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Tamron 70-210 3.5 der Kracher

Am Abend zu geheimen Zeiten in geheimen Kellern wurden Informationen über Objektive, über gewisse Geheimtipp Objektive, weiter gegeben. Nein, Spaß beiseite, des Öfteren habe ich von einigen anderen Fotografen Diskussionen mit gehört, welches alte manuelle 70-210mm Zoomobjektiv denn nun das Beste sei?
Einige behaupten ja, das Vivitar 70-210mm 3.5 aus der Serie 1 ist eines der besten. Dieses Objektiv hatte ich ja selber und war auch sehr zufrieden damit. Nun habe ich aber seit ein paar Wochen ein Tamron SP 70-210mm 3.5, dieses Objektiv ist aus der SP Profi Linie. Es wurde von 1984 bis 1999 produziert.

Tamron SP 70-210 3.5

Beim SP 70-210 3.5 hatte Tamron damals alles Technisch mögliche versucht um die optische Leistung in diesem Preis- und Brennweitenbereich auf die Spitze zu treiben. Da sie hier auch die Makro- und die optische Leistung gegenüber dem Vorgänger erhöhen wollten, mussten sie die Verschiebe- und Schneckengangkonstruktion verändern.
Beim Tamron SP 70-210mm 3.5 ist es so, dass bei der Brennweite 210 der innere Tubus ganz zurückfährt und der äußere eine Art Sonnenblende ist. Nur dadurch konnte die Naheinstellgrenze beibehalten werden, dadurch ist der Schwerpunkt untypisch, aber extrem gut, ziemlich weit hinten, dh. in der Nähe des Blendenringes und des Kamerabajonett. Ein Nachteil dieses Konstruktion ist, dass nur die Original-Sonnenblende von Tamron passt!

Tamron SP 70-210 3.5 2

Der Scharfstellring lässt sich aber so was von butterweich drehen, dass es eine Freude ist, da macht das Fokussieren gleich doppelt so viel Spaß.

Tamron SP 70-210 3.5 3

Die Naheinstellgrenze bei 210mm ist 85cm. Damit kommt man auf eine Abbildungsmaßstab von 1:2,6 der aber natürlich zb. durch die Sensor bedingte Brennweitenverlängerung noch mal erhöht wird. Das Filtergewinde beträgt 62mm und das Gewicht ist 860g.

100% Crop und Beispielbilder

crop screen


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Hier ein Beispiel mit Blende 8 im Makrobereich.

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Hier ein Beispiel mit Blende 3.5 im Makrobereich.

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Und hier mal ein Bild mit dem Tamron SP 70-210 3.5 bei Blende 8 auf die Ferne. Scharf gestellt habe ich auf den orangefarbenen Bus. Das Bild ist unbearbeitet, nur in JPG umgewandelt. Achtung die Datei hat 11 MB: Bild mit Blende 8.

Mein Fazit des Tamron SP 70-210mm 3.5

Selten hat mir ein Zoomobjektiv so viel Spaß bereitet wie das Tamron SP 70-210mm 3.5. Es ist ein extrem gut ausbalanciertes Zoomobjektiv mit einem butterweichen Scharfstellring. Die optische Leistung ist für ein 70-210mm Objektiv sehr Gut, es putzt mein damaliges Vivitar 70-210mm 3.5 aus der Serie 1 weg, wie nichts. Die Makroleistung ist für ein Zoomobjektiv, ab Blende 5.6, von einem anderen Planeten.
Die Schärfe und Kontrastleistung ist 100% tauglich für die Makrofotografie.Scharf und mit einem sehr guten Mikrokontrast der, bedenkt man wann das Tamron gebaut wurde und das es damals noch Finanziell leistbar war, einfach ein Traum ist.
Und ist nun das beste manuelle 70-210mm Objektiv? Ich hatte nicht alle Objektiv die es in diesem Brennweitenbereich gegen hat, aber ich hatte nur die sehr Guten. Und ich sage: Ja, das Tamron SP 70-210mm 3.5 ist wohl das optisch Beste. Dieses Objektiv wird leider ziemlich selten Angeboten, der Preis liegt so zwischen € 70.- bis € 150.-.
Wenn ihr euch für diesen Brennweitenbereich interessiert und ihr auch hin und wieder ein Makrobild machen wollt, und manuell für euch kein Problem ist, dann kauft euch das Tamron SP 70-210mm 3.5 und staunt dann über eure Bilder.

20 Kommentare

  1. Frank

    Schönes altes Objektiv. Wenn meine doch nicht alle einen MD Anschluß hätten. Unendlich ohne Zusatzlinse geht an EOS leider nicht.
    Ein technischer Fehler ist Dir aber hier unterlaufen: “Damit kommt man auf eine Abbildungsmaßstab von 1:2,6 der aber natürlich zb. durch die Sensor bedingte Brennweitenverlängerung noch mal erhöht wird.”
    1 mm im Original auf 1 mm im Sensor ist 1:1. Wie groß der Sensor ist, spielt keine Rolle. Bei 6×6 geht nur mehr aufs Bild.
    Bei Macro ist bei langer Brennweite der Arbeitsabstand immer ein Argument. Ändert der sich bei gleicher Optik und unterschiedlicher Sensorgröße?

    • Frank, was ich meinte war, wenn man bei einer KB-Kamera (24x36mm) einen Abbildungsmaßstab von 1:2 hat, braucht man bei einer 16x24mm-Crop-Kamera mit Crop-Faktor 1.5 Abbildungsmaßstab 1:3 , um ein Objekt z.B. bei einem Postkartenformat-Druck gleich groß zu bekommen.

  2. karl

    interessant wäre der vergleich des tamron’s mit dem Sigma 75-200mm f2,8-3,5 Delta IV,
    ebenfalls ein “über-drüber objektiv” der damaligen zeit, fast einen kilo schwer, vollmetall, seidenweicher gang,
    verwende es auch heute noch recht gerne,
    mfg, karl

  3. Auf der großen Aufnahme kann man die chromatische Abberation erkennen, welche aber nicht stark ausgeprägt ist. Ich finde die oben gezeigten Aufnahmen beeindruckend! Müsste man nur noch mal in Originalgröße sehen..

    Gruß
    Ronny

  4. Guido

    Ich habe nach dem Lesen des Artikels nicht so ganz verstanden, was Dich nun an dem Objektiv begeistert? Laut den Crops (Danke dafür) liefert es erst ab f8 ein kontrastreiches, scharfes Bild. Das ist nicht so überragend. Und die Crops sind aus der Bildmitte, wo jedes Objektiv normalerweise seine beste Abbildungsleistung hat.

      • Guido

        OK, der Preisbezug kam bei mir nicht so rüber. Bei f8 sind ein Sigma 55-200/4-5.6 und ein Tamron 55-200/4-5.6 in der Abbildungsleistung vermutlich nicht schlechter. Die kosten neu nur 75 EUR. Für den noch niedrigeren Preis ist freilich die Mechanik nicht erstklassig und zumindest beim Sigma rotiert die Frontlinse.

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