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Hartnäckigkeit und Flexibilität in der Makrofotografie

Bei diesen Makrobild hat mich der abgebildete Käfer fast in den Wahnsinn getrieben. Ich wollte ihn unbedingt von der Seite fotografieren, da hier die Blütenblätter und das Licht optimal waren.
Wenn ich schon mal Insekten in der Makrofotografie auf einen Bild festhalte, dann will ich es immer so, als wenn das Insekt einen Ausdruck hat. So als würde das Insekt eine Botschaft an den Bildbetrachter senden, also am coolsten finde ich es immer, wenn die Insekten in die Kamera schauen oder ihr Körper in einer gewissen Stellung etwas erzählt. Oder besser gesagt, wenn eine Spannung da ist.
Also zuerst checke ich die Lichtsituation, von wo kommt das Licht, wie fällt das Licht auf die gesamte Szene. In diesem Fall auf die weißen Blütenblätter, und in welcher Höhe fotografiere ich die ganze Szene. Die Blende und Verschlusszeit Kombination ist ziemlich schnell gefunden und das Stativ richtig aufgestellt.

Da sich der Käfer immer etwas bewegt hat, musste ich die Schärfe immer etwas nachstellen. Also wie gesagt eigentlich wollte ich denn Käfer etwas von der Seite fotografieren. Aber der Käfer drehte sich immer mit dem Kopf/Gesicht immer zu mir, dh. in die Kamera. Nun gut also das Stativ wieder etwas nach links, und natürlich muss man wenn man die Position des Stativ ändert, die Kamera wieder komplett neu einstellen – die Schärfe, die Bildkomposition usw.


Dieses Spiel hat der Käfer ganze 20 Minuten mit mir gespielt, jedes Mal hat der Käfer sich gedreht und ich habe das Stativ nach gerückt und wieder hat der Käfer sich wieder gedreht usw.! Und glaubt mir nach 20 Minuten, dreht man schön langsam am Rad, normalerweise würde ich nun einpacken und meines Weges ziehen.

Aber ich wollte unbedingt das Bild. Nun gut, da ja der moderne Makrofotograf flexibel ist, habe ich nun umdisponiert. Ich dachte mir, nutze die Situation aus, und fotografiere doch den Käfer so, wie er will! Wenn der Käfer mir nun immer so demonstrativ den Kopf in die Kamerarichtung dreht, dann möchte er eben so fotografiert werden.

Und irgendwie sieht der Käfer auf dem Bild, wirklich so aus, als wenn er sich für die Kamera hingedreht hätte, einfach genial. Die Essenz aus diesem Bild ist: Dran bleiben, nicht aufgeben, hartnäckig sein und im richtigen Moment umdisponieren.

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