Können Makrobilder auch eine Geschichte erzählen?

explor

Gestern habe ich ein Interview gegeben und dort ist mir die Frage gestellt worden: „Können Makrobilder auch eine Geschichte erzählen?“ Diese Frage hat mich doch etwas beschäftigt und ich musste etwas darüber nachdenken, um eine Antwort zu geben.

Da mich ganz speziell eure Antwort darauf interessiert, möchte ich nun diese Frage euch stellen: Können Makrobilder auch Geschichten erzählen? Genau so wie in den anderen Fotografie Genren? Oder anders gefragt: Können Pflanzen und Insekten, die meistens sehr groß vergrößert auf dem Bild erscheinen, auch eine Geschichte dem Bildbetrachter zeigen bzw. diesen zu einer anregen?

Was denkt ihr? Ich bin gespannt auf eure Antwort.

6 Gedanken zu „Können Makrobilder auch eine Geschichte erzählen?“

  1. Können Vögel fliegen?
    Wenn Bilder keine Geschichte erzählen können, sind sie nicht wirklich gut – Makrobilder natürlich eingeschlossen.
    Gruß
    ch

  2. Wenn ich Makros betrachte, verstehe ich die Bilder meist sehr im dokumentarischen Sinn. Eine Geschichte dahinter zu sehen, fällt mir bei Makros deutlich schwerer.
    Die Frage ist hier natürlich, wie man „eine Geschichte“ definiert. Erzählt solch eine Geschichte ein Schicksal? Transportiert sie Gefühle?
    Schwierig – da man bei intensiveren Nachdenken darüber zu der Frage kommt, inwieweit wir Menschen uns von Insekten, Tieren und Pflanzen unterscheiden. Wir Menschen haben ein Bewußtsein, die anderen auch? Oder funktionieren sie bloß?
    Die Frage ist also sehr philosophisch – die muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Eine einzige Wahrheit scheint es nicht zu geben.

  3. Jedes Bild erzählt eine Geschichte – der Unterschied ist vielleicht, dass eine Landschaft einfach mehr von sich verrät und die Fantasie es leichter hat, wobei ein Makro eben nur ein Ausschnitt ist.
    Z.B. ein Makro von einer Wunde das ist eine Geschichte vom Schmerz, Kampf… man kann interpretieren, das „Problem“ liegt nicht an der Art des Bildes, sondern am unterschiedlichen Interesse der Fotografen – bzw. Betrachter.
    Je technischer das Bild (ein insekt) – desto weniger kann ein Bild von sich erzählen.

  4. Steffen Böttcher sagte vor Kurzem in einem Interview auf meinem Blog:

    „Ein Foto ist das, was du in ihm siehst. Fotografie ist deshalb so faszinierend, weil sie Raum für´s Kopfkino lässt. Interpretier das Foto auf deine Weise und nimm die Gedanken mit, die du dir beim Betrachten machst. Es wird zu deiner Geschichte und nimmt Platz in deinem Kopf.“

    Ich finde diese Aussage sehr treffend und passend als Antwort auf Deine Frage. Das schöne an „Kunst“ ist, dass sie uns erlaubt in ihr abzutauchen und unter Umständen „Geschichten“ in unserem Kopf entstehen zu lassen, die andere vielleicht nicht sehen (können).

    Gruss
    Kai

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