Gedanken zu den fotografischen Basics

fotografie_big

[dropcap size=’small‘]S[/dropcap]o sicher, wie die Ebbe nach der Flut kommt, so sicher ist es das quartalsweise die Aufrufe kommen; zur Befreiung der fotografischen Regeln und das jeder sein Ding machen soll und nicht auf andere hören soll usw.

Vielleicht bin ich da zu konservativ, aber ich bin der Meinung, das man doch zuerst die fotografischen Regeln kennen/können muss, um diese zu brechen! Und warum soll es schlecht sein, wenn man einen Mentor hat, der einen Tipps und Tricks zeigt, die es eventuell vermeiden können, dass man in gewisse Fallen stolpert? Und warum sind einige der Meinung, dass wenn man auf andere hört und deren Ratschläge annimmt, dies in seiner Kreativität einschränken könnte.


Ich bin davon überzeugt, sobald man sich das fotografische Rüstzeug angeeignet hat, und man ein volljähriger selbstständiger Mensch ist, geht man doch so oder so fotografisch gesehen, seinen eigenen Weg. Denn spätestens dann, lässt man sich doch von niemanden mehr kreativ bevormunden!

Zurzeit kommt es mir vor, das es plötzlich uncool ist, wenn man sich an die Klassischen (fotografischen) Basics haltet bzw. orientiert! Es ist doch viel Hipper, wenn man in Lightroom ein Crack ist oder den 46ten Workshop im kreativen Blitzen besucht hat und sich als Draufgabe noch mit dem iPhone hipstamatisch oder gleich analog kreativ nackig macht! Und viele jubeln, sind begeistert und stimmen in den Kommentaren euphorisch nickend zu. Aber ja nur nicht gegen die Welle, immer schön mit der Strömung schwimmen.

Vielleicht ist der Grund, warum ich diese Zeilen schreibe, auch der, dass ich gerade beruflich mit jungen, kreativen Menschen zu tun habe, die im Moment einen Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung des Fotografen machen. Aber was weiß ich schon? Aber, wundern darf man sich schon noch…

9 Gedanken zu „Gedanken zu den fotografischen Basics“

  1. Ich verstehe nicht warum es dich wurmt oder gar wundert. Das ist der Gang der Zeit. Die Leute die jedoch nicht auf die Basics pfeifen, werden immer diejenigen sein, denen man noch nach langer Zeit Aufmerksamkeit widmet, denn die Fotografie wie du sie beschreibst ist kurzlebig.

  2. Du sprichst mir aus der Seele. Gerade schaue ich wieder durch diverse RSS-Feeds und stelle fest, dass viel zu viele unter „Basics“ nur verstehen, ein Preset mit tuechtig Vignette und verdrehter Saettigung auf maessige Bilder anzuwenden. Erstmal ein Bild ordentlich aufnehmen, dann es nach den Regeln der Kunst entwickeln (auch elektonisch) – da braucht es halt mehr als nur kurze Begeisterung fuer die Technik!

  3. Es ist derzeit nun mal so, dass die meisten sich nicht mehr die Zeit nehmen wollen, sich mit einem Thema auseinander zu setzen. Niemand interessiert der Weg, nur noch das Ziel. Das gilt auch für die Bildbearbeitung.
    Da muss man z.B. doch nur mal gucken, wie viel kurz Tutorials oder sogar Skripte oder Plugins es zu Andrzej Dragan gibt. Das nennt man dann Draganizing. Das dieser Mensch sich Tage, Wochen, Monate für deine Bilder Zeit nimmt ist da egal, Hauptsache mal schnell ein Bild gedraganized.

    Und genauso ist es mit der Fotografie. Mal schnell mit dem Iphone genknipst eine App drüber gelaufen gelassen und alles erstarrt angesichts solche Innovation in Ehrfurcht.

    Ich bearbeite viele meine Fotos auch nach. Und ich Fotografiere viel mit dem Hintergrund , dass daraus ein Composing werden soll aber ehrlich gesagt sind mir die Fotos am liebsten an denen ich lange geplant und gegrübelt habe bevor ich sie fotografierte. Es ist toll, wenn mir dann das Ergebnis gefällt.

    Man sollte sich für seine Fotos Zeit nehmen, dass tun die Profis nämlich auch. Für die meisten von uns ist es doch Hobby und das sollte man schon aus Eigennutz richtig machen.

  4. … heieieiei, woher kommt denn dieser Ausbruch plötzlich?
    Ich weiss ja auch nicht, aber: Alles hat seine Zeit. Regeln haben ihre Zeit, Spontanität hat ihre Zeit.
    Und über die Hipstamaticer reden wir einfach mal nicht… 😉

  5. Mir gefällt es, dass Du deine eigene Meinung begründet vertrittst. Inhaltlich sehe ich es anders. (muss ich ja als einer der nur 10 der vermutlich 123 Regeln kennt ;).

    Im Winter habe ich mit meinen Kids eine kleine Schneehütte gebaut. Ohne klare Planung, ohne Architekturausbildung, ohne die Beachtung der Grundregeln des 1-geschossigen bauen. Die Hütte war alles andere als Fachmännisch, aber wir hatten Freude daran und waren Stolz!

    Ist es eine Fehlinterpretation, dass mich dein Text zeitlich und in seinem Inhalt an Paddy von N72 erinnert?
    Falls es keine Fehlinterpretation ist, würde ich es journalistisch korrekt finden wenn das auch geschrieben wird.

    1. Dein Vergleich hinkt, du redest von den Knipsern, die sich mal eine Digitalkompaktkamera kaufen und sie mit der Automatik 3 mal im Jahr verwenden.
      Ich meine die Menschen, die sich eine Schneehütte bauen wollen, die den ganzen Winter bombenfest steht und auf der man auch später noch einige Stockwerke draufbauen kann-Ergo die ambitionierten Amateurfotografen.
      Und hör mir auf mit Freude und Stolz, warum soll das eine das andere ausschließen?

      Und zu dem anderen Artikel; es ist eine Fehlinterpretation, denn ich rede hier von A und Paddy von B.

  6. Fotografie hat für mich wie alle Bereiche, in denen sich Kunst
    und Handwerk positiv ergänzen einen Aspekt von Zeitlosigkeit.

    Dieses immer greller, bunter, abgefahrener und kurzlebiger
    ist in sich ein Trend, der Konformität schafft wo eigentlich
    Abgrenzung und Innovation gewollt waren, der Apple-Fanboy bei
    Starbucks als gern bemühtes Gegenklischee

    Aber vielleicht werde ich auch nur langsam alt :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *