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Mein Ökonomisches Prinzip in der Makrofotografie

Aus wenig viel machen, mit einer günstigen Ausrüstung, und den natürlichen Gegebenheiten, die man vor der eigenen Haustür vorfindet, das maximal mögliche Bildergebnis erzielen,-so oder so ähnlich kann ich eine meiner Motivationen in der Makrofotografie umschreiben.

Die Natur

Manchmal bin ich wirklich überrascht, mit welchen Bildern ich nach Hause komme, wenn man bedenkt, dass ich wahrlich in keinem Naturparadies wohne, aber das tun wahrscheinlich die wenigsten. Ferne Reisen an den Amazonas oder nach Patagonien sind aus verschiedenen Gründen nicht möglich, wo alleine durch die Artenvielfalt und die Vegetation weit mehr Möglichkeiten für interessante Bilder da sind, als vor meiner Haustür.

Trotzdem oder gerade darum muss ich mich mit den Gegebenheiten, die mir die Natur hier bietet, mehr und Intensiver auseinandersetzen. Die Wege zu den lohnenden Makromotiven werden länger, und wenn man dann das besondere Motiv gefunden hat, so muss ich mich schon deshalb länger mit dem Motiv befassen, weil ich nicht weis ob um die nächste Kurve mir wieder so eine Gelegenheit bietet.

Die Technik

Ich fotografiere durchwegs mit teilweise 25 Jahre alten manuellen Objektiven, die nur einen Bruchteil dessen kosten, was man für ein modernes Autofokusobjektiv bezahlen muss. Dieses Altglas benutze ich nicht nur aus Überzeugung wegen der Haptik und der noch immer ausgezeichneten optischen Qualität, sondern natürlich auch, weil sie günstiger sind.

Natürlich würde ich mich über ein tolles Neues Autofokus Makroobjektiv freuen und auch gerne damit fotografieren, aber hier greift bei mir im Moment der Homo oeconomicus. Und das es auch mit wenigen technischen Mitteln möglich ist in die Makrofotografie einzusteigen, habe ich schon in einigen Artikeln gezeigt:

  • Der Einstieg in die Makrofotografie mit einem 135mm Objektiv und Zwischenringe
  • Natur Shooting mit dem Objektiv-Vivitar 135mm 2,8
  • Low Budget Ausrüstung-Für Einsteiger in die Makrofotografie

  • Für mich ist es auch nichts Besonderes wenn einer mit einer zig tausend Euro/Dollar teuren Ausrüstung und einem 10 Mann starken Team ein Bild oder Video umsetzt und dann, welch ein Zufall, ist es auch noch halbwegs gut geworden. Das ist meiner Meinung nach einfach Standard, das muss bzw. sollte man doch erwarten bei so einem Aufwand. Denn wenn das eigene fotografische Wissen/Können einen gewissen Grad erreicht hat, währe alles andere einfach nur traurig.

    Mich faszinieren Menschen/Fotografen aber viel mehr, bzw. ihre Bilder, die mit wenigen Mitteln etwas Großartiges schaffen. Die fehlendes Equipment und finanzielle Mittel mit Leidenschaft und viel Engagement wegmachen. Diese Bilder/Videos sollte man zeigen und unterstützen und denn Einsteigern vermitteln, dass dies die richtige Richtung ist.

    Seit ich dieses ökonomisches Prinzip in der Makrofotografie verfolge, habe ich für mich, sehr große Schritte getan. Ich habe so viel mehr über Bildkomposition und das Licht gelernt, wie noch nie. Eben weil ich mich durch die Beschränkungen der Ausrüstung und der Natur, mehr mit dem Motiv und dem vorhandenen Licht auseinandersetzen musste.

    Mir geht es jetzt auch nicht darum, zu sagen, dass dies der einzige richtige Weg ist, um in der Makrofotografie weiter zu kommen. Es ist einer der richtigen Wege für mich, und ich kann und werde darüber in diesem Fotografieblog berichten und diese Erfahrungen weitergeben.

    Und hier nun vier Makrobilder mach meinen Ökonomischen Prinzip:

    your site


    garden light


    flowerflower


    blaue fühler

    Soweit meine Gedanken zu diesem Thema! Und wie ist eure Meinung dazu?

    7 Kommentare

    1. Hi!

      Genau meine Gedanken. Mit wenig Ausrüstung und Möglichkeiten viel darauß machen. Gerade bei mir so, weil es bei mir einfach nicht möglich ist, mir ein 1000 Euro Objektiv zu kaufen. Mein Schüler-Budget lasst das einfach nicht zu. Das ist auch dass, was mir mein Vater immer sagt, überleg nicht mit was du fotografierst, sonder was du Fotografierst. Heutzutage ich (fast) jede DSLR gut genug um grandiose Fotos zu machen.
      Ich würde mich übrigens einmal verdammt auch einen Skype-Chat oder sowas mit dir freuen. Vielleicht geht sich da ja mal was aus.
      Grüße aus Graz,
      Flo

      PS: Würde es einen Flattr Button geben, dann wäre jetzt der Moment in dem ich ihn drücken würde.

    2. Die Fotos schauen echt gut aus – und deinem ökonomischen Prinzip stimme ich auch zu.
      Es ist mit einer besseren Ausrüstung aber leichter, gute Fotos zu machen. Das gleiche gilt auch für Bildbearbeitung, mit Photoshop ist es um einiges leichter gut aussehende Fotos zu machen.

      • WojciechPischinger

        Lieber Sebastian!
        Mit einer sehr teuren fotoausrüstung läßt es sich gewiß m a n c h m a l bessere fotos machen.Typisches beispiel ist die Situation in fast allen wiener Museen wo Du zwar fotografieren darfst aber bitteschön ohne Stativ und ohne Blitz…Hier lohnt Einsatz einer Nikon D3s wirklich denn manchmal brauchst Du ISO2000, 4000 oder noch höher.anderseits ist es einfach deutlich schwieriger mit einem Pixelmonster wie die (noch teurere)D3x wirklich scharf abzubilden wenn du von Hand knipst.Mit grosser Verwunderung las ich in Digital PHOTO 08/10 einen mit vielen Bildern versehenen Artikel über den berühmten Fotografen M.Baumann der dort offensichtlich für seine Fotoseminare warb. Verdutzt sah ich den Meister in einem Studio als er mit der 24mPixel kamera und einem
        nicht stabilisierten Tele das Model ablichtete. die Kamera war “tethered” – er konnte also das Ergebnis direkt auf dem riesigen LCD seines Computers betrachten -wozu lag da noch im studio eine Hoodloupe ?Noch dazu stieg er beim schießen auf den Zehen in die höhe- etwa um einen stabilen Stand zu erreichen? Sollen wir Amateure wirklich S O die Fotografie
        von ihm lernen?will meinen:manchmal ist eine billigere Kamera die bessere Wahl. Und nicht alles was die Fotoikonen machen ist zwangsläufig optimal…

    3. Deinem ökonomischen prinzip finde ich für der einstieg in der makro fotografie genau dass richtige,
      Wie du schon weißt hab ich zwei von dir empfohlene Objektiven schon gekauft, und das für schlappe 140€ und bin durch aus hochs zufrieden mit beiden.
      Da bleibt geld über für die andere wichtige dinge in leben ;-)

    4. Eines darf man auf keinen Fall vergessen: Selbstbeschränkung führt immer wieder zwangsläufig zu neuen Herangehens- und Sichtweisen. Es erweitert schlicht und einfach den Horizont. Dabei ist es letztendlich egal, ob man eine teure Ausrüstung mit sich herumschleppt oder bewusst nur ein Objektiv mitnimmt und versucht damit das Beste aus jeder erdenklichen Situation zu machen. Sicherlich mag es einfacher sein, mit einer teuren Ausrüstung bessere Aufnahmen zu machen, aber lernt man so seine Kamera und die vorhandenen Objektive, Filter und den Umgang mit diesen besser kennen? Ich denke nicht.

      Darüber hinaus ist der ökonomische Einstieg in ein neues fotografisches Thema immer die bessere Wahl für den ohnehin schon andauernd vom Zubehör verführten Geldbeutel.

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