Objektiv Tair 11A – der Russische Panzer

Meine Schwäche für Alte Objektive dürfte ja dem einen oder anderen schon aufgefallen sein. Nun habe ich mir wieder einmal einen optischen Leckerbissen gegönnt. Das Tair 11A.

Objektiv Tair 11A

Das Tair 11A wurde in Russland gefertigt, und ist ein 135mm 2.8. Mit den 135er Objektiven habe ich ja schon einige Erfahrungen sammeln können, zb. mit dem Vivitar 135 und dem Pentacon 135 Preset.
Im Jahre 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel wurde das Tair 11 dem Fachpublikum vorgestellt und erhielt dort auch gleich die höchste Auszeichnung – den „Grand Prix“. Die Technischen Daten mit 4 Linsen in 3 Gruppen, einer Naheinstellgrenze von 1.2m können sich auch heute noch sehen lassen und einem Gewicht von 600g ist es für ein 135mm Objektiv ein richtiger Brocken.

Objektiv Tair 11A Front

Interessant auch die Geschichte mit dem Seriennummern des Tair 11A. Objektive mit der Seriennummer:

  • „000xxxxxx“ waren Prototypen und Testobjektive, und wurden eigentlich nicht offiziell Verkauft.
  • „00xxxxxx“ waren Reserviert für die Obersten Parteimitglieder und VIP´s.
  • „0xxxxxx“ waren für die Führenden Fabrik Mitarbeiter.
  • Seriennummern ohne Nullen am Anfang waren die Normalen Serienobjektive für den Handel.


Objektiv Tair 11A Größenvergleich zu 50mm Objektiv

Wenn man das Tair 11A das erste Mal in die Hand nimmt, denkt man sich, dass es aus dem vollen gefräst wurde. Denn selbst beim Scharfstellring, der normalerweise mit einem Gummi überzogen ist, haben sie die rillen einfach in das Gehäuse hinein gefräst, unglaublich!
Die Gebrauchtpreise für das Tair 11A liegen so bei ca. € 100.- bis € 150.-. Objektive im guten Zustand sind eher selten, werden aber auch hin und wieder mal Angeboten. Es gibt zwei Versionen, eine die scheinbar in der Tschechoslowakei gebaut wurde und eine die in Russland gefertigt wurde. Wenn die Möglichkeit besteht, würde ich euch die Version aus Russland empfehlen-erkennbar an dem gelben „CCCP“ Schriftzug.
Das Objektiv heißt eigentlich nur Tair 11, das A sagt aus das es zb. für den M42 Anschluss ist.

Objektiv Tair 11A - 20 Blendenlamellen

Was macht das Tair 11A nun so besonders gegenüber den anderen 135ern 2.8? Dieses Objektiv wird von Kennern immer wieder positiv erwähnt, wenn es um das Bokeh, einen harmonischen Schärfeverlauf und um eine ausgezeichnete Grundschärfe bei Blende 8-11 geht.
Dieses Objektiv ist eines der wenigen, das 20 Blendenlamellen hat, bei so einer Anzahl an Blendenlamellen, ist bei jeder Blendenstufe (Bild oben bei Blende 11) das Loch wirklich Rund. Da können selbst moderne und teure Festbrennweiten von heute, mit ihren angeblich 8 kreisrunden Blendenlamellen nicht mithalten.
Hier nun einige Bildbeispiele mit dem Tair 11A, und meinen Kommentaren dazu:
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Ich freue mich schon auf das Arbeiten mit dem Tair 11A. Auch wieder einmal Wunderbar, was man so für ca. € 100.- alles bekommt, wenn man sich nur auf das Abenteuer mit Manuellen Objektive an Digitalkameras einlässt.

