Black & White

7 Juli, 2008 · 9 kommentare

Sehen diese beiden SW Bilder nicht irgendwie Alt aus? Oder kommt mir das nur so vor? Und außerdem:
Transportiert S/W tatsächlich mehr Emotion?
Sind SW Aufnahmen einfach nur Fade?
Wenn deine Farben nicht so kommen, mach einfach ein SW daraus!
Denkt denn ein Digitalfotograf noch in SW bei der Aufnahme, oder kommt das erst in Photoshop?

Österreichische Feldansichten in SW

feld sw



Böser Baum in SW

baum sw

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[ 9 comments… lese die Kommentare und rede einfach mit ]

1

aiiiia 07.07.08 um 12:29

ich habe mich früher oft bei der bearbeitung à la “farben kaputt, belichtung kaputt - s/w und gut ists.” ertappt.

heute gehe ich damit bewusster um - ein schlechtes bild wird gelöscht und nicht entfärbt. allerdings habe ich, was farben und belichtung angeht, seit der dslr auch wesentlich weniger ausschuss.

was ich heute öfter mache, ist eine serie als s/w- und farbfotos zu bearbeiten - das sind eben völlig verschiedene stimmungen, die transportiert werden…

2

zoomyboy 07.07.08 um 13:33

Gut Kommentiert, Danke.

3

Martin 07.07.08 um 14:00

Ich könnte aus dem Stand Namen von Fotografen aufzählen, die hochemotionale Fotos in SW fotografiert haben, man denke z. B. an Eugene W. Smith und seine Miamata-Serie.
Aber die Feststellung von Cartier-Bresson “Emotion finde ich nur in Schwarzweiß” ist sicher seiner persönlichen Sehweise und Erfahrung geschuldet.
Ab wann hat die Farbfotografie im Fotojournalismus überhaupt eine Rolle gespielt?
Ab wann waren Farbfilme auch unter schwierigen Lichtverhältnissen einsetzbar?
Der “Spiegel” hat bis in die 90er Jahre Fotos in SW gedruckt. Die “Focus”ierung auf das Bunte hat den “Spiegel” - auch andere - einknicken lassen.
Schade - denn gerade im Bildjournalismus trägt Farbe nicht immer zur “Wahrheitsfindung” bei, arbeitet, weil nicht kontrollierbar, nicht selten gegen den Bildinhalt.
Farbe ist oft Oberfläche, Tünche.
Die Entscheidung, ob Farbe oder SW, stellt sich heute nicht mehr: abgeliefert wird ausschließlich in Farbe.
Besteht aber kein Verwertungsinteresse, hat man die Wahl. Und vor die sollte man sich bewusst stellen, sich an guter SW-Umsetzung versuchen, Varianten vergleichen und schauen, was mit dem Bild passiert.
SW zielt auf Form und Inhalt, ist Abstraktion. Und Abstraktion ist eine intellektuelle Leistung.
Farbe funktioniert dort, wo sie kontrollierbar ist (Werbung), wo sie Teil der Aussage, der Botschaft ist. Dann kann sie hochemotional wirken.
Im Fotojournalismus kommt Farbe eher “erschwerend” hinzu (siehe auch viele der aktuellen Magnum-Reportagen, nicht zuletzt von Paolo Pellegrin).
Neben Bildgestaltung/-ausage, möchte man “plausible” Farben (Hauttöne) liefern, gerade bei den oft vorkommenden Mischlichtsituationen eine fizzelige und überflüssige Mühe, die selten zu wirklich befriedigenden Ergebnissen führt.

4

zoomyboy 07.07.08 um 17:55

Martin schön dich hier wieder zu lesen, danke für deinen Kommentar. Ich persönlich sehe mir SW-Bilder einfach anders an, ich suche mehr, und ich denke mehr nach.
Zb. Fading Away von Henry Peach Robinson kann in Farbe gar nicht so kommen wie in SW, da würde Farbe nur ablenken. Es ist halt so eine wunderbare Reduktion auf wichtigere Dinge wie Farbe.

