Da ich das Glück hatte ein Kiron 105mm 2,8 Macro sehr günstig zu kaufen und ich von diesem Makroobjektiv begeistert bin, möchte ich euch dieses geniale Objektiv etwas näher vorstellen.
Die Technik zum Kiron 105 2,8
Das 105er Kiron wurde in den 70-80iger Jahren gebaut, der Name Kiron ist heute gänzlich unbekannt, denn Kiron fertigt keine Objektive mehr. Bekannt wurde Kiron dadurch, das sie Objektive für Vivitar, für deren legendäre Serie 1(zu erkennen an den ersten beiden Ziffern “22″ der Seriennummer) gebaut haben.
Diese für die Vivitar Serie 1 gefertigten Objektive von Kiron, waren zu damaligen Zeit mit Objektiven der Originalhersteller gleichzusetzen und öfters auch Optisch besser. Anfang der 80iger Jahre hat dann Kiron unter eigenen Namen einige Objektive gefertigt und verkauft.
Da Kiron am Anfang Objektive für andere bekannte Hersteller gebaut hat, gibt es das Kiron 105 2,8 Macro unter einigen verschiedenen Labels/Namen. Zb. Soligor, Vivitar Serie 1 und Lester Dine, aber es ist immer das Kiron 105 2,8 Macro. Obwohl dieses Objektiv doch schon einige Jahre am Buckel hat, wurde es noch viele Jahre später extra für Lester Dine (US-Dentalzubehör) gebaut. Dies und die noch heute gesalzenen Gebrauchtpreise, zeigen wie beliebt dieses Objektiv unter Kennern ist.
Ausstattung
- Fassung ist vollständig aus Metall.
- Blendenmechanismus Kugelgelagert.
- Ausziehbare Gegenlichtblende.
- Abbildungsmaßstab 1:1.
- Schneckengang Spielfrei.
Die Verarbeitung des 105er Kiron ist meiner Meinung nach Ausgezeichnet, und es ist robust wie ein Panzer. Trotz des Gewichtes von 650g lässt sich mit dem 105er noch vernünftig arbeiten, bemerkenswert ist es auch, das es nicht so extrem Kopflastig ist, wenn man im 1:1 Makrobereich ist.
Ein Vorteil ist auch der Filterdurchmesser von 52mm, damit sind die Filter dann auch nicht so extrem teuer. Die Ausziehbare Gegenlichtblende empfinde ich als offenbarung, kein suchen mehr dieser und kein umstülpen. Warum die Objektivhersteller heute keine Ausziehbaren Gegenlichtblenden mehr verbauen ist mir ein Rätsel?
Technische Daten
- Filtergewinde: 52
- Blende: 2,8 bis 32
- Optische Konstruktion: 6 Linsen, 6 Gruppen
- Max. Abbildungsmaßstab: 1:1
- Kürzeste Einstellentfernung: 34cm von der Sensorebene
- Baulänge: 10cm (bei 1:1 19cm)
- Gewicht: 650g
Arbeiten mit dem Kiron 105 Makro
In den letzen Tagen habe ich Intensiv mit dem Kiron im Makrobereich Fotografiert. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert. Da das Kiron im Abbildungsmaßstab: 1:1 eine länge von ca. 19cm erreicht, dadurch bleibt von der kürzesten Einstellentfernung von 34cm, noch ca. 15cm übrig. Das halte ich für Insekten für Ausreichend.
Nach der genauen Durchsicht meiner, mit dem 105er Kiron gemachten Makrobilder, behaupte ich auch das, das Kiron eines der schärfsten Makroobjektive ist. Ab Blende 5,6 ist es scharf und mit Blende 8 und 11 ist es brutal scharf.
Man muss auch bedenken, um welchen Preis man das Kiron 105 Makro bekommt, selbst die teuerste Version in fast neuen Zustand, aus den USA das 105er Lester Dine um 300.- Dollar! Es gibt kein besseres Makroobjektiv um ca. € 200.-, keines der heute erhältlichen modernen Autofokus Objektive, in dieser Preisklasse kann dem Kiron 105 2,8 Macro das Wasser reichen.
