MFT Adapter und die Sache mit der Stativschelle

Systemkameras haben ja die Angewohnheit ziemlich klein und leicht zu sein, verwendet man nun ein etwas größeres/längeres Objektiv wird diese Gesamtkonstruktion ziemlich kopflastig und kann speziell in der Makrofotografie zu vielen frustations Momenten führen.
Da viele Systemkamera Benutzer gerne auch mal alte, manuelle Objektive an ihre Kamera adaptieren, und diese doch weitaus schwereren Objektive machen dieses Problem mit der Kopflastigkeit noch schlimmer.

Wenn man nun mit einem Stativ fotografiert, ist es fast schon fahrlässig mit einer (kleinen/leichten) Systemkamera und einem alten/manuellen Objektiv ab einer Brennweite von ca. 80/100mm ohne eine Stativschelle zu fotografieren. Das Ding wird so kopflastig das schon die kleinsten Vibrationen, wie zb. das Betätigen des Auslöseknopfes, bei heiklen Verschlusszeiten, schon für unscharfe Bilder führen kann.
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Objektiv Adapter Canon EF an MFT Kameras mit Blendensteuerung

Endlich gibt es nun eine Möglichkeit Canon EF Objektive, die ja keinen Blendenring mehr haben, an eine MFT-Kamera zu adaptieren. Durch das Fehlen des Blendenringes war es ja nicht möglich die Blende zu verstellen, deshalb konnte wenn überhaupt nur mit offener Blende fotografieren!

Das besondere an diesen Adaptern ist, da sie eine eigene Blendenkonstruktion haben, und sogar mit extrem vielen Blendenlamellen, dadurch ist s nun möglich auch die AF-Objektive abzublenden. Die einzige Einschränkung, die es gibt, ist, es funktionieren nur die EF Objektive, die für Vollformat gerechnet sind. Aber sonst stehen nun auch alle EF-Objektive für sein MF-Kamerasystem zu Verfügung.

Ich finde das wunderbar, denn das erweitert die Auswahl der Objektive immens!


Zu finden gibt es diese Adapter zb. bei B+H, Ebay usw.


Warum alte manuelle Objektive?


Letztens bei einem Gespräch mit anderen Fotobegeisterten habe ich dir Frage gestellt bekommen, warum ich denn zu 90% alte manuelle Objektive einsetze?
Wahrscheinlich auch, weil ich teilweise mit diesen Objektiven aufgewachsen bin. Als ich als Jugendlicher mit dem Fotografieren begann habe ich in den Fotozeitschriften und im Fotoclub (das ist ein Twitter-Facebook-Flickr-Blog in Echzeit) immer diese tollen Lichtstarken Festbrennweiten bestaunt. Und war dann immer frustriert über die Preise dieser optischen Leckerbissen.

Mit dem Einzug der Digitalfotografie sind generell die Preise der Analogkameras und der manuellen Objektive rapide gesunken. Heute bekommt man für zb. € 100.- schon ein sehr gutes manuelles Objektiv. Ich tippe mal das einige Millionen von diesen alten Objektiven aus den 60-90er Jahren noch in Verwendung bzw. im Umlauf sind. Der Gebrauchtmarkt im Internet und auch noch teilweise im Fotofachgeschäft ist voll von diesen ausgezeichneten Objektiven.

Sehr gute Objektive konnten sie auch damals schon bauen. Sicher die Optische Vergütungen der Linsen ist dann erst in den 70ern eingesetzt worden. Und auch werden jetzt einige Pixelzähler aufschreien und meinen das diese alten Gläser niemals die hochauflösenden Sensoren von modernen Digitalkameras bedienen können. Ich behaupte mal das diese alten Objektive zu 99% für unsere Anwendungen in Bezug auf die Auflösung, Schärfe usw. vollkommen ausreicht. Seit ich mit alten manuellen Objektiven fotografiere, habe ich noch nie beim Betrachten meiner Bilder im Internet oder an einem ausgedruckten Bild auf zb. A1, gehört das die optische Qualität schlecht währe, oder Ähnliches.

