Top.

tiefe position mit l-winkel novoflex
tiefe position mit l-winkel novoflex


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Soligor Stativ 1200 Specht

Gestern habe ich ein Interessantes Klemm- bzw. Tischstativ entdeckt: Geschlossen 28cm lang und 800g schwer passt das Soligor Universalstativ UTS 1200 Specht in fast jede Fototasche. Trotz der kompakten größe ist das Specht 1200 Stativ durch seine solide Metallkonstruktion in der Lage auch DSLR-Kameras stabil zu tragen.
Durch die Ausgeklügelte Verstell Möglichkeiten des kleinen Soligor Stativs, lässt es sich zb. auch an bis zu 10cm dicken Tischkanten oder Rohren befestigen.

soligor universalstativ uts 1200 specht

Fein finde ich auch das in das Specht 1200 ein kleiner Kugelkopf integriert ist, dadurch kann man auch gleich loslegen. Dieses kleine Soligor Stativ ist eigentlich so eine Mischung zwischen der Manfrotto Superclamp und einem kleinen Tischstativ, und gerade in der Natur- bzw. der Makrofotografie hat man immer irgend etwas zum festklemmen, sei es nun ein kleiner Blitz, oder einen Aufheller.

Der Straßenpreis liegt zu Zeit bei doch noch vernünftigen ca. € 44.- für das 1200 Soligor, das finde ich für dieses kompakte Klemm- und Tischstativ für in Ordnung.

Makroausrüstung für den Ambitionierten Fotografen

Wenn man eine Themenrichtung in der Fotografie eingeschlagen hat und sich dann zwangsläufig mehr und intensiver damit beschäftigt, möchte man seine Ausrüstung dorthin optimieren. Denn diese sollte beim Weg zum Ziel – Das Bild – Unterstützen und nicht aufhalten.
Der Tierfotograf wird sich ein Teleobjektiv ab 300mm kaufen, der Porträtfotograf wird sich wohl eine Lichtstarke Festbrennweite zb. 85mm 1,4 besorgen, tja und der Makrofotograf wird sich auch nur die Sahnestückchen kaufen.

Nachdem ich in einem meiner vorigen Artikel Tipps für den Einsteiger in die Makrofotografie gegeben habe, folgen nun in diesem Artikel meine Empfehlungen für den Ambitionierten Makrofotografen. Die Bilder selber werden vielleicht durch Hochpreisiges Fotozubehör nicht besser, aber sehr wohl die Möglichkeiten damit und manchmal hat man einfach Spass damit zu Arbeiten.
Natürlich erkauft man sich in diesem Preissegment auch eine Zuverlässigkeit und Qualität. Trotzdem muss man sich hier auch genau ansehen was man kauft, denn auch hier, ist nicht alles Gold was glänzt!

Meine Empfehlungen diesbezüglich sind ein Resultat aus eigenen Erfahrungen (Entweder selbst besessen oder ausgeborgt), Gesprächen mit anderen Makrofotografen, oder durch Beobachtungen des Marktes und Fachforen. Und hier gehen die Meinungen sicher wieder weit Auseinander, denn Makrofotograf A sagt das X das beste ist und B sagt das Y das Optimum ist. Letztendlich tauchen aber immer wieder die gleichen Produkte bei den Empfehlungen auf.

Die Kamera

Als Kamera geht im Prinzip jede halbwegs Moderne SLR-Digitalkamera. Die Hochauflösenden Vollformatkameras wie zb. Canon EOS 5D Mark2, Nikon D700 und Sony A900 sind hier sicher das Optimum. Bei den Cropkameras ist man mit 8 – 10 Millionen Pixel auf der sicheren Seite. Warum? Gerade in der Makrofotografie kommt es doch öfters vor, das man einfach nicht nah genug an das Motiv heran kommt, deshalb sind hier viele Pixel als Reserve nicht schlecht, denn nur so könnt ihr noch einen Bildausschnitt machen und habt dann noch eine halbwegs große bzw. Druckbare Datei.
Ausstattungstechnisch sind bei der Kamera für die Makrofotografie, eine Spiegelvorauslösung, Abblendtaste und Liveview Interessant.
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