Ich stelle in der Makrofotografie immer manuell scharf, denn einen Autofokus in der Makrofotografie ist einfach unnötig und unzuverlässig, und außerdem macht es einfach mehr Spass selber scharf zu stellen. Denn kein Autofokus kann wissen was ich gerade jetzt scharf haben will, auch wenn er 52 Autofokuspunkte hat, und in diesem doch sehr kleinen Makrobereich wo die Motive oft nur Millimeter klein sind, pumpt der Autofokus dadurch nur hin und her.
Fast schon ein Feature ist die extreme Weichheit bei blende 2,8, mit dieser Weichheit kann das 105er wunderbar als Porträtobjektiv eingesetzt werden. Obwohl ich setze dies auch hin und wieder bei meinen Makrobildern ein, und zwar wenn es eher um Formen und Farben geht, als um die messerscharfen Motive.
Auch etwas was mich bei Makroobjektiven immer schon gestört hat ist, wenn die Objektive zu Kopflastig sind. Dh. beim maximalen Auszug hat das Objektiv seinen Schwerpunkt ganz vorne, dadurch tue ich mir etwas schwerer wenn das Objektiv in einem kritischen winkel am Kugelkopf oder Dreiwegeneiger hängt!
Dadurch das es das 105er Kiron für viele verschiedene Anschlüsse (Nikon, Minolta, Canon, Olympus) gegeben hat und dazu noch von drei verschiedenen Firmen. Ist die Chance ein 105er Makro gebraucht zu bekommen doch etwas größer, obwohl es hat sich schon etwas herum gesprochen das das Kiron 105er ein Geheimtipp ist. Ich habe zb. für mein 105er Kiron von Soligor € 52.- bezahlt, wer ein fast neues haben will, sollte mal einen Blick in die USA werfen und dort das 105er von Lester Dine kaufen.






Also das mit der GeLi habe ich noch nie gesehen und bin genau deiner Meinung: Es sollte heute auch noch so gebaut werden!
So long
das hört sich sehr interessant an – so wirklich gefunden habe ich das bei ebay bisher aber nicht. kannst du noch andere bezugsquellen empfehlen?
p.s.: kannst du etwas zum soligor macro 3.5 100mm berichten? bietet das eine ähnliche qualität? danke & gruß
Das 3,5 100er Soligor, ist für sein Geld nicht schlecht, wenn dir die fragile Fassung nichts aus macht!
Aber das 105er Kiron ist eine ganz andere Liga!
Bei Ebay gibt es hin und wieder, mal ein Angebot. Hier würde ich dir empfehlen auch mal den Ausländischen Markt zu beobachten. Suche bei Ebay Weltweit mal nach: Kiron 105, Soligor 105 und Lester Dine 105.
ich habe das mal als suchanfrage bei ebay gespeichert – bisher gibt es damit leider keine guten angebote. vielleicht aber ja in zukunft. danke!
Danke für den ausführlichen Bericht, der macht echt Lust auf die Scherbe und (mal) wieder etwas Makrofotografie
Nur noch ein paar Fragen…
-Wo liegt der Marktpreis für so ein gebrauchtes Objektiv ?
-Herstellerspezifisches Bajonett oder Universal mittels Adapter?
“-Wo liegt der Marktpreis für so ein gebrauchtes Objektiv ?”
Mhh, schwer zu sagen, wie schon im Artikel erwähnt, fast neue bekommt man in den USA, die Lester Dine Version um ca. € 200.- das währe wohl auch das maximale das ich bezahlen würde.
“-Herstellerspezifisches Bajonett oder Universal mittels Adapter?”
Du musst das Objektiv so oder so mittels eines Adapters an deine Kamera anbringen, daher ist es egal welche Version du kaufst. Du musst halt nur schauen das es dann einen Adapter für dein Kamerasystem gibt.