5

Frederik 07.07.08 um 21:56

Ich denke, es ist schon was dran - schwarz-weiß reduziert. Ich finde, dass die meisten der Fotos, die ich mache in schwarz-weiß einfach nicht gut funktionieren. Es fehlt dann einfach etwas. Auf der anderen Seite gibt es wenige Bilder, bei denen ich mich dann doch recht schnell dazu entschließe sie zu entfärben.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Präferenz zur Farbe etwas damit zu tun habe, dass vieles von dem, was ich in letzter Zeit ablichte (leider mangels Zeit noch nichts auf meinem Blog zu sehen) an sich schon sehr minimalistisch und grafisch ist und dass die Farbe daher die Komposition auch zusätzlich unterstreichen kann.

6

Matthias 09.07.08 um 06:51

Mehr Emotoinen in Schwarz-Weiß? Das trifft auf manche Fotos zu, aber nicht immer. Wenn man Menschen fotografiert, kann man mit Schwarz-Weiß die Emotionen sicherlich besser transportieren als bei einem farbigen Foto. Bei Landschaftfotos wird das schon etwas schwieriger. Das ist sehr von der Stimmung, von den Kontrasten und von der Kompsotion abhängig. Da gibt es eine Menge Landschaftsaufnahmen, die in SW nicht richtig rüberkommen. Einfacher wird es, wenn man karge Landschaften mit viel Fels aufnimmt.
Anderes Besipiel: vor kurzem habe ich Konzertfotos gemacht. Da äußerst schlechte Lichtverhältnisse vorherrschten, habe ich mit ISO 800 und 1600 fotografiert. Schon beim Fotografieren war mir klar, dass die Bilder in SW besser aussehen würden.
Grundsätzlich würde ich nicht sagen, dass SW-Fotos fade sind oder die Emotionen besser transportieren. Es hängt immer von der Situation und vom Motiv ab.

7

zoomyboy 09.07.08 um 07:21

@Frederik, Matthias, Ja Interessant, ist schon was dran was ihr sagt.

8

Ori 09.07.08 um 07:52

Ein bekannter sagt zu mir immer, mit Farbe ist man näher an der Realität. Schnell reagierend hätte ich gesagt, mag sein, das Auge sieht eben auch in Farbe, es ist realistischer und vielleicht näher an der Realität. Farbfotografie drifted bei meinen Fotos schnell in die Ästhetik eines Hobbyknipsers, ich finde es auf jeden Fall auch schwerer als SW. Besonders bei hohen ISO Zahlen ist das Bildrauschen farbig, was nicht unbedingt gut aussieht. In dunklen Umgebungen arbeite ich daher mit SW.
Bei Reportagen, bei der es um die Nähe zu Menschen geht, um emotionale Stärke würde ich inzwischen immer zu Farbe greifen und zur Not nur 0,2% aller Fotos veröffentlichen. Denn, wie bereits Martin sagte, hat Paole Pellegrin aktuell eine echt gute Farbstimmung seiner Aidsfotos im Rahmen von AccessToLife gemacht (siehe http://accesstolife.theglobalfund.org/essay/mali ).

Zuletzt, ganz coole Seite hier. Hab ich jetzt erst entdeckt.

9

zoomyboy 09.07.08 um 09:41

Hallo Ori Willkommen hier, die Serie von Paole Pellegrin ist aber schon etwas besonderes, denn hier lenkt die Farbe be i keinen einzigen Bild ab vom Thema, hier ist die Farbe niemals der Mittelpunkt, sie ist unterstützend da.
Bei Farbbildern versucht man auch meistens die Farben zu verändern bzw. zu betonen, man denke nur an die Natur- oder Tierfotografie, die leuchtenden Farben eine Pflanze, es wird Stillmittel die Farben knallen dir einfach die Augen zu. Man denke nur früher an den Velvia…

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