Bedenkt man nun das man schon um ca. € 100.- zb. ein 50mm 1.4 Objektiv bekommt, das schon damals eine sehr gute optische Leistung hatte und diese für die heutigen DSLR-Kameras locker ausreicht. Hat man schon allein hier ein riesiges Betätigungsfeld auf dem Gebrauchtmarkt. So Bi mal Auge gibt es alleine für den M42 Anschluss 20-30 verschiedene Hersteller, kleine oder große, schwarze oder silberne hier gibt es sicher für jeden etwas. Und das allein nur bei denn 50mm Objektiven!

Funktionsweise

Um diese manuellen Objektive an einer Digitalkamera verwenden zu können, benötigt man einen Adapter. Mittlerweile gibt es für fast alle alten Kameraanschlüsse einen Objektivadapter. Diese Adapter bekommt man teilweise schon um € 10.- also auch kein Beinbruch.
Der Adapter wird an das Objektiv geschraubt und das Objektiv wird dann ganz normal an der Kamera befestigt. Manche Kameramodell kann man dann mit der Zeitautomatik verwenden, ihr stellt am Objektiv die gewünschte Blende ein und die Kamera passt dann die richtige Zeit an. Bei anderen Kameramodellen funktioniert nur der manuelle Modus, aber keine Angst auch das geht ganz einfach, wieder am Objektiv die Blende einstellen und an der Kamera, mit Hilfe eines Belichtungsbalken am Display, die richtige Zeit einstellen. Wie ihr seht, kann das wirklich jeder!

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Photobörse in Wien und ein Pentacon 135 2,8 Preset

Heute besuchte ich mal die Internationale Camera-, Film- und Photobörse in Wien. Wie üblich waren schon zu beginn um 9:00 Uhr die Hallen voll. Denn auch bei einer Fotobörse gilt, wer zuerst da ist, der kann vielleicht das Schnäppchen machen.
Obwohl, manche Preise waren einfach überzogen. Denn wenn Objektive oder Kameras teilweise zum doppelten Preis der sonst bei Auktionshäusern oder Onlinehändlern bezahlt werden muss, dort verlangt wird, gibt mir das schon zum nachdenken. Aber wie auch immer, hin und wieder braucht man auch etwas Glück, und ich konnte ein Pentacon 135 2,8 Objektiv um € 25.- klar machen.

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Objektiv Helios 58 2.0

Letztens konnte ich ein Objektiv gebraucht zu einem vernünftigen Preis € 15.- kaufen. Und zwar ein Helios 58 2.0, das Helios wurde bzw. wird noch immer in Russland gebaut und hat den Ruf, ein extrem gutes Preisleistungsverhältnis zu haben.

helios 58 2.0 helios 58 2.0 2

Das Helios hat einige Eigenheiten, aber genau die geben dem Helios einen gewissen Charakter. Da wären zb.:

  • Die extreme Zentrumschärfe – das Helios ist in der Bildmitte scharf und wird zum Bildrand hin immer unschärfer und das aber extrem. Bildbeispiel.
  • Das Bokeh – in Kombination der oben erwähnten Randunschärfe und den Blendenlamellen hat das Helios ein sehr schönes Bokeh.
  • Eine Stufenlose Blendeneinstellungen – das Helios hat wie jedes andere Objektiv einen Blendenring, aber gleich dahinter befindet sich ein Ring mit dem man die Blende stufenlos und leichtgängig zwischen der Offenblende und der mit dem Blendenring eingestellten Blende wechseln kann. Ein kurzes Video dazu:

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Alte Manuelle Objektive mit Adapter an Modernen Digitalkameras

vivitar 70-210 3,5 series 1 3Alte Manuelle Objektive an einer modernen Digitalkamera zu verwenden macht meiner Meinung nach nur dann Sinn:

  • Wenn man noch von früher einen Altbestand an Objektiven besitzt und an diesen noch hängt und darunter befinden sich noch einige Objektivschätze.
  • Wenn man gerne herum experimentiert oder einen Sentimentalen Hang zu den alten Objektiven hat.
  • Oder man möchte sich gerne für den Preis eines neuen Objektives drei oder fünf alte Objektive kaufen.

Im Prinzip ist es aber egal warum, sondern hier möchte ich euch zeigen, wie und was.

Ich Persönlich verwende die alten manuellen Objektive wegen der Experimentierfreude und ich mag diese Oldstyle Haptik und das Butterweiche Scharfstellen und teilweise auch die nicht so super korrigierte Optische Leistung. Bei manchen Objektiven kann man hier schon fast von einem Abbildungs-Charakter sprechen, denn gerade weil sie damals in den 70er und 80er Jahren noch nicht alle Objektive mit hoch vergüteten Glas ausgestattet haben, bilden die alten Objektive regelrecht anders ab.

