Tiefe Kameraperspektiven

Tief runter, ganz tief runter, ist die Devise in der Makro- und Nahfotografie. Und wenn es geht, stabil, flexibel und ohne viel Aufwand und Gewicht. Am besten ist es immer noch mit einem stabilen Stativ, keine Frage.
Aber nicht immer möchte ich mit der ganzen schweren Ausrüstung unterwegs sein, manchmal schnappe ich mir auch nur eine kleine Festbrennweite und die Kamera. Da geht es fotografisch eher um Detailaufnahmen als um Makrobilder, und da bin ich öfters mit einem kleinen Tischstativ oder einen Bohnensack Stativ unterwegs.

Wichtig finde ich hier, ist es das richtige Stative für die jeweilige fotografische Aufgabe zu finden, und wie flexibel man sein will und wie viele man tragen möchte.

Stativ mit Umgedrehter Mittelsäule

Wenn das eigene Stativ keine Möglichkeit hat, die Mittelsäule umzulegen, dh. in eine Horizontale Position zu bringen, dann ist es doch meistens möglich die Mittelsäule verkehrt umzustecken. Mit dieser Funktion ist es möglich eine sehr tiefe Kameraposition zu erreichen.
Die Stabilität ist trotzdem ausgezeichnet. Leider ist die Bedienung der Kamera sehr umständlich möglich, da ja die oberen Knöpfe am Kopf stehen, sind diese somit nicht so leicht zugänglich. Ich persönlich habe noch nie seit ich fotografiere, die Mittelsäule umgedreht, da mir das zu umständlich ist und ich mit der Bedienung der Kamera nicht zurechtgekommen bin.
Ebenfalls nicht so einfach ist es bei einer umgedrehten Mittelsäule, wenn man einen Winkelsucher benutzt, durch diesen durchzusehen. Denn die Kamera hängt genau unter der Mittelsäule des Stativs, da muss man genau unter das Stativ kriechen, um durch den Winkelsucher sehen zu können.

tiefe position mit umgedrehter mittelsäule
tiefe position mit umgedrehter mittelsäule



Stativ mit Umlegbarer Mittelsäule und L-Winkel von Novoflex

Maximal Flexibilität bietet eine Stativ mit Umlegbarer Mittelsäule in Kombination mit einem L-Winkel. So tief hinunter kommen sonst wenige Stativkombinationen, durch die Bauform eines L und der Möglichkeit der Zentimeter genauen Verstellung durch den Arca Swiss Schwalbenschwanzes ist es möglich die Kamera flexibel bis wenige Zentimeter über den Boden zu positionieren.
Die Bedienung der Kamera ist genau so möglich wie wenn die Kamera genau über dem Stativ stehen würde, weiter gibt es auch keine Beeinträchtigung beim Einsehen des Winkelsuchers. Einer meiner Lieblingslösungen in der Makrofotografie, zwar einiges mehr zum Tragen aber sonst Top.

tiefe position mit l-winkel novoflex
tiefe position mit l-winkel novoflex



Tischstative

Klein, leicht und manchmal auch sehr flexibel, sind Tischstative. Manche haben biegsame Stativbeine, wie zb. das Gorillapod wie auf dem Bild zu sehen oder die Optera Stative von Trek Tech, oder das 1200 Specht Stativ von Soligor, das auch gleich eine Funktion als Klammer eingebaut hat.
Eines der größten Vorteile dieser kleinen Stative ist, das sie sehr leicht sind, und dadurch fast überall mit genommen werden können. Natürlich ist es hier mit der Stabilität nicht so toll, denn woher sollen diese kleinen Stative die Stabilität haben, um eine Kamera mit Objektiv zu haben, wenn die Kamera/Objektiv Kombination oft doppelt so schwer ist wie ihr Eigengewicht.
Ich benutze diese kleinen flexiblen Tischstative gerne um Fotozubehör oder Blitzgeräte in der Makro- oder auch in der Porträtfotografie festzuhalten bzw. zu positionieren. Denn zb. durch biegsame Stativbeine oder eben einer Klammerfunktion ist es möglich diese kleinen Stative fast überall zu befestigen.

