Das Fotografische Wort zum Sonntag-Ist die Analogfotografie Wirklicher

8. November 2009 · 12 kommentare

analogfotografie wirklichkeit

Digitalfotografie: Der Fotografie wird die Wirklichkeit Ausgetrieben.”

Zu Zeiten der Analogfotografie, als die Wirklichkeit noch wirklich war, war der Fotograf noch ein treuer Zeuge der Gegenwart. Fotografie war ein Synonym für die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Das Bild war, anders als das Digitale Bild, nicht bloß ein Abbild, sondern ein Stück der Wirklichkeit. Es war die chemische Spur, die das Licht der Wirklichkeit auf dem Fotopapier hinterließ, unmittelbar und wahrhaftig.

War bzw. ist die Analogfotografie Wirklicher als die Digitalfotografie?

12 kommentare… lese dir die kommentare durch und schreibe selber einen kommentar

1 manuel myers 8. November 2009 um 15:07

Ich denke nicht, dass die analoge Fotografie wirklicher war/ist als die digitale Fotografie. Auch in den Dunkelkammern konnte manipuliert werden und wurde manipuliert.

Grundsätzlich finde ich es sinnvoll, die Mittel der Zeit auch zu nutzen, d.h. in diesem Fall DSLR anstelle SLR. Das hat bei mir aber auch ganz pragmatische Gründe, zum einen die Kosten und natürlich auch das sofort sichtbare Resultat. Diese beiden Gründe sind für mich persönlich sehr wichtig. Ich gönne mir aber den Luxus, ausschließlich mit MF-Objektiven zu fotografieren, ich hole mir quasi die Zeit und Ruhe ein Bild zu komponieren damit wieder zurück. Die Bearbeitung ändert nichts an der Bildaussage, damit finde ich meine Bilder ziemlich wirklich, anders wäre es bei der analogen Fotografie auch nicht, es wird nichts grundlegendes geändert!

Grundsätzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, schlimm finde ich es nur, wenn aus Analog/Digital, Wirklich/Unwirklich ein Grabenkrieg wird (wie so oft bei technischen Sachen) und mit religiösen Eifer betrieben wird, hier sollte man jeden seine Fasson ausleben lassen.

Wirklicher ist IMHO weder Analog noch Digital, es kommt auch immer auf den Fotografen an.

Antworten

2 Tilla Pe 8. November 2009 um 17:06

Analog versus digital ist meines Erachtens ein grundsätzlicher Ausgangsfehler.
Fotografie ist immer so “wirklich” wie der Fotograf es wünscht und ausführt.
Welches Werkzeug er dafür benutzt ist wirklich unwichtig.

Antworten

3 kampffussel 8. November 2009 um 17:50

ich schließe mich der meinung von tilla pe voll und ganz an … :)

Antworten

4 Sam 8. November 2009 um 18:47

Ich stimme Tilla ebenfalls zu!

Antworten

5 manuel myers 8. November 2009 um 19:54

Dann habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Es soll keine “versus” Geschichte werden, eigentlich habe ich auch gedacht das es aus meinem Text so hervorgeht.

In dem letzten Satz hatte ich das auch noch ausdrücklich geschrieben, den zumindest finde ich sehr eindeutig.

Antworten

6 Sam 8. November 2009 um 20:03

Ja, und wir stimmen Dir doch alle zu.

Antworten

7 manuel myers 8. November 2009 um 20:17

Ups… Ich glaube das mit der Erkältung und den Medikamenten schlägt doch ein wenig auf mein Hirn…

Habe ich total falsch verstanden…

8 Kagamiyama 8. November 2009 um 17:56

Ich glaube die Frage nach der Wirklichkeit ist so nicht zu stellen – Feininger hatte schon deutlich gemacht, dass eine Fotografie nicht unbedingt ein Abbild der Wirklichkeit ist. Ich selbst fotografiere sowohl analog als auch digital – manipulieren kann man alles, bei den digitalen Bildern ist nur schneller in der Nachbearbeitung möglich. In der Komposition des Bildes kann man auch schon viel machen.

Fotografie wäre demnach eine eigene Interpretation der Wirklichkeit.

Antworten

9 zoomyboy 8. November 2009 um 18:47

Dieser Artikel, obwohl von einem Digitalfotografen geschrieben, soll nicht dazu dienen Grabenkämpfe auszufechten, sondern im Gegenteil Brücken bauen. Und der Ausgangspunkt der Diskussion sollte immer etwas Provokant sein, um die Gedanken anzuregen. Und das es so, hoffentlich zu einem Austausch kommt. :)

Antworten

10 Christoph 8. November 2009 um 18:59

Schon der gewählte Ausschnitt im Sucher ist doch nur ein Teil der Realität….

Antworten

11 cgPhotography 9. November 2009 um 10:31

Ein 2-dimensionales Bild kann nie und nimmer der Wirklichkeit entsprechen, ob analog oder digital.

Antworten

12 Stefan Bucher 10. November 2009 um 19:59

Ich denke, anstatt sich über den Begriff der Wirklichkeit zu reden, fände ich es interessant über den Wert einer Fotografie nachzudenken und wie sich dieser in den Jahren verändert hat.
Eine Fotografie, wie die oben im Beitrag, hatte für die Leute wahrscheinlich einen sehr hohen Wert aus verschiedenen Gründen: Das Material war teuer und man musste sparsam damit umgehen. Familienfotos waren wohl seltene Angelegenheiten, deshalb ist wohl auch der Moment wertvoll. Und natürlich das Dokument, das Menschen und Besitz zeigt stellte einen hohen Wert dar.
Heute gehen wir mit Fotos leichtfertiger um, wir erstellen sie dauernd und in grosser Masse. Im Vergleich zu früher hat so gesehen ihr Wert vielleicht abgenommen.
Das ist das Gefühl, das beim Anblick dieses Fotos bei mir hochkommt. Und dass wir auch in unserer fotografischen Arbeit ja vielleicht darauf achten können, welchen Wert wir in ein Bild hineinlegen …

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Du kannst diese HTML tags und attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Voriger Artikel:

Nächster Artikel: