aufbau makrofotografie
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Dauerlauf in der Makrofotografie

Am Wochenende habe ich es wieder probiert, Makrofotografie ohne Stativ. Die Kamera auf Autofokus, dran ein AF-Makroobjektiv. Dann alle verfügbaren AF-Funktionen durch getestet. Und was soll ich sagen, egal wie man das Af-Feld ausgewählt hat, der Autofokus der Kamera hat einfach immer das scharf gestellt, was ich eigentlich gar nicht scharf haben wollte.

autofokus scharfstellpunkte

Aber klar woher soll der AF der Kamera auch wissen, dass ich gerade das erste Drittel der Blüte scharf haben will, wenn dieser Bereich genau zwischen zwei AF-Feldern ist? Da hilft es nur die Kamera zu schwenken, um eben diesen Bereich mit einem AF-Feld zu erfassen.

Will man die Makromotive nicht aus der unspannenden “Von-Oben-Herab-Perspektive” fotografieren, läuft man fast immer irgendwie leicht gebückt durch die Gegend. Ach ja und dann muss ich mich auch noch in einer sehr unbequemen Körperhaltung auch noch um die Bildkomposition kümmern. Dann natürlich auch darauf achten, dass kein Ast irgendwo in das Bild ragt, darauf achten, dass der Hintergrund passt. Ja und auf das Licht und den Schattenwurf sollte man auch noch achtgeben …Puh.

Und dadurch, dass man in einer ständigen Bewegung ist, einem nach einer gewissen Zeit dann auch die Knie und der Rücken wehtun und man auch noch auf das Motiv, die Bildkomposition und das Licht achtgeben sollte, hetzt man regelrecht von Motiv zu Motiv.

makrofotografie übersicht 2


Ja und das alles soll man dann in einigen Sekunden gebacken bekommen? Und jederzeit reproduzierbar? NeverEver. Da muss ich passen, das schaffe ich nicht. Dieser Versuch hat meine Meinung über diese Art der Makrofotografie, nur gefestigt. Keiner kann mir erzählen das, wenn man so wie ich oben beschrieben habe Makrobilder fotografiert, dass mit einer gleichbleibenden hohen Qualität an Makrobilder durchziehen kann.

makrofotografie der aufbau

Denn wenn man so Makros fotografiert, ist ein gutes Bild ein reiner Glücksschuss, das geht dann aber eher in die Richtung: Einfach draufhalten und hoffen das, was Gutes dabei rauskommt. Da bewegt man sich aber eher in die Richtung knipsen als fotografieren.

Ps: Nun neu und ganz frisch mein Makrofotografieforum für alle Makrobegeisterten und solche die es noch werden wollen!

7 Kommentare

  1. Ach noch was: Sobald man ein Stativ verwendet, wird es automatisch zum Ruhepol. Die Kamera/Objektiv Einheit wird fixiert und steht von alleine, man fotografiert instinktiv langsamer und kümmert sich viel mehr um das Motiv und sein Umfeld.

  2. Was mich mal interessieren würde, wie Du es schaffst Insekten davon zu überzeugen so lange ruhig sitzen zu bleiben bis Du alles fertig aufgebaut hast. Oder sind die Insekten bei euch generell entspannter als bei uns hier im hohem Norden?

    • Es gibt hier 2 Möglichkeiten:
      1. Du fotografierst so wie oben beschrieben und jagst den Insekten nach.
      2. Oder du akzeptierst es, das die Insekten dann plötzlich weg fliegen/hüpfen wenn du alles fertig aufgebaut hast und beginnst dann wieder vorne. Hast du dich für Version 2 entschieden, dann hast du auch bereits die Stufe 2 im Makrofotografie-Zen erreicht! ;)

  3. ich mags sowwohl in Variante 1 und Variante 2, aber Variante 1 nur mit MF-Objektiv und bäuchlings im heimischen Garten ;-)
    für Variante 2 habe ich mir ein Exakta 75-300 Makro gekauft und erwarte das Eintreffe des Objektivs in bälde ;-) (ist für ohne Stativ definitiv zu schwer, um saubere Bilder zu machen)

  4. bin wohl eher ein Variante 1 Mensch (mache aber auch Variante 2) nur geht es bei mir zusaetzlich mit dem verpoennten Blitz(en). Nutze auch Blenden von 22-32 (auch verrufen wegen der Beugungsunschaerfe…konnte ich jedoch noch nicht feststellen) …. und relativ langen Belichtungszeiten (fuer Hand) da der Blitz die Bewegung (Motiv und meine einfriert). Den Slaveblitz in der Hand (meist schraeg hinter dem Motiv platziert) kann ich Viehzeug erwischen welches sich nicht passend auf einer lichtdurchflutenten Wiese posiert.

    • Ich benutze auch meistens die Variante, wie Reinhard sie beschrieben hat. Mein Aufbau dazu geht noch etwas weiter: Zangenblitz, Blende zu und dann noch den AF-C eingelegt. Damit habe ich kaum Ausschuss und kann mich in Ruhe auf alles andere konzentrieren, weil ich sicher sein kann ca. 90 % scharfe Bilder zu erhalten. (Das gilt aber nur für Insekten, für Stillleben oder Blümchen baue ich meist auch alles auf, wobei auch hier ein AF-C an windigen Tagen nicht schaden kann!)

  5. ;-) da hast du es ja gut auf den Punkt gebracht, um was es bei der Makrofotografie geht. Bei deinen Freihand-Versuchen könntest du vielleicht mal einen Ringblitz (oder Zangenblitz) ausprobieren und im Blog darüber berichten.

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