tiefe position mit gorillapod
tiefe position mit gorillapod



Bohnensack Stative

Früher waren sie mit Bohnen oder Reis gefüllt, heute sind sie meistens mit einem Kunststoffgranulat gefüllt, die Bohnensackstative. Klein zusammenlegbar relativ leicht und auch extrem flexibel, mit solchen Bohnensack Stativen ist es möglich die Kamera an den unmöglichsten Plätzen einen Fläche zu geben damit sie dort abgelegt werden können.
Wunderbar ist, das man so einen Bohnensack, auch leer mit zum Fotomotiv nehmen kann und erst dort mit Sand- oder sonstigen Material füllen kann. Gerade wenn man mit einer Minimalistischen Ausrüstung loszieht bieten sich Bohnensackstative an. Denn es gibt fast keinen Platz wo mit diese kleinen Polster nicht hingeben kann, sei es nun eine Astgabel ein spitzer großes Felsen, durch die Granulatfüllung lässt sich der Sack so zurecht drücken das fast jede Kameraposition möglich ist.

tiefe position mit riceq bohnensack
tiefe position mit riceq bohnensack



Na ihr seht schon, es gibt einige Möglichkeiten seine Kamera in Bodennähe zu bringen. Deshalb finde ich auch das man nie genug Stative haben kann :) Die EierlegendeWollMilchSau gibt es auch hier nicht, dennoch gibt es hier Spezialisten die einen Fotografen unterstützen können, und auch rückenschonend sind. Mir ist es wichtig für meine Fototouren das richtige Stativ zu haben, egal ob für die Tour mit voller Ausrüstung, oder eben für eine flexible Minimalistische Tour.
Für mich gibt es nichts ärgerliche wenn ich stunden von zu Hause entfernt bin, und dann ein tolles Motiv habe, und kein oder eben das falsche Stativ mit zu haben. Denn unter Umständen werde ich das Motiv nie wieder so vor Finden, und dann nicht das maximal aus dem Motiv raus holen zu können, weil ich eben nicht das geeignete Stativ da habe, ist für einen Fotografen eine furchtbare Situation.

Deshalb finde ich, ein Ambitionierter Fotograf kann nicht genug Stative haben :) Beim Thema Bohnensack Stative werde ich in den nächsten Tagen noch einige wunderbare Modelle in einem ausführlichen Artikel vorstellen.

8 Gedanken zu „Tiefe Kameraperspektiven“

  1. Also ich denke, dass man mit einem guten Stativ so ziemlich alles abgedeckt hat. Wenn ich mir für alle möglichen Ausnahmesituationen gutes Equipment kaufe, brenne ich wie ein Luster!

  2. Limbodance per Stativ? Habe gerade mal mein Stativ umgebaut und komme auf eine minimale Höhe von 13 cm von OK Teppichboden bis OK Stativkopf…Dann wohl doch besser ein Bohnensack.

    Gruß
    Christoph

  3. Hi,

    und zwar bin ich gerade dabei mir ein neues Stativ auszusuchen. Dein Vanguard Review hat es mir sehr angetan. Jedoch sieht für mich die zweite Position sehr wackelig aus, sodass ich mich hier nicht ohne Fernauslöser heran wagen würde. Daher würde ich gerne wissen, ob man in dieser Position gut an die Eingänge des Fernauslösers kommt und ob du hierfür auch Erfahrungen mit größeren Kameras besitzt.

    LG
    Niels Walldorf

    1. Der L-Winkel von Novoflex ist an der Seite wo bei der Canon die Anschlüsse für den Fernauslöser sind, offen dh. man kann einen Fernauslöser anschließen. Sollte das trotzdem zu knapp sein, kann man die Kamera am L-Winkel noch verschieben. Also kein Problem.

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