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Streiflicht und Gegenlicht in der Makrofotografie

Oh mein Gott, zuerst bin ich der Blümchen-Fotograf und jetzt werde ich auch noch der Libellen-Fotograf! Nein Spaß beiseite, an diesem Tag (gestern) waren die Libellen auf dem Retourweg meiner Fototour, doch sehr zahlreich und zu meinem Glück haben sie sich auf guten Plätzen niedergelassen.

Nun aber möchte ich euch einen Tipp geben, wie man Motive in der Makrofotografie besser bzw einfacher mit verschiedenen Lichtsituationen bemerkt und diese auch optimal mit dem vorhandenen natürlichen Licht in Szene setzt.


Wenn die Sonne schon etwas tiefer steht und man um diese Zeit auch mit dem besten Licht rechnen kann, bei mir ist es jetzt so ca. von 19:00 Uhr bis 19:45 Uhr, dann solltet ihr der Sonne entgegen gehen. Dh. ihr solltet eure Route so wählen, dass ihr die Sonne immer vor euch habt.

Denn dadurch gibt es speziell in der Makrofotografie für euch nun folgende Möglichkeiten:

lichtsituationen in der makrofotografie


Denn Bereich vor dem Motiv, sodass ihr die Sonne im Rücken habt, ist für eine interessante Lichtsituation meine Meinung eher suboptimal. Obwohl die Sonne um diese Tageszeit nicht mehr ganz oben steht, wie zb. zu Mittag, ergibt diese Sonne im Rücken ein eher flaches und eindimensionales Licht. Und das ist eigentlich genau das was wir in der Makrofotografie vermeiden wollen!
Wenn ihr euch aber vor dem Motiv befindet, der Sonne entgegen, dann solltet ihr euch in einem Halbkreis um das Motiv bewegen. Denn so habt ihr erstens die Möglichkeit euer Motiv von allen Seiten zu beobachten. Und zweitens könnt ihr euer Makromotiv so ein Seiten/Streiflicht oder eben ein Gegenlicht verpassen.

Beim Seiten bzw. Streiflicht wird das Motiv durch das Licht, Dreidimensionaler und es bekommt mehr Tiefe.


Beim Gegenlicht werden die Konturen bzw. die Silhouette mehr betont.

Und genau das wollen wir ja in der Makrofotografie, wir wollen mit dem natürlichen Licht das Motiv optimal in Szene setzen. Die beste Bildkomposition und die beste Schärfe werden aus einem Bild kein tolles Bild machen, wenn das Licht flach, fade und eindimensionale ist.

Und hier nun 3 Bildbeispiele, die zeigen, wie ein Seiten/Streiflicht und ein Gegenlicht in der Makrofotografie aussehen könnte:

libelle im gegenlicht


libelle im streiflicht


libelle im seitenlicht

Es ist für mich nicht leicht, ein so doch komplexes Thema, in Textform zu erklären. Ich hoffe man versteht halbwegs, was ich meine!? Wenn etwas unklar ist oder ihr Fragen dazu habt, dann einfach rein damit in die Kommentare.

9 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    Danke für den interessanten Beitrag. Es ist immer wieder spannend welche Gedanken man sich zu so einem Thema machen kann. Ich hab wieder etwas gelernt und werde bei den nächsten Makroaufnahmen an dich denken.

  2. Mitleser

    Hallo,

    wirklich sehr gelungene Bilder. Sehr tolles Licht. Was mich persönlich interessieren würde ist, wie du die Belichtung deiner Kamera einstellst. Welche Messart nimmst du? Spotmessung? Misst du direkt die Libelle an, oder vorher die Blume? Oder probierst du es vorher manuell, um dann bei der Libelle alles bereit zu haben?

    • Zu 99% verwende ich die Mittenbetonte Belichtungsmessung. Die Einstellungen mache ich erst wenn ich bereits meine Position vor der Libelle eingenommen habe, wichtig ist hier, das man das Motiv zb. im Liveview kontroliert.
      Denn nicht selten verlangen solche Lichtsituationen -2 oder +2 Lichtwerte an Korrektur!

  3. Halten die Libellen so lange still, dass du dich mit Stativ positionieren kannst?
    Mir kommen Libellen meist eher nur hektisch vor die Linse, und bei Bienen & Hummeln hatte ich bisher auch noch keinen Erfolg – die sind noch zu schnell fuer mich ;)

    • Da ich gestern erst eine ähnliche Frage per Email beantwortet habe, werde ich deine Frage mal mit dieser Antwort beantworten:

      Also ich versuche es mal:

      • Ganz wichtig ist dabei die Tageszeit, den Insekten und speziell die Fliegenden, sind zb. am frühen Morgen oder am späten Nachmittag nicht so Aktiv wie am Rest des Tages. Dh. sie bleiben an den Pflanzen länger ruhig sitzen, sie tanken dann noch die letzten oder die ersten Sonnenstrahlen. Das ist dann die beste Zeit um die fliegenden Insekten zu fotografieren.
      • Ich warte nicht auf die Libellen und ich sitze auch nicht an, wenn ich auf meinem Weg eine Libelle sehe, pirsche ich mich langsam an und mache dann mein Bild. Libellen haben die Eigenart, wenn sie sich von dir bedroht fühlen und sie weg fliegen, dass sie dann meistens wieder auf den gleichen Platz zurückkommen.
      • Wenn du dich an die Libelle annäherst, dann langsam und ohne ruckartige Bewegungen. Und versuche auf der gleichen Höhe, wie die Libelle sitzt, zu sein, nicht von oben herab und nicht von unten nach oben fotografieren!
  4. Mitleser

    Also ich habe heute Nachmittag eine Libelle gesehen, aber die wollte nicht landen. Das die Libellen wieder kommen, kann ich bestätigen. Wenn man genau drauf achtet, fliegen sie immer ein und die selbe Route ab. Mit etwas Geduld erkennt man dann die Stellen an denen sie länger verweilen. Aber danke für den Tipp, dass sie am frühen Morgen träger sind. Werde ich bei Gelegenheit mal beobachten. Leider scheint es bei mir in der Nähe nicht so viele Libellen zu geben. ;-)

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