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Oh, tolle Bilder

Obwohl schon wieder vorbei, trotzdem noch drei Bilder vom Christbaum aufputzen. Zurzeit boomen ja Bilder mit Bokeh, bzw. diesen lustigen Blendflecken. Um so größer die Blendenkreise sind um so besser und um so mehr Kommentare bekommt man dort. Und im Prinzip gibt es nichts Einfacheres als solche Bilder mit so großen und coolen Blendenringe zu fotografieren.
Man nehme eine halbwegs lichtstarkes Objektiv, vorzugsweise ein Tele, stellt die maximale Blende ein zb. 1,8. Dann sucht man sich ein Motiv, auf dem sich das vorhandene Licht mit einer Punktlichtquelle reflektiert, vorzugsweise kommt ein hartes Licht von der Seite. Um so härter die Punktlichtquelle ist, um so höher ist die Chance schöne Blendenflecke zu bekommen. Nun auf die Lichtquellen achten, hier ist der Hintergrund sehr wichtig, helle Bildhintergrundteile versuchen zu vermieden denn diese lenken nur von den Blendenringen ab, und auslösen-Fertig.

Da diese Art der Bilder eben gerade einen Boom haben, wird hier leider nicht mehr auf die Bild wichtigen Sachen geachtet, wie eben den Bildaufbau, die Bildkomposition usw. Es ist halt nur wichtig schöne und große Blendenflecke zu haben, am besten in vielen verschiedenen Farben. Was ich aber eigentlich damit sagen will, ist, das kann jeder, wenn man es einmal verstanden hat. Dazu muss ich aber noch sagen, das viele der Bilder dieser Art, die jetzt so euphorisch bei zb. Flickr von vielen beklatscht werden, man einen Fotografenlehrling im ersten Jahr um die Ohren hauen würde.

christbaum aufputzen

christbaum aufputzen


christbaum aufputzen 2

christbaum aufputzen 2


christbaum aufputzen 3

christbaum aufputzen 3

11 Kommentare

  1. Das sind genau die Bilder die jedem gefallen.
    Eben deswegen weil sie sich von den “Alltagsbildern” unterscheiden und deshalb auch ungewöhnlicher sind.
    Nein, nicht für uns Hobbyisten – für die Betrachter ohne fotografischem Hintergedanken (Komposition usw.) die ja immerhin noch immer die Mehrheit sind.
    Ist es nicht schön fotografische “Regeln” brechen zu können un trotzdem “gute” Bilder zu machen…? ;-)

  2. Leo

    Die Beobachtung habe ich auf diversen Fotoblogs und Seiten wie Flickr auch schon gemacht. Bokeh geht für viele Personen über alles.

    Vielleicht kommt das auch daher, das sehr viele Personen mit Kompaktkameras oder Handys fotografieren und dort diesen Effekt nicht erreichen. Dadurch wirken diese Bokehbilder sicher deutlich beeindruckender. Kombiniert mit den vielen Neu-Einsteiger in die digitale Fotografie, die auf einmal in den Genuss dieser Möglichkeiten kommen, könnte das der Grund sein, warum zum einen sehr viele Bilder dieser Art existieren und zum anderen diese so gut bewertet werden.

  3. Also ich muss Euch beiden da Recht geben. Einerseits sind das eben Fotos, die die Masse ansprechen, die gefallen. Ich fotografiere sie selbst und bin noch nah daran, Anfänger zu sein. OK, dann sind sie eben leicht zu kriegen bzw. zu stellen. Aber ist ein Foto nur dann gut, wenn man es nicht stellen musste? Und ist ein Foto nur dann gut, wenn man die fotografischen Regeln beachtet? Ich denke nicht!
    Es darf auch ruhig mal was sein, wie die Bokehs und vielleicht ist es gerade halt ein Hype. Und ein Bokeh gerade nicht gestellt hinzubekommen ist dann auch gleich wieder eine andere Aufgabe!

    Also im Prinzip stimmt schon, was Du schreibst, Zoomyboy, aber schön sind die Fotos, also lassen wir sie doch schön sein ;-)

  4. Wie man sieht, hast auch Du ja solche Fotos gemacht und sie veröffentlicht. :)
    Allerdings muss ich widersprechen, dass Bilder mit möglichst vielen Blendflecken automatisch als schön empfunden werden.
    Ich finde man kann das sehr gut als Gestaltungsmittel verwenden, und dann haben die Dinger auch einen Sinn.

    • Holger, automatisch vielleicht nicht, ich habe mir nur bei Flickr Bilder angesehen, und an der Menge der Kommentaren, erkennt man schon einen eindeutigen Trend. Das ist genau wie damals als die HDR-Bilder In waren, nun sind es eben diese Bilder und in den Startlöchern stehen schon die Tilt/Shift Bilder die in Photoshop erzeugt werden.

  5. Das liegt wohl auch daran, dass viele Menschen erst gegen Ende letzten Jahres verstanden haben, was “Bokeh” überhaupt bedeutet und dass man das auch selbst schnell umsetzen kann. :-D

    Ich mag diese Fotos teilweise auch gerne. Aber manchmal wird es dermassen übertrieben, dass es schon wieder ins kitschige übergeht. Ich wage mal die Behauptung, dass man sich an diesem “Stil” bis Mitte 2010 satt gesehen hat.

  6. Ich habe nur die Überschrift und dann die Bilder gesehen und dachte mir so: “Nein, dass passt jetzt nicht zusammen.” Also habe ich den Bericht gelesen und war wieder versöhnt. Stimmt, mit Bokehs umzugehen, ist ein Kunst. Man darf es nicht übertreiben. Und das kann eben nicht jeder!
    Ich zum Beispiel, weil ich noch nie ein solches Objektiv besessen habe. Leider!

  7. Hmm.. ich glaube nicht, dass man sich bis 2010 sattgesehen hat an Bokes. Das wird mittlerweile schon länger gemacht – naja, in letzter zeit immer mehr , aber das liegt eher daran, dass mehr leute nun die Möglichkeiten nutzen .

    Ich mag Bokeh-Bilder sehr gerne und freu mich selber auch über jedes gelungene!

  8. Hm, grundsätzlich bin ich einer dieser Hobbyknipser, die von der Kompakten letztes Jahr auf Spiegel umgestiegen sind und ich bin natürlich selber auch erstmals ausgeflippt, so mit 50 1.4 und Bokeh und allem. Daher bleibt mir grad nichts übrig als versonnen zu nicken, Dir recht zu geben, ein paar hübsche Bokehbilder rauszukramen und mich dran erfreuen :-)
    Apropos: Gibt es eigentlich echt noch jemanden der flickr ernst nimmt? Im Hinblick auf den Zusammenhang von Bildqualität und Kommentaren?

  9. Ich steh dazu: Auch ich “liebe” Bilder mit einem schönen Bokeh- und ich finde es ein tolles Stilmittel. Ich glaube nicht, dass man sich daran satt sieht. Was ich nicht ganz verstanden habe, Manfred: Warum würde ein Lehrling ein Bild mit Bokeh um die Ohren geklatscht bekommen?

    Viele Grüße
    Julia

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