Superzoom Objektive-Eine Chance

tamron_18-270mmVC

Ein paar Worte und Erfahrungen von mir zum Thema Superzoom Objektive (dh. Zoomobjektive die einen großen Brennweitenbereich abdecken, wie zB. 18-200 usw.).

Hin und wieder wird ja mal gerne auf diese Superzoomobjektive hingewiesen, um dann aber doch wieder zu betonen, dass die Festbrennweiten weitaus besser sind usw.
Von der technischen Seite her betrachtet sind diese Superzoomobjektive immer am letzten Stand der Technik. Bildstabilisator, Ultraschallantrieb, Innenfokussierung und spezielle Vergütungen der Gläser sind hier zu finden. Weiters sind die optischen Rechnungen meistens auch am neuesten Stand, das ist notwendig, weil die Anforderungen des Marktes sich auch immer wieder mal ändern, denn einmal sollen solche Objektive klein und kompakt sein, dann wieder mit Bildstabilisator und dann wieder muss mehr Brennweite her.
Hier muss nun jedes Mal die optische Rechnung bzw. der ganz Aufbau des Objektives auch mit angepasst werden!

Bei Objektiven mit einem derartig großen Brennweitenbereich kommt man schnell auf eine Gruppen/Elemente Anordnung von 13/18 und diese müssen natürlich auch so konstruiert sein, dass bei allen Brennweiten eine optimale optische Leistung möglich ist – denn Aufwand den die Ingenieure hier haben kann man sich vorstellen.

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Mehr Linsen bedeutet aber auch eine größere Anfälligkeit gegenüber Verzeichnungen, Chromatischen Aberration usw. und das muss nun aufwendig wieder korrigiert werden.
Spätestens hier kommt nun die Preisfrage, denn diese Superzoomobjektive dürfen auch nicht zu teuer sein, denn sonst kauft sie keiner. Also wird gerade noch so viel korrigiert bzw. optimiert damit es noch im angepeilten Preisrahmen bleibt.

Sicher könnte man wahrscheinlich solche Objektive auch so bauen, dass sie eine extrem gute optische Leistung haben und das über alle Brennweiteneinstellungen. Auch die Fassung und die Verarbeitung könnte man so bauen, dass es eine wahre Freude ist damit zu arbeiten. Nur würde ein solches Objektiv dann nicht mehr um € 200,- bis € 400,- zu haben sein, sondern eher um die € 3.000,- bis € 5.000,-, aber das kann oder will keiner bezahlen.

Bedenkt man nun, welchen extrem großen Brennweitenbereich diese Objektive abdecken können und zu welchen optischen Leistungen manche dieser Superzooms fähig sind, und wie relativ günstig diese sind, so kann es eigentlich nicht verkehrt sein sich so ein Objektiv als Immerdrauf zu kaufen.
Ja klar der eine oder andere ist ein Festbrennweiten-Fan und einige stehen nur auf die lichtstarken Zoomobjektive, aber ich denke die sind so oder so nicht die angepeilte Zielgruppe solcher Objektive. In meinem fotografischen Umfeld sind einige Einsteiger, aber auch der eine oder andere Profi der so ein Superzoom sein Eigen nennt und auch bei mir liegt mal da mal dort so ein Objektiv herum.

Amüsant finde ich es immer, wenn sich die Fotobegeisterten auf die schlechte optische Leistung diese Superzoomobjektive stürzen und nicht müde werden dies zu erwähnen. Lustig ist dass genau diese in Wirklichkeit ihre Bilder fast nie auf Papier bringen und wenn dann mal auf 13×18! Dh. im echten Leben fotografieren die meisten für das Web und das bei einer maximalen Kantenlänge von 900 Pixel. Überspitzt formuliert kann man sich bei dieser Bildgröße auch ein abgeschliffenes Whiskyglas vor die Kamera schnallen, man wird denn Unterschied bei den meisten Motiven nicht sehen!

[white_box]Also mein Tipp für alle Einsteiger und für die, die sich für so ein Superzoom Objektiv eigentlich interessieren würden: Probiert es aus, denn mit solchen Superzoomobjektiven kann man wunderbare Bilder fotografieren und auch eine Menge Spaß haben. „Just Do It“
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19 Gedanken zu „Superzoom Objektive-Eine Chance“

  1. Also ich finde Superzooms vor allem fuer den Urlaub interessant. Allerdings kauft man sich ein Objektiv alleine nur um es im Urlaub zu verwenden ( 1-2x im Jahr ) ?? auch fast schade drum …

    1. PS: Wie schrieb Nikon vor rund einer Woche auf Facebook: „“A photographer is only as good as the equipment he uses, and a good lens is essential to taking good pictures!“ 😉 Naaaja

  2. Whiskygläser haben zwei entscheidende Nachteile: Sie kommen ohne Bajonett und sind irre schwer zu folussieren. Im Ernst, gäbe es für Pentax noch ein vernünftiges Suppenzoom hätte ich es schon, aber das 18-250 wurde sowohl von Pentax als auch von Tamron ausser Dienst gestellt und die 18-200 von Sigma, naja, ich hatte das mal da und als bei f11 die Ecken immer noch unscharf waren habe ich mich flottesterweise auf den Weg zur Post gemacht…. Es kommt halt auch drauf an, was für ein Superzoom man da an der Maschine hat.

