Wenn man sich Makroobjektiv-Perlen wie ein Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 oder noch immer ein Leica 100 mm 2.8 APO-Macro-Elmarit-R ansieht, möge man ja glauben, dass man hier den Zenit der Objektivbaukunst erreicht hat und sich dementsprechend zurück lehnen kann.
Doch weit gefehlt, es gibt auch hier noch einige, wenn auch wenige Makroobjektive, die noch eines drauflegen, und sei es nur die nochmals gesteigerte Objektivfassung bzw. Bedienung. Drei dieser extrem exklusiven Makroobjektive möchte ich euch nun hier vorstellen. Die zwei ersten Makroobjektive (Schneider Kreuznach, Carl Zeiss) wurden eigentlich für den Filmbereich hergestellt, lassen sich aber ohne Probleme auch in der Fotografie einsetzen.
Schneider Kreuznach PC-TS Makro-Symmar 4,5/90mm HM
Mit einem extrem langen Schneckengang und dem PC-TS – Perspective Control mit einer Tilt/Shift Möglichkeit ist dieses spezial Makroobjektiv gebaut worden, um jedes nur erdenkliche Makromotiv in höchster Qualität zu fotografieren. Das Schneider Kreuznach PC-TS Makro-Symmar 4,5/90mm HM gibt es für Canon EOS, Nikon, Sony Alpha und Pentax K Anschlüsse.
Carl Zeiss Macro CP.2 50mm/T2.1
Dieses CP Makroobjektiv basiert auf der optischen Konstruktion des 50mm Makro aus der ZF-Serie, der CP Serie haben sich aber gleich noch auch 14 Blendenlamellen spendiert (statt 9)! Carl Zeiss hat aber die Fassung und Mechanik komplett neu entwickelt, und so ist dieses CP-Makroobjektiv viel robuster und widerstandsfähiger als der Bruder aus der ZF-Serie. Das Besondere an der CP.2 Serie ist das der Anschlusswechsel (Bajonett) tatsächlich vom Kunden selbst vorgenommen werden kann. Möglich sind Canon EF, Nikon F, MFT und Sony E.
Hartblei Makro 4.0 120mm TS
Das Hartblei 4.0 120mm TS wurde gnadenlos auf den Makrobereich optimiert, das Innenleben sprich die optische Konstruktion kommt von Carl Zeiss. Dieses Makroobjektiv ist ein sogenannter Superrotator; dh. es besitzt eine Shift- und Tilt-Funktionen, die unabhängig voneinander um je 360 Grad rotiert werden kann und somit annähernd die Funktion einer Fachkamera erreicht werden kann.
Ich denke jeder Makrofotograf kann nur nach solchen Makroobjektiven lechzen und somit heimlich eines dieser Leckerbissen auf seine Wunschliste schreiben. Leider ist nicht nur die optische Konstruktion und die Verarbeitung exklusiv, sondern natürlich auch der Preis! Starten tut das Ganze mit dem Hartblei mit ca. € 2300.- und Enden bei ca. € 2900.- (Schneider Kreuznach, Carl Zeiss)!
Wer also in der Makrofotografie oder der Produktfotografie zu Hause ist (und wie ich ein Makroobjektiv Freak ist) und gerade seinen Bausparvertrag ausbezahlt bekommen hat und sonst nicht weiß was er damit machen soll, der sollte/kann hier zuschlagen.
So ärgerlich, daß ich keine Zeit hatte. Freu mich aber schon aufs nächste... –
Manfred, nachdem ich neuerlich mit einem 90mm f/2,0 Leitz Summicron (gebraucht) bezüglich Microkontrast, fahler Farben und unregelmäßigem “griesigem” Bokeh ,eine herbe Enttäuschung erleben durfte-nehme ich nicht mehr automatisch an daß der rote punkt immer für optimale Bilder bürgen muß.da die schärfe schon ab f2,0 astral war schliesse ich objektivdeffekt aus.Ob diese Filmobjektive tatsächlich den Makro-Planar noch toppen können,würde ich gerne
eher aus Deiner eigenen p r a k t i s c h e n Erfahrung ..ehm ,eben-erfahren…
genauso wie es bei den ganzen Scharen anderer gläser ,die Du ja selbst besitzt, der Fall war.Es klingt traurig aber angesichts der Tatsache vieviel Unsinn nicht nur in den allermeisten Foren , sondern auch in “renomierten” Fotozeitschriften
steht, siehe ich Dich und Lloyd Chambers als derzeit wohl die einzigen vernünftigen Fotoportal-verfasser…
Grüsse Bertl
Dank dir, sehr nett.
Wegen den manuellen Objektiven, habe ich in der Zukunft noch einiges vor, lass dich überraschen.
Also in der Herstellerbeschreibung zum Schneider steht “größter Abbildungsmaßstab 1:4 (ohne Zubehör)”. Also einrichtiges Makro ist es doch damit nicht? Und bei dem Preis noch Zubehör nötig um auf einen größeren Abbildungsmaßstab zu kommen…
Ja mit 1:4 ist das Schneider Kreuznach hier etwas mager, dieses Objektiv ist aber trotzdem auf den Makrobereich korrigiert worden.
Und bei dem Preis sind Zwischenringe die wenigste Investition ^^
Ich schäme mich gerade zu meine Frage hier in den Kommentaren dieser “Meisterwerke” anzubringen, aber thematisch passt es gerade, und vielleicht interessiert Frage/Antwort ja auch den ein oder anderen Leser, daher nicht per Mail sondern hier:
Ich habe gerade ein wie glaube Schnäppchen gemacht, ein Vivitar 2,8/ 135 Makro für Canon FD. (kommt mittels Adapter an die PEN E-P3) Hast du Erfahrungen mit dem Makro ? Natürlich werde ich es ausgiebig testen und auch darüber berichten, nur jetzt gerade voller Vorfreude würde mich natürlich sehr interessieren was du mit deiner großen Erfahrung bei manuellen Makros zu dem guten Stück sagst….
Das 135mm 2.8 Macro (da müsste vorne “Close Focusing” drauf stehen?) ist ein feines und ziemlich seltenes Exemplar. Es hat einen Doppel-Helicoid (Doppel-Schneckengang) scharfstellmechanismus, und kommt auf einen Abbildungsmaßstab von 1:2.
Damit kannst du in der Makrofotografie mächtig viel Spaß haben, an der optischen Leistung wirst du auf jeden Fall nicht scheitern!
Ja, da steht: Auto Telephoto Close Focusing drauf
1:2, Ok. Gibt es dann dann auch so eine Extension Tube oder so etwas ähnliches für 1:1, oder macht das keinen Sinn ?
Du kannst einen Zwischenring verwenden, würde ich aber lassen, weil da das Arbeiten nicht mehr so locker geht. Und du bist mit deinem MFT-Sensor eh schon fast bei 1:1
Ich werde es einfach ausprobieren. Ich bin schon sehr gespannt auf Makro und MFT