Motiverkundung - Bildkomposition mit einem Stück Karton

3 November, 2008 · 5 kommentare

Es gibt Dinge die so einfach so furchtbar banal sind das sie schon wieder Genial sind. Eindeutig dazu gehört für mich die Motiverkundung das beobachten das Aufspüren des Bildausschnittes - der Bildkomposition mit einem Pappkarton oder Diarahmen.

Einer der wichtigsten Entscheidungen bei der Bildentstehung kann man mit den Augen treffen. Man muss sich sorgfältig überlegen, welchen Standort man für die Kamera wählt, so banal das auch klingen mag. Schon eine kleine Veränderung der Kameraposition kann dazu beitragen, die Wirkung eines Bildes zu erhöhen oder ein Bild zu verderben. so ähnlich hat das schon Ansel Adams in seinem Buch “Die Kamera” erklärt.

Ein Elementar wichtiger Punkt ist: Wie man aus einem Bild das Maximum heraus holt. Schon klar die Qualität des Chip in der Digitalkamera und die Optische Leistung des Objektivs haben ihren Anteil an dem Bild. Aber nur einen Teil davon und ich behaupte sogar einen sehr kleinen Teil. OK jetzt schmeisse ich € 5.- in das Phrasenschwein: “Die beste Digitalkamera Ausrüstung bringt dir nicht viel wenn du keine Ahnung hast vom Fotografieren.”

Vor Jahren als ich mit dem Fotografieren begann, bin ich diesem Unsinn auch aufgesessen. Als ich aber folgendes machte, haben sich meine Bilder um 50% verbessert: Ich habe einen schwarzen Pappkarton genommen in der Größe A4 und habe darin ein Stück ausgeschnitten. Es geht natürlich auch anderes Material, oder in kleinerer Ausführung ein handelsüblicher Diarahmen.

bild komposition rahmen

Hatte ich ein Motiv gefunden das ich Fotografieren wollte, habe ich zuerst meinen Karton gezogen. Und habe damit das Motiv umrundet. Ich habe den Karton vor mein Gesicht gehalten und durch den freien bereich des Kartons mein Motiv beobachtet. Wenn ich den Karton weiter von meinem Gesicht weg gehalten habe, hatte ich den Ausschnitt eines Teleobjektivs, wenn ich den Karton näher zu meinem Gesicht gehalten habe, hatte ich ein Normal- oder Weitwinkelobjektiv. Simpel oder!

Ich konnte das Bild schon im Vorhinein Komponieren und geistig den Bildausschnitt festhalten ohne die Kamera je an das Auge gehalten zu haben. Das nenne ich auch “Fotografisch Sehen lernen”. Damit man das besser versteht habe ich einen kleinen Film gemacht der dies veranschaulicht - zwar mit einer Software, aber ich denke man sieht den Effekt trotzdem gut. Das gesamte Bild im Video ist das was ihr mit euren Augen seht.

Dieser kleine banale stück Karton schult euer Fotografisches Auge, wie es nur wenig andere Dinge können. Und Irgend wann braucht man auch diesen Karton nicht mehr man hat den Sucher-Bilkompositions-Blick. Es sind diese Dinge die einem in der Fotografie weiter bringen. Sehen lernen, Bilder schon im Kopf komponieren. Stehen bleiben und auf die Konturen auf das Licht achten, Perspektiven suchen. Den goldenen Schnitt suchen und gleichzeitig diesen wieder brechen. Und erst viel viel später kommt die Ausrüstung und die Diskussion darüber.

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1 Daniel 04.11.08 um 07:21

Ist ‘ne gute Idee!
Ich finde es immer wieder teilweise recht komisch, welche Kleinigkeiten die Leute weitergebracht haben.

So long

2 crosa 04.11.08 um 09:25

Ist eine absolut geniale Idee, nicht jeder hat gleich von Anfang an, das entsprechende räumliche Sehen, bwz sieht das mögliche Bild vor seinem geistigen Auge entsprechend der verschiedenen Brennweiten.

3 zoomyboy 04.11.08 um 09:45

Danke für das Feedback.

4 Smylo 04.11.08 um 13:38

Eine klasse Idee!

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