19:25 bis 19:45 Uhr die Zeit des Magischen Lichtes

Genau zu dieser Tageszeit (19:25-19:45/19.August) gibt es in unseren Breitengraden ein wirklich Magisches Licht, nach dem wir Fotografen regelrecht lechzen, sollten. Wie schwer dieses warten auf dieses Licht ist, weiß ich selber nur zu gut. Ich rede hier aber nicht davon, um 19:20 aus dem Haus zu gehen und schnell ein Motiv suchen, Stativ aufstellen, Auslösen und um 19:30 wieder daheim zu sein.

Ich suche mir ein Motiv, am leichtesten finde ich das, wenn ich mich auf ein kleines Gebiet konzentriere. Wenn es wie in meinem Fall Detailaufnahmen sein sollen, meistens so 20×20 meter. Auf dieser Fläche bewege ich mich nun und achte auf zb. Fotogene Objekte, natürlich immer mit einem Auge auf die Sonne. Wenn ich ein Motiv gefunden habe, umkreise ich dieses und schaue von welcher Perspektive das Licht, dem Motiv unter die Arme greifen kann.

Nachdem ich die Kamera fertig eingerichtet habe, beginnt erst jetzt das warten auf das Magische Licht. Denn mit fast jeder Minute ändert sich die Lichtstimmung, durch die stärke des Lichtes und auch durch die Farbe, denn dies ändert sich bei einer Untergehenden Sonne manchmal sehr schnell.

Während dieser Dramatischen Momente 😉 kümmere ich mich noch um meinen Bildvordergrund und für mich ganz wichtig den Bildhintergrund. Der Bildhintergrund zeigt dem Bildbetrachter wo das Motiv fotografiert wurde und kann das Motiv, durch seine Malerische Unschärfe, klarer abgrenzen und herausstellen.

Beim Bildhintergrund achte ich auch darauf, ob ich eventuell helle flecken (durch die weit geöffnete Blende) habe-die vom eigentlich Motiv ablenken können. Fügt sich der Hintergrund in das Gesamtbild ein, welche Farben sind im Hintergrund zu sehen und ganz wichtig, wie bekomme ich den Hintergrund ruhig.

Das hört sich jetzt alles ziemlich kompliziert und nach viel Arbeit an. Aber viele Fotografen machen das schon Instinktiv, sie merken es selbst gar nicht mehr.


feder im wald

Bei dem Bild oben, einer zufällig im Gras liegenden Feder (ich tippe auf Rebhuhn), habe ich eben auf diese Magische Licht gewartet. Und es war wirklich so, das nur ca. eine Minute das Licht die Feder so wunderbar umrandet hat und ihr dadurch eine tolle Silhouette gegeben hat. Doch die meiste Zeit hab ich bei dieser Aufnahme gebraucht um den Hintergrund so zu komponieren das ich zufrieden war. Aufnahme mit einem Manuellen Minolta MD 50mm 1,7 + 1,5 Telekonverter= 75mm, bei Olympus 150mm als Blende war es hier 2,8.

licht am wegesrand

Auf dem Rückweg sah ich dann noch die absolut letzten Sonnenstrahlen, die schon fast Goldig bzw. stark Orange, auf diesen kleinen Strauch und der darunter liegenden Wiese leuchteten. Interessant hier, die Orangen flecken links oben im Bild, sind die Löcher in den Gebüschen, durch das die Untergehende Sonne noch scheint. Und die kleinen Lichflecken in der mitte des Bildes etwas rechts, sind fliegende Gelsen oder Mücken die noch von diesem kräftigen Licht angestrahlt werden. Aufnahme mit einem Manuellen Minolta MD 50mm 1,7 + 1,5 Telekonverter= 75mm, bei Olympus 150mm als Blende war es hier wieder 2,8.



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16 Gedanken zu „19:25 bis 19:45 Uhr die Zeit des Magischen Lichtes“

  1. *seufz* die Feder ist wirklich von der Muse geküsst – zumindest stelle ich mir das so vor, dass das Goldene (magische) Licht eine der vielen Musen ist und für uns die Dinge berührt, die wir sehen sollen.