  3. Du sprichst mir aus der Seele! Ich kann diese elitäre „nur Festbrennweiten machen gute Bilder“-Haltung inzwischen schon nicht mehr hören, obwohl ich einige Festbrennweiten habe, die ich wirklich liebe.

  4. Man fotografiert halt mit einer Suppenschüssel ganz anders als mit einer Festbrennweite. Für den Urlaub, in dem man eigentlich nur ne bessere Schnelldurchlauf-Dia-Show fotografieren will, ist das sehr durchaus sehr sinnvoll. Im Studio dann doch lieber eine feste Brennweite mit sehr guter Abbildungsqualität.

    Komischerweise habe ich aber bisher nur von Suppenhühnern gehört, dass diese unscharf (Fokus um 40cm „verutscht“ bei größter Brennweite – selbst gestestet) oder auch einfach mal nach kurzer Zeit defekt waren, bei Festbrennweiten (und ich meine hier nicht ein 50mm 1,8) hört man das doch eher selten…

  5. habe auch oft ein Sigma 18-200 (non-IS) vor der 40D weil gerade auf Reisen (und da fotografier ich am meisten) weil mir die Wechselei zu aufwending ist und ich eh kein WW-Objektiv habe (wo es auch nicht so auffaellt).
    Bleibt mir sowieso nichts anderes uebrig wegen chronischem Geldmangel…

  6. Es kommt halt ganz auf die Ansprüche, aber insbesondere auch auf die Situation an.

    Bin ich alleine mit Zeit unterwegs, dann schleppe ich andere Objektive mit, als wenn ich mit dem ganzen Familienanhang eventuell sogar noch unter Zeitdruck unterwegs bin!

    Leider wird das gerne übersehen: Nicht immer ist Zeit, Muße und Gelegenheit da, in aller Ruhe Objektive zu wechseln und per „Turnschuhzoom“ (.. ein in letzter Zeit eh arg überstrapazierter Begriff) durch die Gegend zu sprinten…

    In solchen Situationen ziehe ich ein Foto, das technisch Mängel hat (..gestalterisch aufgrund des Zeitdrucks wahrscheinlich dann auch.. kommt darauf an), ich aber nachher wirklich in der Hand habe, dem technisch brillianten, aber nicht existenten Foto 😉 jederzeit vor, mag da der Purist auch die Nase rümpfen.

    Oft genug kamen dabei auch Fotos raus, die ich mir auch heute noch sehr gerne anschaue… Zoom hin oder her.

    1. Lieber Dogwatcher, Deiner Meinung kann ich mich voll und ganz anschliessen da ich selber sehr oft in die Situationen komme wo ständiger Objektivwechsel undenkbar wäre-z.B.Kinder ausführen…und weil ich strenger Befürworter der These bin,daß man überall und zur jeder Zeit gute Motive finden kann, nehme ich meine Knipsen immer mit-wenn nicht anders möglich mit einem Suppenzoom.Schon möglich daß einem Cartier-Bresson für seinen spezifischen Einsatzbereich eine Rangefinder mit lichtstarker 50mm
      festbrennweite genügte oder gar das Maß der Dinge war aber…zu predigen daß dies für JEDEN Fotografen gültig ist …ist blanker Unsinn.Es soll angeblich Fotoagenturen geben die keine Landschaftsfotos annehmen nur weil sie n i c h t zu der Zeit der blue hour gemacht wurden…wieviel Schwachsinn verträgt die Welt der Fotografie eigentlich?

  7. Hi, ich nenne ein Tamron 18-270 mm Objektiv mein eigen, was wohl unter diese vor dir angesprochene Kategorie Superzoom fällt.
    Insgesamt bin ich mit dem Objektiv auch recht zufrieden, außer dass es etwas schwerfällig dreht. Hätte wohl besser das Canon Original nehmen sollen.

    Ich finde es für mich als Einsteiger gerade sehr praktisch ein Objektiv zu haben, dass viele Brennweiten abdeckt. Vor allem wenn man auf Urlaubsreisen unterwegs ist, die nicht die Fotografie als Mittelpunkt haben. Sprich, ich zwischendurch ein tolles Bild machen will, aber nicht so viel Zeit habe immer je nach Motiv und Entfernung das Objektiv zu wechseln.

    Klar ginge sicher auch alles mit nur einer Festbrennweite, aber mit so einem Superzoom ist man doch deutlich flexiebler.
    Wie du schon sagst, man sollte sie nicht verurteilen :)

    LG Christina

    1. Klingt einleuchtend – kann ggf. auch als Change genutzt werden, seine Favoriten im Zoombereich zu finden und dann später entsprechende Gläser organisieren.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Kevin.

  8. Für den Urlaub oder wenn man mal unterwegs ist und wenig Gepäck haben möchte, ist das doch super. Natürlich wird man keine „mega-kreativen“ Fotos mit einer 1,4er Blende hinbekommen, aber das möchte ich auch nicht, wenn ich so ein Objektiv bei mir habe. Das weiß ich ja auch vorher 😉

  9. Toller Artikel, hab laut gelacht! „Überspitzt formuliert kann man sich bei dieser Bildgröße auch ein abgeschliffenes Whiskyglas vor die Kamera schnallen, man wird denn Unterschied bei den meisten Motiven nicht sehen!“

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