Wie. Jetzt wird es ein bisschen Technisch. Die ganze Adaptiergeschichte von Fremdobjektiven hat etwas mit dem Auflagenmaß zu tun, das Auflagenmaß gibt den Abstand zwischen Filmebene/Sensorebene und der Bajonett-Auflagefläche an. Im Prinzip lassen sich so alle Fremdobjektive deren Auflagenmaß größer oder gleich ist als das eigene Auflagenmaß daran Adaptieren. Und die Differenz zwischen den Auflagenmaßen zwischen zwei verschiedenen Systemen wird mit einen Objektivadapter aufgefüllt.

Die Adapter werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt. Empfehlenswert ist hier zuerst den Adapter auf das Objektiv und dann diese Kombination auf die Kamera anbringen. Diese Objektivadapter sind immer Glaslos und werden im Prinzip wie ein Zwischenring angebracht. Die Adapter bewegen sich Preismäßig so ca. zwischen € 10.- bis € 30.-, es gibt aber auch Adapter für ausgefallenere Objektivsysteme um € 80.- bis € 100.-.

Adapter für das Olympus FT System.

Canon FD – Contax/Yashica – Exakta – Leica R – M39 – M42 – Minolta MD

Nikon – Olympus OM – Pentacon Six – Pentax K – T2 – Mamiya 645

Hasselblad – Pentax 645N – Pentax 67 6×7


Über das Fotografieren mit Fremdobjektiven über einen Adapter sollte man folgendes wissen:

  • Fokussierung/Scharf stellen erfolgt manuell, es funktioniert kein Autofokus.
  • Belichtungsmessung erfolgt bei Arbeitsblende im A- oder M-Modus – je nach Kameramodell.
  • Es ist immer die Offenblende eingestellt, bei zb. OM-Objektiven, wird erst durch das betätigen des Blendenhebels die Blende auf den eingestellten wert geschlossen. Natürlich wird dadurch auch der Sucher dunkel.

Wenn ihr zb. bei eurem Manuellen Objektiv mit der Blende 16 fotografieren wollt müsst ihr bei einem Objektiv mit Olympus OM Anschluss folgendes machen:

  1. Die gewünschte Blende am Objektivblendenring einstellen.
  2. Den Blendenhebel am Objektiv drücken und halten.
  3. Die Belichtung an der Kamera anpassen, gut ab zu lesen am Display der Kamera, meistens mittels eines Balkensymbol.

Für alle Visuellen Typen ein kleines Video dazu:



Bei den Adaptern selbst gibt es von sehr gut Verarbeitet bis Katastrophal, ich selbst hatte schon Adapter die einfach nicht in die Objektiv Verriegelung eingerastet sind. Ob hier der Adapter nicht gut verarbeitet war oder ob beim Objektiv selbst der kleine befestigungsstift bereits ausgeleiert war, keine Ahnung, habe hier einfach die „Just Do It“ Methode gewählt und den Adapter mit Superkleber angebracht, hält bombenfest 😉

Was. Welche alten Manuellen Objektive kann man denn nun kaufen? Bei welchen Objektiven lohnt es sich? Da ich hier den Markt und die Szene seit einiger Zeit beobachte, habe ich mir hier einige Leckerbissen heraus gesucht, die auch von anderen Fotografen gelobt wurden bzw. meistens Positiv erwähnt wurden. Ich versuche nur die Objektive zu erwähnen die noch halbwegs Leistbar sind, Objektive die noch gebraucht, Preise erzielen die sogar höher sind als der damalige Neupreis, werden von mir hier nicht berücksichtigt-Eventuell werde ich diese in einen anderen Artikel behandeln.

Olympus OM. Im OM System sind folgende Objektive einen Blick wert:

  • Als absolutes Preis-Leistungssieger das Zuiko Auto-S 1:1,8/50 mm – bzw. um ein paar Euro mehr das Zuiko Auto-S 1:1,4/50 mm.
  • Im Telebereich das tolle Zuiko Auto-T 1:2,8/100 mm, Zuiko Auto-T 1:2,8/135 mm, Zuiko Auto-T 1:3,5/135 mm und Zuiko Auto-T 1:4/200 mm, Zuiko Auto-T 1:4,5/300 mm.
  • Und im Makrobereich das geniale Zuiko Auto-Makro 1:3,5/50 mm.

Gerade im OM System sind in den letzten Monaten die Preise leider gestiegen. Wo man vor einiger Zeit noch für ein 50er € 15.- bezahlt hat und man die andere Objektive dieses Systems regelrecht hinterher geschmissen bekommen hat, haben nun wohl auch die letzten Händler erkannt das sich hier etwas Geld machen lässt.

Die Qualität der OM Serie war schon damals in den 70er und 80er sehr gut, relativ hohe Lichtstärke in kompakter Form. Gerade im Makrobereich war Olympus sehr gut aufgestellt. Zb. mit Ausgezeichneten Makroobjektiven, Balgengeräten, Auto-Macro-Tubus mit speziellen Makro-Köpfen, Zangenblitze usw. Darum war das Olympus OM Makro System Jahrelang in der Dentalfotografie der Platzhirsch.

Vivitar. Vivitar hat speziell in den 70er und 80er Jahren ihre Objektive von Namhaften Objektivhersteller bauen lassen und dann unter dem Label „Vivitar“ verkauft. Folgende Vivitar Objektive sind Empfehlenswert:

  • Vivitar 55mm 2,8 Macro, Vivitar 90mm 2,5 Macro, Vivitar 90mm 2,8 Macro, Vivitar Series 1 90mm 2,5 1:2 Macro, Vivitar Series 1 105mm 2,5 macro.
  • Vivitar Series 1 135mm 2,3, Vivitar 135mm 2,8, Vivitar 135mm 2,8 close-focusing 1:2 Macro.
  • Vivitar Series 1 70-210mm 2,8-4, Vivitar Series 1 70-210mm 3,5 (Beispielbilder), Vivitar 90-180mm 4,5 Flat Field Zoom, Vivitar Series 1 28-90mm 2,8-3,5 Vivitar Series 1 35-105 3,5 close focus.

Bei Vivitar möchte ich besonders auf die Serie 1 Objektive hinweisen, denn in dieser Serie waren einige Optische Perlen zu finden, die man heute auch noch zu einem vernünftigen Preis bekommen kann. Speziell in dieser Serie 1 hat Vivitar einige der damaligen besten Objektiv-Hersteller engagiert diese Objektive für sie zu bauen. Darunter Namen wie Kino Precision (Kiron), Komine und Tokina. Gerade Objektive von diesen Herstellern haben einen Ausgezeichneten Ruf. Um heraus zu finden welches Vivitar Objektiv von welchem Hersteller gebaut wurde, gibt es in der Seriennummer einen Nummernschlüssel, der sich immer auf die ersten Ziffern der Seriennummer des Objektives bezieht:

6 Olympus – 9 Cosina – 13 Schneider Optik – 22 Kino Precision (Kiron) – 25 Ozone Optical – 28 Komine – 32 Makinon – 33 Asanuma (Tokina) – 37 Tokina – 42 Bauer – 44 Perkin Elmer (US) – 47 Chinon – 51 Tokyo Trading – 56 Kyoe Schoji – 75 Hoya Optical – 81 Polar.

Vielleicht habe ich ja den einen oder anderen Appetit auf die alten Manuellen Objektive gemacht. Dieser erste Artikel soll erstmal eine kleine Einführung in dieses Thema sein, das nächste mal werde ich noch genauer auf einige Objektivschätze eingehen zb. die Russischen Helios, Jupiter Objektive und auch die Makroobjektive von Kiron. Bedenken sollte man auf dieser Spielwiese aber doch folgendes: Objektive aus den 70er und 80er Jahre waren teilweise noch nicht alle mit zb. einer Apochromatischen Korrektur und vergüteten Glassorten wie zb.ED-Glas ausgestattet. Aber gerade deshalb bilden diese Objektive sehr eigen ab, wie ich schon oben erwähnte, sie haben schon fast einen eigenen Abbildungs-Charakter. Generell muss man aber sagen, das man für relativ wenig Geld sehr viel Optische Leistung und auch viel Spass beim Arbeiten damit bekommt.

Und ob sich unsere heutigen Digitalen Plastikobjektive in 20 Jahren auch noch so Butterweich scharf stellen lassen, wie diese Manuellen Objektive, sei mal dahin gestellt!?