  • Konstante Lichtstärke von 2.8
  • Verwendung von Panzerähnliche Material statt Plastik
  • 20 Blendenlamellen
  • Butterweiches manuelles Scharfstellen möglich
  • Festbrennweite

16 Gedanken zu „Objektiv Tair 11A – der Russische Panzer“

  1. Und genau das ist doch der Punkt, du hast jetzt ohne das du dein Bankkonto leer geräumt hast oder 15 Monate gespart hast, FREUDE am Arbeiten mit dem Objektiv und an den Ergebnissen. Und das mit einem 100.- Objektiv!
    Fotografen die mit alten Manuellen Objektive Arbeiten, lachen doch insgeheim, wenn bei ihren Bildern zb. bei Flickr oder Foren nachgefragt wird mit welchen Objektiv das gemacht wurde, wenn sie selber mit ihren Sauteuren Profilinsen, nicht zu solchen oder gar besseren Ergebnissen kommen 😉

  2. Ich habe mir auch schon überlegt, mir solche alten Objektive zu besorgen. Habe dann aber nicht wirklich gewusst ob es das richtige ist. Ich wollte z.B. ein Makro kaufen, habe dann aber gedacht, das ein neues Makro villeicht doch eine bessere Qualität hat und das es dann nur rausgehautes Geld ist. Mich würde interessieren wo du den Adapter für Canon (und um wie viel) gekauft hast und wo du die ganzen Gläser kaufst?

    Grüße
    Flo

    1. Also denn Adapter in meinem Fall- M42 auf Canon EOS, bekommst zu zb. bei Ebay um ca. € 10.- bis € 15.-
      Die Objektive kaufe ich im Fachgeschäft, Fotobörsen, Ebay.
      Bei denn neuen Makroobjektiven geht es meiner Meinung nach nur um den Autofokus, die Optische Qualität ist derartig eng beieinander, auch bei 20 Jahre alten Objektiven, das wir alle keine Unterschiede sehen werden.

      1. Ok, kann mir auch passieren das ich da einen vollkommenen Dreck kaufe? Sollte ich da auf irgendwas achten?

        Grüße
        Flo

        PS: Welches „alte“ Makro kannst du mir empfehlen?

        1. Kann dir das Voigtländer 100mm empfehlen. Ist nicht alt, hat sogar (Stangen)AF aber die Verarbeitung ist echt nicht toll (Joghurtbecher) – Optisch aber für rd 100€ top,und mit Vorsatzacromat Abbildungsmaßstab 1:1 (ohne 1:2)

        2. Wie der Daniel schon sagte, das Voigtländer (Joghurtbecher) ist schon mal nicht verkehrt.
          Also wenn es um Makroobjektive geht, da kannst du beruhigt sein, wenn das Glas selber noch in Ordnung ist, kannst jedes Makro nehmen. Es gibt keine wirklich schlechten Makroobjektive.
          Ich kann ja mal so eine „Makroobjektive-Empfehlungsliste“ in den nächsten Tagen veröffentlichen, wenn da von euch Interesse besteht?

  3. Schöner Beitrag. Macht Lust auf dieses Objektiv. Habe auch schon überlegt das Takumar 50mm 1.4 an meine d5 zu schrauben. Ich hätte da mal ne Frage. Welchen Adapter würdest Du für den russischen Panzer Tair an der d5 verwenden. Es werden welche angeboten … mit Blendenring und welche ohne. Welcher ist geeignet dafür? Gibt es eigentlich so etwas wie einen Adaptersatz, mit dem man alle Adapter für Canon hat? Falls mal wieder einem ein exotisch gutes Objektiv über den Weg läuft. Grüße und danke

    1. Bei der Canon 5D ist es empfehlenswert, mit dem Schnittbildindikator an Stelle des Autofocus zu arbeiten, da dieser wesentlich genauer ist. In diesem Falle kannst du nicht AF-konforme Adapter verwenden und Geld sparen. Ich arbeite immer mit chinesischen Adaptern (sowohl mit AF-Chip als auch ohne) und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Dies ist beim Tair 11 A kein Problem. Die Qualität des Tair 11 A ist herausragend !
      Anders sieht es beim Asahi 1,4 50 mm, einem absoluten Spitzenobjektiv, aus. Hier entstehen bei der 5D Probleme mit dem Spiegel, die nur durch Feilarbeiten zu lösen sind. Näheres siehe Digicamclub.

  4. Hallo Zoomboy !

    Habe mir ein „Jupiter 11A“ gegönnt , mit 12 Blendenlamellen , auch russisch . Ist zwar nur ein 4/135 , aber die vielen anderen 2,8/135 , bis auf ein paar Ausnahmen , muß man eh auf 1:4 abblenden damit sie scharf sind . Das Jupiter kann man offen benutzen .

    Tschüss sagt Wirkola

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