  2. Das letzte Bild ist wundervoll, es wirkt so analog und zwar nicht künstlich auf analog getrimmt. Ich mag sowas sehr gerne. Das erste ist natürlich auch ein echter Hammer. Ja, das Licht. Wird finde ich immer wichtiger, je länger man sich mit Fotografie beschäftigt. Erst ist es Die Kamera, dann geht es um die Objektive, irgendwann noch technische Kniffe, welche Belichtungsmessung usw. Und irgendwann bleibt nur noch das Licht, weil alles andere einfach Standard ist, bzw aus dem FF beherrscht wird. Leider gibt es viel zu oft Situationen bei denen man nicht auf das richtige Licht warten kann.

    Die „Langsamkeit“ in der Fotografie zu entdecken, so wie du es oben beschrieben hast in ein sehr schöner Enwicklungsstand. Ich nähere mich wenn auch langsam und leider nicht in allen Situationen diesem langsam an. Lehne mich jetzt zurück und geniesse die obigen Fotos noch etwas und ermahne mich öfter auf das richtige Licht zu warten…

  3. Ich liebe dieses warme Licht mit den langen Schatten.
    Bilder von mir die bei so einem Licht entstanden sind:

    zwei Pferde: http://www.nsonic.de/blog/2008/05/zwei-auf-der-weide/
    Raps: http://www.nsonic.de/blog/2008/05/blau-und-gelb/
    Raps2: http://www.nsonic.de/blog/2008/05/raps-portrait/
    Pferdeauge: http://www.nsonic.de/blog/2007/05/pferdeauge/

    Es lohnt sich wirklich in den Abendstunden loszuziehen. Ich mache das gerade im Urlaub sehr gerne und gehe einfach auf Verdacht mit der Kamera los. Bei diesem Licht findet sich eigentlich immer irgendetwas.

  4. Die Ergebnisse sind fantastisch, das warten hat sich hier voll und ganz gelohnt. Ich habe auch vor, die nächsten Tage dieses Licht abzuwarten. Deine Artikel animieren mich stark!

  5. Jeden Tag um diese Zeit , mhh da sind wohl auch einige andere Faktoren entscheidend, die Wolken, Stadt, Land, Berge und damit der Dunst usw.
    Aber ja, zu dieser Zeit steigt die Chance ein Magisches Licht zu finden.

  6. Mhh ganz genau kann ich es dir auch nicht sagen. Es hat aber etwas mit der Streuung des Lichts durch die Erdatmosphäre zu tun, und das gewisse Farben des Lichtes anders gestreut werden zb. Blau anders als Rot usw.

  7. Ganz einfach:
    Je tiefer die Sonne steht, desto flacher ist der Winkel den das Licht auf die Erdoberfläche hat.
    Je flacher aber der Winkel, desto länger der Weg durch die Atmosphäre.

    Stell Dir vor Du gehst über die Straße. Gehst Du ganz gerade rüber dann ist der Weg kurz (das ist das Licht durch die Atmosphäre gegen Mittag)
    Gehst Du aber schräg rüber, dann bist Du viel länger auf der Straße unterwegs bis Du endlich drüben bist (das Abendlicht).

    Nun sind in der Atmosphäre viele winzige Teilchen (Staub etc.) die das Licht streuen. Blaues Licht ist kurzwellig und trifft daher auf viel mehr Teilchen – wird also stärker gestreut als das langwellige rote Licht.
    Je stärker der blaue Lichtanteil gestreut wird, desto weniger erreicht das Auge – und je mehr Atmosphäre, desto mehr Teilchen, desto mehr Streuung, desto weniger blau, desto mehr rot :)

  8. Die Fotos sind wirklich perfekt, kann man wirklich nicht anders sagen. Und wieder etwas dazu gelernt, scheint genau die richtige Zeit für diese magischen Fotos zu sein.

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