Das Bild in meinem Kopf

Anglers in November

Ich möchte euch jetzt gerne ein Bild zeigen, bei dem es mir gelungen ist, das genau so umzusetzen, wie ich es in meinem Kopf hatte. Dazu muss ich aber etwas ausholen: Ich war vor einigen Wochen wieder einmal mit ein paar Fotografen Kumpels in den Wäldern des Waldviertels unterwegs.
Bei der Hinfahrt fuhren wir über eine Brücke, und rechts darunter sehe ich einen Stausee, der rundherum von riesigen Waldflächen eingeschlossen ist. Und 2 Sekunden später hatte ich dann dieses Bild in meinem Kopf, von einem kleinen Boot mit einem Angler darin und auf dem ruhigen Wasser spiegeln sich die warmen Herbstfarben der Bäume wieder. Also so ein richtiges kitschiges und verträumtes November Bild, ihr kennt das sicher.

Voriges Wochenende habe ich dann den langen Anfahrtsweg dorthin auf mich genommen, um „mein“ Bild zu machen. Da ich die Gegend nicht kannte, musste ich etwas mehr Zeit einplanen, um den richtigen Platz zu finden. Ich habe mich deshalb entschlossen den späten Nachmittag, als Zeit zu wählen, um zu checken wo ist die Sonne, wie kann ich das Licht nutzen, und besonders wichtig, finde ich einen geeigneten Platz für mein Bild?

So und jetzt kommen einige Glücksfaktoren dazu. Erstens war dort so eine Art von Landzunge, also einige Felsen die es mir ermöglichten so ca. 20 Meter in den Stausee hinein zu gehen. Es war schon später Nachmittag und die Sonne hat sich nie so richtig gezeigt, sie war immer von Wolken verdeckt, generell war es ein eher trüber Tag. Aber das schon etwas wärmere Licht brach so hin und wieder dann doch durch die Wolkendecke, und eben genau in dem Moment, als ich meine Aufnahme machte, war es da, und es hat gepasst.

Und zweitens hatte ich Glück, das genau zu dieser Zeit ein kleines Boot mit zwei Anglern auf dem Stausee war. Und nicht nur das, es war auch auf der richtigen Seite! Die Positionierung des Bootes war mir aber zu weit rechts, durch die Felsenformation auf der ich stand, war es mir aber nicht möglich, da Boot nach links zu drücken. Also wartete ich und hoffte das die beiden Angler, ihr Boot nach links steuern würden.

Ich wartete eine Stunde, dann ging es plötzlich sehr schnell, die beiden ruderten ihr kleines Boot genau auf die Seite, wo ich sie haben wollte, eine größere Wolke verschob sich und gab das warme Licht der Sonne kurz frei. Ich drückte den Auslöser und hatte „mein“ Bild.

Aber erst zu Hause auf dem großen Monitor entfaltete mein Bild seine stärke, und ich bin mit diesem Bild sehr zufrieden. Weil es für mich genau das Bild war, das ich umsetzen wollte.


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7 Gedanken zu „Das Bild in meinem Kopf“

  1. Ein gelungenes Bild. Herzlichen Glückwunsch zur Umsetzung. Und es zeigt sich, dass auch Landschaftsbilder eine Planung und etwas Glück brauchen. Natur ist nicht einfach da…

  2. Wirklich schönes Foto!
    Man kann sein Glück auch mit Voraussicht und Geduld provozieren :-)
    So ähnlich ging es mir Anfang der Woche. Ich fuhr raus zu einem Vogelschutzgebiet vor dem Deich. Es wurde immer wolkiger und ich überlegte, dass ein Regenbogen über diesem Gebiet echt toll wäre… Ca. 1/2 Stunde wartete ich. Die ab und zu durchbrechende Sonne im Rücken, dunkle Wolken vor mir. Und dann passierte es. Zwar nicht mit der vollen Kraft der Farben aber doch gut stimmunsvoll.

  3. Glückwunsch – ein tolles Foto!
    Als „Anfänger“ bin ich durch Zufall auf Deine Seite und dieses Bild gestoßen. Entschleunigung ist da angesagt und ich bekomme so langsam einen Schimmer, was „Malen mit Licht“ bedeutet.
    LG

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