Makro Home Mini Workshop-Bokeh

Es wird wieder einmal Zeit für einen Mini Home Workshop, diesmal mit dem Thema Bokeh. Dazu braucht ihr eine Kerze als Lichtquelle, eine Plastikscheibe oder Glasscheibe-ich habe hier einen braunen Filter verwendet, und einen schwarzen Karton.

utensilien für den makro bokeh home workshop

Jetzt stellt ihr oder besser gesagt befestigt ihr die Glasscheibe und dann wird diese mit eine Wassersprüher befeuchtet, dahinter stellt ihr die Kerze auf und zündet diese an. Hinter der Kerze stellt ihr den schwarzen Karton auf, diesen in der Mitte etwas einknicken.
Die Kamera stellt ihr vor der Glasscheibe auf, alles sollte nun in einer Linie aufgestellt sein. Die Wasserspritzer auf der Glasscheibe ergeben nun in Kombination mit der Lichtquelle die Bokehringe. Fokussiert wird auf die Kerzenflamme. Um sich das etwas besser vorstellen zu können, habe ich euch ein kleines Fotografievideo dazu gemacht:


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Erste Testbilder mit dem Jupiter 9 85mm 2.0

Gestern habe ich ein Jupiter 9 85mm 2.0 käuflich erworben. Das Jupiter 9 ist eines dieser Objektive, das angeblich bei Offenblende extrem den Hinter- oder Vordergrund regelrecht malerisch unscharf abbildet. – Ich stehe ja auf solche Objektive. 😀
Gestern bei den Testaufnahmen ist mir aufgefallen, dass das Jupiter 9 bei Blende 2.0 gefühlte 0.00001 mm Schärfentiefe/Tiefenschärfe hat. 😉 So etwas habe ich bei einem 85er noch nicht gesehen, bei einem Telemakro ist das schon öfters an zu treffen aber bei einem leichten Tele, habe ich es so extrem noch nicht gesehen.

Bei Testbild 1 sehr schön zu sehen, was ich meine. Ich habe auf die schwarze Schachtel scharf gestellt, der Vorder- und der Hintergrund verschwimmen derartig, dass es fast schon wirkt wie eine Nebelsuppe, die das Motiv eingehüllt hätte! Finde ich faszinierend.

testbild jupiter9 85mm 2.0

Bei Testbild 2 habe ich auf die Holzkante des Regals scharf gestellt, der Schmuckbaum zeigt die gewohnten Bokeh ringe, aber interessant hier, wie das Jupiter die Pflanze im Hintergrund verschwimmen lässt.

testbild 2 jupiter9 85mm 2.0

Bei Testbild 3 habe ich auf die dunkelrote Weinflasche und hier auf den Verschluss scharf gestellt.

testbild 3 jupiter9 85mm 2.0

In den nächsten Tagen werde ich einen ausführlichen Artikel über meine Erfahrungen mit dem Jupiter 9 85mm 2.0 veröffentlichen. Und dann auch mit Bildern, die das Jupiter 9 verdient. 😉

Schneeglöckchen, Goldrute und das warten auf den richtigen Winkel des Lichtes

Wie weit gehe ich für ein gutes Bild, welche Strapazen nehme ich auf mich oder wie viel Zeit nehme ich mir für mein Motiv? Ansitzen zb. in der Tierfotografie währe für mich ein Katastrophe, ich könnte mir nicht vorstellen stundenlang zu warten, bis das Tier dann endlich erscheint oder bis es eben vor dem richtigen Hintergrund steht.

Trotzdem warte ich auch in der Naturfotografie bzw. in der Makrofotografie öfters auch sehr lange auf das richtige Licht. Aber wie meine ich das eigentlich mit dem „Warten auf das richtige Licht“? Nehmen wir mal an ich bin in einem Wald oder Waldstück, wo ich vorher noch nie war. Was bei mir fast immer der Fall ist, auch wenn ich ein Waldstück betrete, das ich schon öfters besucht habe, entdecke ich immer wieder neue Plätze und Pflanzen.

Habe ich nun ein Motiv entdeckt, das ich Fotografieren möchte, so warte ich fast immer auf das richtige Licht. Denn im Wald wechselt das Licht viel schneller die stärke und dadurch die Attraktivität.

Aber eigentlich müsste es in diesem Fall, richtig heißen warten auf den richtigen Winkel des Lichtes. Denn bei meinen drei Bildern unten, hatte ich gewisse Vorstellungen wie zb. die weißen Blütenblätter der Schneeglöckchen leuchten sollten, und auch wie die dahinter liegenden Blätter dadurch einen Schatten zeichnen sollten. Und ich hatte mir auch eingebildet das die Stängel auf einer Seite vom Sonnenlicht ein Kontur erhalten. Alles nicht ganz einfach, wenn man das Bild bereits im Kopf hat!

Und glaubt mir, in der Fotografie auf das richtige Licht oder eben auf den richtigen Winkel des Lichtes zu warten, erfordert sehr viel Disziplin. Nur was tut man in dieser Zeit? Und hier kommt ein kleiner Tipp von mir: Befasst euch mit dem Motiv!

Ich weiß, dass ich das schon sehr oft gesagt habe, aber wir Natur- Makrofotografen haben das Glück, das unsere Modelle still und ruhig stehen und unendlich viel Geduld mit uns Fotografen haben. Da ist es doch schade wenn wir einfach zum Motiv hin latschen und unser Motiv in fünf Minuten abknipsen/abschießen/foten (furchtbare begriffe für Fotografieren), hier fällt mir wieder ein passender Satz von Steve Martin aus dem Film L.A Story ein: „Lass deinen Geist fallen und dein Körper wird folgen“.
Und wenn es geht, lass deinen Körper bei deinem Motiv fallen. 😉

schneeglöckchen seitliches licht wald

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Making of eines Makrobildes: Orchidee

Ein schönes Beispiel ist dieses Bild einer Orchidee Blüte für die einfache Makrofotografie, das auch mit einfachsten Mitteln Zu Hause vernünftige Makrobilder gelingen können.

  • Kamera auf ein Stativ, bestückt mit einem Makroobjektiv.
  • Orchidee Blüte auf einen normalen Esstisch, der eine zufällig glänzende Oberfläche hatte.
  • Im rücken hatte ich die normale Raumbeleuchtung.
  • Darauf achten das man die Spiegelung der Blüte auf der Tischplatte hat, kann mit der Höhe und Neigung der Kamera ermittelt werden.
  • Einen Durchlichtreflektor vor die Blüte halten, damit die Schatten verschwinden, und das Licht der Glühbirne weicher wird.
  • Blende weit öffnen, in meinem Fall 2.5
  • Um 1.5 oder 2.0 Lichtwerte überbelichten.
  • Dann im Bildbearbeitungsprogramm die Sättigung raus nehmen, mit der Gradiationskurve noch etwas am Bild spielen-eher in Richtung Helligkeit bzw. High-Key. Dann noch einige Gaußsche Teiltransparente Ebenen darüber und diese mit der Deckungskraft nach gefallen anpassen und Fertig.
orchidee

Und nun noch das Video dazu, wie sich die Motivsituation mir gezeigt hat: