Schärfe Ebenen in der Makrofotografie und das manuelle Scharfstellen

Wohl in jedem Fotografiebuch steht es geschrieben, die Augen müssen immer scharf sein. Dies gilt nicht nur in der Porträtfotografie, sondern auch bei Insekten in der Makrofotografie. Auf einer Seite stimmt es ja, aber auf der anderen Seite lässt sich genau mit dem Bruch dieser Regel wunderbar Experimentieren und Gestalten.

Um aber zb. mit solchen Schärfenebenen zu spielen, ist es in der Makrofotografie unbedingt notwendig manuell scharf zu stellen. Denn ein Autofokusobjektiv würde blitzschnell die verschiedenen Schärfebenen durchfahren und auf den gewählten Punkt scharf stellen.

Deshalb mein Tipp in der Makrofotografie: Verwendet ein manuelles Makroobjektiv oder stellt bei eurem Autofokusobjektiv den Autofokus einfach ab.
Es ist ein vergnügen durch den Dreh am Scharfstellring die verschiedenen Schärfeebenen durchzufahren, und so, diese Regel zu brechen und eventuelle eine interessantere Bildkomposition zu finden.

Wie das in meinem Sucher aussieht, wenn ich mit der manuellen Fokussierung die Schärfeebenen durchfahre, zeige ich euch in diesem kleinen Video (Panasonic Lumix G2 und Nikon Micro 200mm 4.0):

Und hier nun die drei verschiedenen Schärfeebenen der Libelle aus dem Video:

libelle vordere schärfe ebene

libelle mittlere schärfe ebene

libelle hintere schärfe ebene

Speziell bei den beiden Bildern, wo nur die hintere Flügelspitze bzw. die Vordere scharf ist, sieht man sehr schön, dass der Bildbetrachter trotzdem erkennt, dass es eine Libelle ist.
Noch ein mal: Zum Finden der optimalen Bildkomposition kann ich euch nur dazu raten, euer Motiv von vorne bis hinten mit der Schärfeebene durchzufahren. Und das nicht dem Autofokus zu überlassen!


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7 Gedanken zu „Schärfe Ebenen in der Makrofotografie und das manuelle Scharfstellen“

  1. hallo manfred,

    die veränderung der bildwirkung durch die verschiedenen schärfeebenen ist schon enorm, deine videopräsentation verdeutlicht das sehr anschaulich.
    ich mag das spiel mit der knappen schärfe, dadurch bekommt so ein makro viel mehr aussagegraft und intensität.

    lg appel

  2. ganz klare sache. manuell fokussieren. nur habe ich dann meisten das problem, dass mein motiv nicht so lange die nerven behält und sitzen bleibt, bis ich es entsprechend fokussiert habe. 😀

    das ist ne echte nerven- und technikfrage. nicht zuletzt, ohne stativ, eine frage der atemtechnik. ich bin oft völlig aus der puste… haha

  3. Gibt es Tipps, Tricks oder Kniffe, um die gewünschte Schärfeebene schneller zu finden, den gerade Insekten, Spinnen und Co sind nie ruhig zu bekommen.

    Wie hast du das bei der Libelle gemacht?

    1. Um das, dem Fotografen zu erleichtern, hatten früher die Makroobjektive zb. eine Entfernungsskala Eingraviert. Mit dieser und einer ungefähren Schätzung wie weit das Motiv von der Kamera entfernt ist, lässt es sich sehr leicht, schnell und zügig scharfstellen.

      Dh. zb. bei einem sich bewegenden Käfer auf einer Blüte, suchst du dir anhand der Entfernungsskale den scharfen Bereich und nur in diesem kleinen Bereich bewegst du den Scharfstellring hin und her. Eventuell könntest du ach in diesem Schärfebereich Vorfokussieren.

  4. Schon seit einigen Jahrzehnten fotografiere ich Nah – und Makroaufnahmen. Meine Hauptmotive sind Blumen, Pilze, Mineralien und Tiere. Seit der digitalen Fotografie wieder häufig, da ich bei diesen Aufnahmen viel Film verbraucht habe. Makroaufnamen definiere ich als Aufnahmen, bei denen der abgebildete Gegenstand kleiner als das Aufnahmeformat ist und trotzdem auf dem Film bzw Chip formatfüllend abgebildet wird. Wichtig: erst die Schärfeebene festlegen – bei Pilzen etwa 1/3 der Gesamtentfernung Hutrand – Mitte Stiel vom vorderen Hutrand aus -, dann abblenden und auslösen. Ich nehme bei statischen Motiven immer das Stativ und die kleinste mögliche Blende. Bei Tieren muß man vorher die Schärfeebene festlegen und auslösen, wenn der Schmetterling z.B. gerade das Format ausfüllt. Aber nur allzuoft habe ich schon unscharf verbogene Flügel des im Moment des Auslösens wegfliegenden Tiers bekommen.

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