Da mein Manfrotto 055 Stativ nach 14 Jahren schön langsam ersetzt werden muss, hatte ich das Vanguard Alta Pro 263 AT schon länger im Fokus. Glücklicherweise hat mir Enjoyyourcamera.com ein solches für einen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt.
Ein Stativ für mich, das sollte für meine Fotografischen Themen, das sind die Natur- und Makrofotografie, folgendes erfüllen:
Anforderungen
- Stabil sollte es sein
- Noch Halbwegs tragbar
- Vernünftiger Preis
- Bodennahes Arbeiten
Die Beine des Vanguard Alta Pro 263 AT kann man in drei Stufen ausfahren. Die Stativbeinverschlüsse machen einen guten Eindruck, ich hatte in der Vergangenheit mit meinem in die Jahre gekommenen Manfrotto 055 mit diesen immer etwas Probleme. Die Maximale höhe des Alta Pro beträgt mit ausgezogener Mittelsäule ca. 165cm (und ohne Mittelsäule ca. 132cm) das reicht für mich allemal.
Das Gewicht des Vanguard ist mit ca. 2kg für ein Aluminiumstativ ok. Beim Gewicht eines Stativs muss man immer einen Kompromiss eingehen, entweder es ist sehr stabil und dadurch schwer, oder eben leicht und dadurch fliegt es halt beim leichtesten Windhauch um. Ein Lösung währe ein Stativ aus Carbon oder Basalt, hier muss man aber mit mindestens € 350.- rechnen. Ich persönlich bin noch nicht bereit dazu, für ein Stativ so viel Geld auszugeben, denn hier muss man ja noch mal € 100.- bis € 250.- für einen vernünftigen Kugelkopf oder Neiger dazu rechnen, da ist man schnell auf € 500.- bis € 600.-
Und für mich, für die Makrofotografie sehr wichtig, wie tief kommt das Vanguard Stativ runter? Mit dem genialen System, der Umlegbaren Mittelsäule, das Vanguard: Multi Angle Central Column (MACC) nennt. Kommt man mit dem Alta Pro 263 AT bis auf wenige Zentimeter über dem Boden, dadurch das man die ganze Mittelsäule dann auch noch in der länge und um die eigene Achse drehen kann, ist man hier extrem flexibel. Begeistert hat mich hier auch der Verschluss dieses Systems, leicht zu öffnen und Bombenfest beim verriegeln, so muss das sein.
Will man die Mittelsäule umlegen muss man einen Sicherungsstift drücken, der sich am Ende dieser befindet. Und die Mittelsäule bis zu einer Stopmarkierung bewegen, dann erst kann man die Mittelsäule umlegen. Hört sich viel komplizierter an als es ist, geht in echt in wenigen Sekunden.
Und seien wir doch mal ehrlich, wir wollen doch alle das beste Stativ für unser Geld. Und wenn es geht um sehr wenig Geld. Die Stabilität eines Stativs ist eines der wichtigsten Dinge, mal abgesehen davon wie schwer es ist, oder wie hoch oder wie niedrig es sich verstellen lässt. Wenn das Stativ aus Carbon oder einem anderen High-Tech Werkstoff ist, und einen Preis von einer neuen Digitalkamera hat, und trotzdem nur so Stabil ist wie ein € 150.- Aluminiumstativ ist, hat man halt ein Superleichtes Stativ, das eventuell nicht so anfällig für Vibrationen oder Schwingungen ist.
Was ich damit sagen will, man erkauft sich eigentlich bis zu einer gewissen Summe, ein niedrigeres Gewicht und nicht unbedingt mehr Stabilität. Ist man dazu bereit etwas mehr an Gewicht zu tragen, so kann man auch ein wunderbar stabiles Aluminiumstativ kaufen.
Nicht vergessen darf man hier auch nicht, das das Stativ nur ein Baustein für eine verwacklungssichere und Stabile Kamerabild ist. Das beste Karbon oder Basaltstativ bringt nicht viel, wenn man dann am Kugelkopf spart. Oder wenn beim Fotografieren immer die Mittelsäule maximal ausgezogen ist, oder die Kamera im Hochformat seitlich neben dem Kugelkopf hängt und dadurch den stabilsten Teil des Stativs verlässt.
Zu kaufen gibt es das Vanguard Alta Pro 263 AT bei Enjoyyourcamera.com:
So ärgerlich, daß ich keine Zeit hatte. Freu mich aber schon aufs nächste... –
Danke für den interessanten Bericht. Da ich das Manfrotto 055 auch besitze, würde mich interessieren, wie sich das Vaguard-Stativ in Sachen Vibrationsdämpfung und Stabilität bei voll ausgezogenen Stativbeinen verhält. Hier bin ich mit meinem Manfrotto nicht ganz zufrieden und lasse daher immer die unteren Beinsegmente eingezogen (was mir aber Rückenschmerzen beim Fotografieren beschert).
