Raus aus der Komfortzone

Der technische Aufwand für meine Bilder ist eigentlich sehr klein, eine Kamera, ein Objektiv, ein Stativ und hin und wieder einen kleinen Reflektor. Ich fotografiere also im Prinzip mit sehr minimalen Aufwand. Wo ich aber einen immensen Aufwand betreibe, ist zb. bei der Zeit, die ich mir für das Suchen des Motiv nehme, oder bei der Länge der Wanderung durch die Natur, oder eben wie lange ich mich mit dem Motiv, dem Hintergrund und ganz besonders mit dem Licht auseinandersetze.

Und hier gehe ich mit mir selbst sehr gnadenlos um, ich nehme auch immer öfters schwierige Wege auf mich, bei einer Affenhitze wie im Moment gerade, aber auch bei Minusgraden und Eisregen, wo jeder normale Mitteleuropäer zu Hause vor dem Ofen mit einer Tasse heißen Tee sitzt. Und obwohl ich ein leidenschaftlicher Fotograf bin, an manchen Tagen, wenn das Wetter wirklich sehr unangenehm ist, muss ich mich auch stark zusammen reißen, dass ich meinen Hintern hoch bekomme. Es währe doch so viel gemütlicher, vor dem PC zu sitzen und in Twitter oder Facebook über Fotografie zu posten!

Ich behaupte mal das meine Bilder ohne diese Anstrengungen, nicht so währen, wie sie eben sind. Von nichts kommt nichts. Ohne den Einsatz würde ich niemals diese Motive finden, könnte ich nicht das natürliche Licht so einfangen und auf keinen Fall könnte ich meine Bilder so komponieren. Und mit jeder Anstrengung, mit jeder Fototour, die ich unternehme, lerne ich etwas dazu. Meine Erfahrung mit verschiedenen Lichtsituationen wird größer, ich lerne Probleme mit dem Hintergrund zu lösen usw.
Es gehört schon ein gewisser Biss dazu, bei jedem Wetter raus fotografieren zu gehen.

Aber glaubt mir es, lohnt sich, das Licht ist immer anders, bekannte und oft fade Landschaften sind plötzlich sehr attraktive Motive, durch ein schlechtes Wetter, einen zugezogenen Himmel oder durch einen starken Sturm kann sich alles ändern, auch unsere Wahrnehmung. Wer solche grandiose Situationen nicht fotografisch einfängt, verpasst etwas und ist selber schuld.

Hier mal ein Beispiel:
Bei diesem Bild musste ich in eine mit Wasser gefüllten Senke klettern und dort bin ich dann ca. 20 Minuten knöcheltief im Schlamm gestanden, denn nur in diese Position und in dieser Senke war eben genau das Motiv mit diesem wunderbaren diffusen Licht. Ohne diese Anstrengungen und Mühen währe es mir nicht möglich gewesen dieses Bild so zu fotografieren.

flower in the light

Alleine, wenn ich daran denke, was ich in den letzten Jahren alles über schwierige Lichtsituationen gelernt habe, hat es sich schon ausgezahlt, dass ich hier so zäh war. Denn wenn man bei wirklich fast jeden Wetter draußen ist, muss man sich einfach mit diesen auseinandersetzen, speziell im Wald fand ich des Öfteren solche extremen Licht- und Kontrastunterschiede vor, dass hier jede noch so tolle Kamera einfach ausgestiegen ist.

Deshalb musste ich mir hier einfach die Lösung immer selbst erarbeiten, manchmal war das aber zermürbend, denn ich wollte eigentlich nur fotografieren, und nicht immer eine Doktorarbeit verfassen. Aber es gehört dazu, es ist einfach ein Teil des Lernprozesses, und am Ende des Tages haben sich die Mühen meistens gelohnt.

Was ich aber eigentlich mit diesem Artikel sagen wollte, ist Folgendes: Man muss schon bereit dazu sein, seinen Einsatz zu erhöhen, wenn man sich weiter entwickeln will! Denn auch in der Fotografie gilt: Ohne Fleiß kein Preis.


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9 Gedanken zu „Raus aus der Komfortzone“

  1. Tja, du hast es auf den Punkt gebracht ! Den inneren Schweinehund immer wieder aufs Neue zu überwinden, um sich aufzuraffen bei jedem Wetter rauszugehen und Fotos zu machen ist sehr schwierig, da habe ich auch so meine Probleme damit 😉 Aber die Ergebnisse sprechen für sich, so das sich der Aufwand dann letztendlich doch immer wieder lohnt.

  2. Stimme zu, vor dem Preis kommt der Fleiß.

    Man darf nur nicht glauben, dass ein Bild automatisch gut wäre, weil man viel Arbeit reingesteckt hat.

  3. Kann mich den vorherigen Kommentaren nur anschliessen. Find das Bild sowohl von den Farben als auch Gestaltung optimal und, was mir dann immer noch gut gefällt, es ist schlicht. Dies ist aber dann meist auch sehr übel, da jemand, der schon ähnliches versucht hat abzulichten, den Aufwand kennt. Andere Zeitgenossen (manchmal auch Experten genannt) es vielleicht (wenn man Glück hat) mit „Blümchen“ abtun und zum nächsten Bild gehen. Aber wie schon erwähnt, ich find´s sehr gut.

  4. schoen dass du und einige solchen einsatz bringen. ich bin da mehr auf der faulen seite und bei schei$-/heiss-wetter geh ich gleich gar nicht raus. frueh morgens; gut fuer die makrofotografie; haelt mich mein bett mit aller gewalt fest…ob das daran liegt dass ich meist viel zu spaet ins bett gehe ?
    dafuer nehme ich mir mein licht mit….in form von reflektor, blitz und slaveblitzen. damit bleibt einem so einiges erspart
    OK solche “Blümchen” sind auch nicht unbedingt mein hauptmotiv, da diese ja auch nicht „davonrennen“, kann man auch den blumentopf gut zurechtruecken um einen geeigneten HG mit passenden lichteinfall zu finden 😉
    jedoch verharre ich gerne mal bis zum kinn in einem bach um eine wuerfelnatter wildlife abzulichten, was in griechenland bei hitze sogar sehr angenehm ist und krieche durch manche dornige buesche um eidechsen und froesche ablichten zu koennen

    gruss
    reinhard

    1. danke Sam…klappt ja hervorragend
      (und falls jemand fraegt wo ich die tolle brille her habe…war ne beilage in National Geographic um 3D Bilder des Mondes anzugucken)

      @Manfred…sorry wegen dem off-topic

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