Here We Are-oder warum die Welt von unten ganz anders aussieht

Eine der wohl unangenehmsten Positionen für einen Fotografen ist der Boden, bzw. darauf am Bauch liegend. Denn dort unten sind wohl alle Käfer und sonstiges Krabbelnde Getier der Meinung, sie müssten unbedingt in die Ärmel oder unter den Kragen hinein kriechen und dem Fotografen zeigen wie toll sie doch krabblen und beißen können. Hinzu kommt noch das Staub und kleine Kieselsteine es bevorzugen, in das innere der Ohren oder der Nase einzudringen um sich dort wichtig machen. Und von Dornen und Brenneseln will ich mal gar nicht erst anfangen.

Und trotzdem ist es für mich immer wieder ein Genuss, auf dieser Ebene die Natur zu beobachten und zu Fotografieren. Kleines kann ganz groß in dem Mittelpunkt gerückt werden, der Vordergrund kann bewusster, mehr oder weniger im Bild Wirkung zeigen.

Und genau dieses Bild das jetzt kommt, zeigt mir wieder das sich die Mühen gelohnt haben. Denn ich bin mit dem Bild zufrieden, mal abgesehen davon das ich auf meinem Rücken schon eine kleine Mückenkolonie sitzend und saugend hatte, und ich schon befürchtete das die Sonne zu wenig Licht hergibt, um die Pflanze selbst zum leuchten zu bringen, denn rundherum war es schon verdammt dunkel.

here we are

Interessant bei diesem Bild ist auch, das genau dort wo noch die letzten Sonnenstrahlen in den Wald (im bild zu sehen an dem hellen teil am oberen bildrand mitte) schienen, genau dort standen meine kleinen Pflanzen-und wer jetzt glaubt das war Glück irrt gewaltig. Da sich um diese Uhrzeit die Lichtverhältnisse sehr schnell ändern und in einem dichten Wald sowieso, habe ich ca. 20 Minuten in einer eher ungünstigen Lage-siehe oben, gewartet, bis die Sonnenstrahlen meine Blümchen angestrahlt haben.

Also Tipp von mir: Traut euch, der Boden gehört euch, es können sich neue Erfahrungen für euch auf tun- entweder in Bildern oder eben bei Bekanntschaften von neuen Insektenarten oder zur Erkenntnis wie viel Schmutz in eure Nasenlöcher passt. Im Prinzip eine Win-Win-Situation :)

10 Gedanken zu „Here We Are-oder warum die Welt von unten ganz anders aussieht“

  1. Schönes Bild.
    Ich sage immer, ein Fotograf, der nicht im Dreck liegt, dem fehlt auch die Leidenschaft. 😀 – Egal ob Portrait, Insekten oder was auch immer. Die Froschperspektive geht immer.

  2. Bücken lohnt sich ^^. Zur Not (Schlamm) geht auch mal die Kamera in Bodennähe halten und 3-4 x Auslösen und auf einen Lucky-shot hoffen. Zumindest wenn Liveview fehlt, so wie bei mir. Aber erst auf dem Boden liegend lässt sich natürlich das richtige Gefühl für das Motiv fühlen. Und ohne Gefühl fotografieren ist irgendwie nix..

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