tulpe im streiflicht
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Blitzlicht oder Natürliches Licht in der Makrofotografie

Das natürliche Licht speziell am frühen Morgen und am sehr späten Nachmittag hat eine Klarheit und Intensität, eine Farbe und Brillanz, und dann wieder atemberaubend und langweilig, aber auf jeden Fall ist es das wirkliche (Licht) Leben. So oder so ähnlich hat es schon Fritz Pölking beschrieben, den Unterschied zum künstlichen Blitzgeräte-Licht.

wiesen frontal licht

Wie wir alles wissen, hat es aber auch bei den Blitzgeräten eine Weiterentwicklung gegeben, das klinisch künstliche Licht der Blitzgeräte kann heute mit Filtern und ausgeklügelten Automatiken oder Reflektoren sehr weich und dem Motiv entsprechend, beeinflusst werden.

In meiner Makrofotografie war der Einsatz von Blitzgeräten nie ein Thema. Denn ich habe so viele Jahre lang daran gearbeitet mit dem vorhandene Licht der Sonne auszukommen, und dieses wenn es eben notwendig war mit Reflektoren zu beeinflussen, das ich eigentlich nie ein Blitzgerät gebraucht habe.
Sicher in der Makrofotografie gibt es auch Themen, wo es nicht mehr vernünftig ohne ein Blitzgerät funktioniert, zb. wenn man Insekten im Flug fotografieren möchte. Das Problem das ich speziell in der Makrofotografie aber sehe und hier verstärkt bei Anfängern ist folgendes:

Man sieht irgendwo tolle Makrobilder, die mit einem Blitzgerät gemacht worden sind. Und nun möchte man auch solche Bilder machen. Es werden Bücher gekauft, Videos angesehen und in Fotografieforen nach Informationen gesucht. Dann werden Blitzgeräte, Blitzhalter, Funkauslöser und andere Unmengen an Zubehör angeschafft. Es wird eben sehr viel Zeit und noch mehr Geld investiert.

golden light and butterfly


Dabei würde es viel einfacher und günstiger funktionieren, denn das natürliche Licht (die Sonne) bietet uns eigentlich alles kostenlos an. Denn:

  • ein bewölkter Himmel ist unserer Softbox
  • das Mittagslicht (ca. 12:00 Uhr) ergibt ein hartes und kontrastverstärktes Licht
  • das Licht vor Sonnenaufgang bzw. Untergang simuliert alle möglichen Filterfolien und noch mehr
  • eine weiße Reflektorseite macht das Licht weicher und reflektiert auch noch einiges an Licht
  • eine silberne Reflektorseite reflektiert ein Maximum an Licht und macht das Licht noch etwas härter
  • eine goldene Reflektorseite reflektiert das Licht mit viel wärme
  • ein Durchlichtreflektor macht das harte Sonnenlicht viel weicher und das Motiv schattenfrei
  • und dann noch die Möglichkeiten die man durch einen simplen Standortwechsel umsetzen kann, wie zb. ein Streiflicht und Gegenlicht

libelle im gegenlicht


Meine Meinung nach sollte man zuerst lernen mit dem natürlichen Licht umzugehen, und erst wenn dies zu 100% sitzt, sich dann mit dem künstlichen Licht eines Blitzgerätes auseinandersetzen. Und glaubt mir, spätestens dann, wenn ihr die ersten Makrobilder von euch seht, die nur mit natürlichen Licht fotografiert worden sind, wo andere Bildbetrachter denken das man da, was mit einem Blitzgerät oder mit der Bildbearbeitung gemacht hat, wird der Lerneffekt und die Freude darüber sehr groß sein.

6 Kommentare

  1. Toller Artikel, der mit schönen Fotos unterlegt ist.
    Nummer 1 ist hier mein kleiner Favorit.
    Bringst in diesem Artikel schön auf den Punkt, was viele Anfänger falsch machen. Lieber Eins nach dem Anderen, als Alles auf einmal!

  2. Sollte es nicht heissen, dass Filterfolien die das Licht vor Sonnenauf- bzw. Untergang simulieren? Ich denke nicht, dass die Sonne simuliert – denn diese gibt die realen Varianten vor und die Filter versuchen dieses Licht nachzuempfinden.

  3. Pingback: Test: Panasonic Lumix DMC-FZ 150 – Externes Blitzgerät mit Anforderungen | SIE-Web.de

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