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Pro Liveview und Pro Drehbares Display bei Digitalkameras

Ein heller und 100% anzeigender Sucher in aller Ehren, aber nichts stellt so präzise und schnell scharf als ein Liveview System. Mit Liveview ist es über das Kameradisplay möglich Millimeter genau den Schärfepunkt, bzw. bei einer 10 fach Vergrößerung noch genauer, auf den gewünschten Bildteil zu legen, und dann entweder selbst darauf scharf stellen oder eben scharf stellen lassen.
Warum es hier bei einer automatischen Scharfstellung durch den Autofokus durch den Sucher zu Problemen kommen kann, möchte ich euch nun zeigen.
Als Beispiel:

autofokus scharfstellpunkte


Wenn ihr eine DSLR besitzt und euch hier ein besseres Modell geleistet habt, zb. ab einen Gehäusepreis von € 1300.- dann könnt ihr wie auf dem Bild oben zu sehen auf 51 Messfeldern (zb. Nikon D300s) zurück greifen.
Dann habt ihr Glück, denn dann könnt ihr auf 51 mögliche Autofokusfelder fokussieren lassen, dh. dann wenn euer Motiv durch einer dieser Messfelder verläuft wird auch zuverlässig vom Autofokus darauf scharf gestellt.
In der Makrofotografie kommt es aber vor, das die bildwichtigen Details, die ihr scharf haben wollt, zwischen diesen AF-Punkten liegen können. -Wie zb. auf dem Bildbeispiel oben, wo ich die Spitze des roten Stiftes scharf haben wollte.- Der Autofokus kann also nun, nicht exakt die Schärfe dort platzieren, wo ihr sie haben möchtet, sondern immer nur daneben. Nun würdet ihr 2 Möglichkeiten haben:

  1. Ihr schaltet den Autofokus aus und fokussiert manuell. Wenn aber nun die vorhandene Lichtsituation schon nicht sehr gut ist und ihr euer Objektiv etwas abgeblendet habt, zb. auf blende 8 oder 11, was in der Makrofotografie ziemlich oft vorkommt, ist euer Sucher spätestens jetzt doch sehr dunkel. Und hier nun Millimeter genau scharf stellen ist dementsprechend schwer und kann oft zum Glücksspiel werden.
  2. Den Kugelkopf lösen und die Kamera so schwenken, damit eines der AF-Felder über der Spitze des roten Stiftes ist, damit der Autofokus darauf scharf stellen kann, und dann die Kamera wieder zurück schwenken, und den Kugelkopf wieder fixieren. Was aber dabei passiert ist Folgendes, man muss wieder seine ursprüngliche Position finden, dort wo man ja bereits die Bildkomposition eingestellt hat, und spätestens hier fängt ihr euch zum Ärgern an, denn die gleiche Position wie vorher auf Anhieb zu finden ist fast unmöglich-einfach ein unnötiger Mehraufwand.

Gerade zu ein Vergnügen dazu ist es mit der Liveview Funktion bei solch einer Situation auf die rote Stiftspitze scharf zu stellen. Einfach das Rechteck über den roten Stift legen, dann manuell oder per Autofokus extrem Präzise scharf stellen und Auslösen. Und die Kamera wird keinen einzigen Millimeter von der Ursprünglichen Position verändert.

scharf stellen mit liveview


Zwar wird auch das Display bei Liveview bei schlechten Lichtverhältnissen dunkel, hier kann man sich aber wunderbar mit der Display Helligkeit aushelfen, und diese heller drehen.

Sitzen statt knien-das Schwenk- und drehbare Display.

Man muss wohl vorher jahrelang auf dem Bauch und den Knien fotografiert haben, um ein Schwenkbares Display richtig schätzen lernen zu können. Aber bitte nicht falsch verstehen, ich rede hier nicht von den Makrofotografen die wie ein Biene von Blüte zu Blüte hüpfen und da versuchen mit ihrem ultraschnellen Autofokus mit 6 Bildern pro Sekunde und einem stabilisiertem Makroobjektiv, mal schnell einige Makrobilder zu schießen.

Sondern ich rede hier von den Makrofotografen, die sich langsam und mit viel Ruhe in der Bildkomposition, dem Motiv nähern und sich auch damit beschäftigen und fotografisch auseinandersetzen.
Denn diese werden wohl eher wissen was ich meine, wenn ich sage, dass es nicht wirklich lustig ist, wenn man stundenlang auf den Knien unterwegs ist, oder im schlechtesten Fall sogar auf den Bauch muss, um endlich einen Blick durch den Sucher oder den Winkelsucher werfen zu können.

Als ich noch mit der Olympus E30 fotografierte, habe ich es genossen auf einem Klappsessel zu sitzen und in aller ruhe und ohne Knieschmerzen, das Bild auf dem drehbaren Display zu betrachten. Man könnte in dieser recht gemütlichen Position stunden verbringen, und um so besser, stunden sich recht entspannt mit dem Motiv befassen.

Nun mit der Canon 50D habe ich leider kein drehbares Display, ich dachte zuerst das Ich das irgendwie mit dem Winkelsucher halbwegs ausgleichen kann. Doch weit gefehlt, ich krieche wieder auf dem Bau herum, oder auf den Knien, es muss wieder eine Kamera her mit Schwenkbaren Display. Was ich aber immer noch nicht verstanden habe, ist, warum einige Hersteller in diesem Fall Canon komplett darauf verzichtet ein solches Display in seine Kameras zu verbauen?

