Fotografie beschäftigt mich. Fotografie ist meine Leidenschaft. In der Fotografie fühle ich mich wohl. Ich denke oft Fotografisch. Ich suche Fotografie in Büchern und im Internet. Ich rede gern über Fotografie. Ich für mich, bin Fotografie.
Vielleicht bin ich zu viel Fotografie?
Vielleicht sollte ich die Messlatte bzw. die Anforderungen die ich an mich selbst stelle und unbewusst an andere, wenn es um das Thema Fotografie geht, etwas überdenken. Und mich hier etwas zurück nehmen, und etwas lockerer werden.






Na, den Beitrag von Bee gelesen?
Ich habe aufgehört mich so intensiv mit Fotografie zu befassen, wie ich es noch vor einem Jahr getan habe. Unzählige Seiten abonniert, jede Info eingesaugt, Foto hier, Foto da.
Heute lebe ich entspannter. Nur noch wenige Blogs schmücken meinen Feedreader. Und wenn ich Lust auf Fotografie habe, pack ich die Kamera aus. Aber ich rede und denke längst nicht mehr so oft und intensiv an Fotografie wie früher. Es lebt sich irgendwie schöner so.
Also zum Thema Anforderungen : Ich für meinen Teil versuche immer als erstes, meinen eigenen Anforderungen gerecht zu werden, bevor ich sie bei anderen anlege.
Durch meine vorherigen Hobbys war ich ebenfalls viel in “Szenen” unterwegs, die auch viel im Internet stattgefunden haben. Da haben sich mittlerweile 13 Jahre “Forenerfahrung” angesammelt (die Blogs kamen ja erst später in Mode).
Habe ich die ersten Jahre Nächte damit verbracht, Leute zu “bekehren” und mit Ihnen zu diskutieren, bin ich in den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden. Klar vertrete ich noch meinen Standpunkt, aber wenn ich merke, das ich mit dem anderen nicht überein komme, dann lasse ich ihn halt seine Meinung. Beispiel : Hatte in einem größerem Forum mal versucht jemanden zu erklären, das der Kamerasensor, der in einer D200 / D40 was auch immer (also DX, nicht Vollformat) eben NICHT auch in Kompaktknipsen verbaut wird. Nach dem zweiten Anlauf hab ich mir weitere Diskussionen geschenkt und mich wieder wichtigerem gewidmet.
Also die Erkenntnis der letzten Jahre : Leben und leben lassen und manchmal einfach ignorieren….
In Anlehnung an den Alkohol Selbsttest:
1 Leiden Sie in der letzten Zeit häufiger an Zittern der Hände, wenn sie keine Kamera halten?
2 Leiden Sie in der letzten Zeit häufiger an einem Fingerkrampf, besonders morgens?
3 wenn 1 oder 2 ja: Wird das Zittern und der morgendliche Fingerkrampf besser, wenn Sie etwas fotografieren?
4 Leiden Sie in der letzten Zeit an starker Nervosität?
5 Haben Sie in Zeiten erhöhten Fotografierens weniger gegessen?
6 Hatten Sie in letzter Zeit öfters Schlafstörungen oder Träume von neuen Body/Linsen?
7 Fühlen Sie sich ohne Kamera gespannt und unruhig?
8 Haben Sie nach den Auslösungen ein unwiderstehliches Verlangen, weiter zu knipsen?
9 Leiden Sie an Gedächtnislücken nach langen Shootings?
10 Vertragen Sie zur Zeit weniger Kritik an ihren Bildern als früher?
11 Haben Sie nach dem Shooting schon einmal Gewissensbisse (Schuldgefühle) empfunden?
12 Haben Sie ein Fotosystem versucht (z. B. nicht vor bestimmten Tageszeiten zu fotografieren, Wochenprojekte, Monatsprojekte)?
13 Bringt Ihr Beruf Foto-Shootings mit sich?
14 Hat man Ihnen an einer Arbeitsstelle schon einmal Vorhaltungen wegen Ihrer Fotografie gemacht?
15 Sind Sie weniger tüchtig, seitdem Sie fotografieren?
16 Machen Sie gerne und regelmäßig ein spontanes Shooting oder bearbeiten Bilder, wenn Sie alleine sind?
17 Haben Sie einen Kreis von Freunden und Bekannten, in dem viel fotografiert wird?
18 Fühlen Sie sich sicherer, selbstbewußter, wenn Sie fotografieren?
19 Haben Sie zuhause oder im Betrieb einen kleinen versteckten Vorrat an Kameras oder führen immer eine mit sich?
20 Fotografieren Sie, um Streßsituationen besser bewältigen zu können bzw. um Ärger und Sorgen zu vergessen?
21 Sind Sie oder / und Ihre Familie schon einmal wegen Ihres Foto-Hobbys in finanzielle Schwierigkeiten geraten (LBA/CBA)?
22 Sind Sie schon einmal wegen ihrer Fotografie mit der Polizei in Konflikt gekommen?
Abhängig oder nicht, prüfe Dich selbst!!!!!
Danke Michael, herrlicher Kommentar.
Eine gewisse Gelassenheit kann nie Schaden, verkrampft tut man sich schwer. Aber Anforderungen nach unten schrauben? Wieso? Vielleicht sollte man zeitliche Aspekte in diesem Zusammenhang überdenken, aber qualitative aus meiner Sichtweise nicht. Wie heißt es so schön? “Nur Druck formt den Diamanten”
“Gelassenheit” dürfte hier wohl mein Stichwort sein.
Passend dazu:
“Fotografieren heißt den Atem anhalten, wenn sich im Augenblick der flüchtigen Wirklichkeit all unsere Fähigkeiten vereinigen.
Kopf Auge und Herz müssen dabei auf eine Linie gebracht werden. Fotografieren, das ist eine Art zu schreien, nicht aber, seine Originalität unter Beweis zu stellen. Es ist eine Art zu leben”
Henri Cartier-Bresson
Nach Jahrzehnten leidenschaftlichen Knipsens in jeder Lebenslage hat es mich vor 1-2 Jahren plötzlich “richtig” gepackt: Ich wollte nicht nur nette Reise- und Familienfotos machen und mit meiner kleinen Sammlung an Fotoapparaten spielen, sondern alles wissen, alles lernen, über Technik, über Kameras,….und noch mehr fotografieren….
Inzwischen muss ich mir selbst fotofreie Abende verordnen.
Über den “Selbsttest” von Michael habe ich mich sehr amüsiert: Überflüssig zu sagen, dass ich mich in den meisten Punkten wiedergefunden habe!
Eine Frage hat mir noch gefehlt:
Macht fotografieren Sie glücklich?
Ja!!!!!!!!!!!!!!