Thomas, in Sachen Vibrationsdämpfung und Stabilität ist es doch generell empfehlenswert bei jedem Stativ auf das letzte Beinsegment und die ausgefahrene Mittelsäule zu verzichten.
Ich habe mal mit einen Gitzo Basalt Stativ von einem Kumpel einige Aufnahmen in den kritischen Verschlusszeitenbereich gemacht, es war nicht viel besser. Einen merkbaren Unterschied gibt es bei diesen Stativen, die nur einen Auszüge haben, deren Beine aber länger sind, dadurch wird das Stativ dann aber wieder im geschlossenen zustand sehr lang 70-100cm. Diese langen Beine sind halt wesentlich Dicker, und dadurch werden sie auch stabiler, als die mit zwei oder dreifach Auszug.
Ich versuche das letzte Beinsegment zu vermeiden, in dem ich einen Winkelsucher verwende. Und wenn es nicht anders geht, ziehe ich halt doch das letzte Beinsegment aus, lieber das als die Mittelsäule. Und ob das Vanguard nun eine bessere Vibrationsdämpfung und Stabilität hat als das 055er, getestet habe ich es nicht, es wird aber sicher nicht schlechter sein, denke ich.
Manfred, danke für die Rückmeldung!
Interessant finde ich, dass bei Deinen Tests ein Basalt Stativ auch nicht besser abgeschnitten hat. Da kann ich dann noch einige Zeit mit meinem 055 leben
Ich habe übrigens bei meinem Stativ die Mittelsäule vor einiger Zeit ausgebaut, und eine gedrehte Aluscheibe aufgesetzt. Die Stabilität hat sich dadurch ein wenig verbessert.
Für bodennahe Aufnahmen nutze ich ein altes Cullmann 2902.
Super, das ist mal ein Bericht aus der Praxis und nicht so ein Sesselpupsertest von Zu Hause aus dem Wohnzimmer.
Hallo zoomboy!
Ich bin ein hobbyfotograf (beruflich engineer). Makro fotografie hat mir immer begeistet
War ich für fast 2 jahren in rühe aber will ich jeztz wieder einsteigen. Also habe ich eine pentax DL und Tamron 90mm für Makro. Jetzt will ich ein manfrotto 410 oder ein kügelkopf kaufen und entweder ein manfrotto 055xprob oder diese vanguard 263at. (ich mag der vanguard aber :p)
Meine frage ist: Ist dieser Vanguard zu gut wie eine manfrotto??? und wenn ich nutze ein manfrotto 410 betrieb kof + tamron 90mm (will später eine grosser kaufen) ist der vanguard dafür gut?
Danke
Hallo
Ich kann deine Aussagen allesamt bestätigen. Das AltaPro ist ein klasse Teil, für den Preis. Es kann wesentlich mehr, als ein Manfrotto in dieser Preisklasse.
Die Stufenlos verstellbare Mittelsäule finde ich der Hit. Da ist man in jeder Lage flexibel.
Ich habe mir einen Bilora Kugelkopf dazu gekauft, und bin mit dem Gespann schon ein paar mal draussen gewesen.
Es lässt sich auch bei kalten Temperaturen gut bedienen, auch mit Handschuhen. Es lässt sich gut tragen durch die ummantelten Stativbeine. Ich habe mir, mit einem Karabinerhaken einen Tragegurt befestigt um das Stativ auch mal umzuhängen.
Ich habe den Kauf nicht bereut.
Schöne Grüße
Heike
Hallo,
danke erstmal für deinen tollen Bericht. Hast mich irgendwie ein bisschen auf den Geschmack gebracht
.
Frage: Welchen Kugelkopf nutzt du bzw. könntest du mir empfehlen (bisschen größeres Schülerbudget
) ?
Danke und liebe Grüße aus Graz
Flo
Aktuell benutze ich denn Triopo B2 (ca. € 100.-) Empfehlen kann ich dir noch den Benro B-2 (ca. € 140.-) und den Cullmann Magnesit 25 Nm (ca. € 80.-).
Danke für die Infos
. Bei mir steht jetzt eh bald Firmung und Ostern an und dann werde ich mir ein Makro und ein gescheites Stativ zulegen UND natürlich fotografieren, fotografieren und fotografieren
.
LG