Das Argument, das es ein bewegliches Teil ist und dadurch zu Beschädigungen kommen kann, in dem das Display abbricht, lasse ich nicht gelten. Selbst absolute Profigehäuse wie eine Olympus E3, ist es fast unmöglich das das Display im geschlossenen Zustand beschädigt wird, auch nicht als sich der Olympus Typ mit seinem ganzen Körpergewicht auf die E3 stellte!

Und warum einige Naturfotografen noch immer meinen sie brauchen kein drehbares Display, verstehe ich auch nicht richtig. Als Beispiel:

  • Wenn ich ein Drehbares Display habe, brauche ich zb. bei Landschaftsaufnahmen, das Stativ nicht bis auf Augenhöhe auszufahren, was wieder der Stabilität des Stativ unterstützt.
  • Wieder das Stativ-Man könnte dadurch ein Stativ kaufen, das zb nur bis 150cm maximale höhe auszufahren ist, dafür aber stabiler oder eben billiger beim Kauf ist.

Ich habe versucht hier nur mal ein paar Dinge zu streifen, warum man sich in der Makrofotografie unbedingt eine Digitalkamera kaufen, sollte die eine Liveviewfunktion und ein Dreh- und schwenkbares Display haben. Durch diese beiden Funktionen wird so, meiner Meinung nach in der Makrofotografie ein so viel schöneres, bequemeres und präziseres Arbeiten erst möglich.

Also deswegen: PRO LIVEVIEW und PRO DREHBARES DISPLAY bei DIGITALKAMERAS.

11 Kommentare

  1. Sam

    Zwei Anmerkungen:

    1)
    “[...] Objektiv etwas abgeblendet habt, zb. auf blende 8 oder 11, was in der Makrofotografie ziemlich oft vorkommt, ist euer Sucher spätestens jetzt doch sehr dunkel”

    Das liegt daran, dass du vollmanuelle Objektive benutzt. Normalerweise (also mit moderner Technik sie sie seit ein paar Jahrzehnten üblich ist) blendet das Objektiv erst dann ab, wenn das Foto gemacht wird, vorher bleibt die Blende zur besseren Sicht ganz offen.

    Und 2) wollte auch ich für solche Fälle ein externes HDMI-Display vorschlagen, wie es sie zB von CoolLCD oder Ikan View gibt.

    • @Sam, Bei Punkt 1) meinte ich, das ich bei meinem Liveview immer eingestellt habe das, das Display in Echtzeit die Belichtung anzeigt usw., das kann man an auch deaktivieren, dann bleibt das Display immer gleich hell, egal was man einstellt.
      2) Thx für den Tipp mit den Monitoren, sind zwar etwas teurer, aber machen einen soliden Eindruck.

  2. Matthias

    Hallo Zoomboy und alle anderen Foto-(Fan)boys,

    ich will mich mal der Meinung “ProLiveView” anschließen. Seit dem Kauf meiner Alpha 500 (mit LiveView) möchte ich das Gedöhns nicht mehr missen. Man stellt die Kammera auf die Straße, Display nach oben und schon hat man Aufnahmen aus ganz anderen Perspektiven. Einfach traumhaft. Letztes Weihnachten zum Scalakonzert aus den hintersten Reihen über Kopf fotografiert, das war eine Welt. Auch Stativaufnahmen per LiveView ein Gedicht. Bevor ich hier noch mehr ins Schwärmen komme, fotografiere ich noch ein bisschen (mit LiveView).

    @zoomboy Deine Seite und Deine Inhalte sind einfach Top. Du hast mit Abstand das beste (Foto-) Blog im Universum mit den besten Themen. Weiter so.

    • hallo Alex,

      der tipp ist von mir und ich hab es im einsatz.
      da schon etwas zeit verstrichen ist, kann man meine gekauften artikel bei ebay nicht mehr aufrufen, aber mit der suche der bezeichnung (bei auslaendischen ebay-seiten) wird man mit den angegebenen preisen fuendig (kommt eh alles relativ flott aus china ;-)

      gruss
      reinhard

  3. Wojciech Pischinger

    Lieber Manfred, das Problem mit Liveview liegt hauptsächlich in der Tatsache ,daß immer noch eine Großzahl der “Profis” das Livewiew selbst für Schnickschnack hält !Diese Leute glauben immer noch ,ein Schnittbildindikator wäre DIE Methode schlechthin um scharfzustellen…da kann man nur ratlos sich am Kopf greifen!Erst wenn sie alle die Möglichkeiten von Liveview begreifen und das Zubehör dazu kennen(vor 1 Jahr wußte KEINER der wiener Fachhändler was eine Hoodloupe oder LCVF oder ein Z-Finder ist!!!), kann man ihnen vielleicht beibringen, daß schwenkbares LCD mit Livewiew noch praktischer wäre…

    • Sam

      So sehr ich die Möglichkeit liebe, tief ins Bild zu zoomen und mit HoodLoupe gucken zu können, sollte man nicht vergessen, dass der AF der aktuellen DSLR bei LiveView noch(!) nicht mit dem normalen AF mithalten kann, und daher LiveView in Situationen, wo man auf den AF angewiesen ist, leider oft hinderlich ist.

      Da wird sich aber sicher noch einiges tun – ich denk da nur an die Hervorhebung der Fokussierten Bereiche bei einer der neuen Mittelformatkameras (war es die H4D?).

      • WojciechPischinger

        Sam,klarer Fall- ich hätte wohl dazu vermerken sollen:”meine Einschätzung gilt nur wenn ich zeit genug habe und vom stativ aus “Liveview-mäßig”manuell fokkusiere…wenn es bei mir schnell/s.schnell gehen muß, benutze ich auch bei Macros (horrible dictu!)den AF…

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