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Regeln und die Fantasie in der Fotografie

Feld Infrarot Farbe

Feld Infrarot Farbe

“Darf man das eigentlich?” Diese Frage hat mir vor kurzen mein Sohn gestellt, als er sich ein Bild ansah das ich gerade in Photoshop bearbeitete. Zb. sind die Gestaltungsregeln ein ganz wichtiger Faktor in der Lernphase des Fotografieren. Und man sollte es schon wissen um es vermeiden zu können. Aber das war es auch schon meiner Meinung nach.
Vor Jahren als ich eine dreijährige Fotografische Pause machte, konnte ich einfach keine Kamera mehr sehen. Teilweise fühlte ich mich auch eingeengt, mit Regeln und Ansprüchen die ich mir selbst auferlegt habe. Abgekürzt ich habe es mir selber schwer gemacht, durch diese durchgeführte Fotografische Selbstgeiselung war einfach kein Platz mehr da für meine Fantasie, meinen Vorstellungen und meiner Kreativität. Und wohl auch deshalb machten mir damals meine Bilder beim betrachten keinen Spass mehr!

Gras am Abend

Gras am Abend


Meine Art wie ich Fotografie ist so wie ich es in meinem Kopf habe. Ich sehe Menschen, Orte, Situationen und dann macht es meistens Klick-Klack und dann habe ich eine feste Vorstellung davon wie das fertige Bild aussehen muss. Mit dem Fotografieren und dann der Bildentwicklung versuche ich dann das Bild so hinzubekommen wie es in meinem Kopf ist. Natürlich ist diese Bild-Kopf-Fotografie nicht Massentauglich, denn nicht jedem gefallen meine Bilder. Das ist doch auch vollkommen in Ordnung, denn es gibt so viele andere Bild-Kopf-Fotografen!

Fantasie ist bei mir in der Fotografie sehr wichtig, ohne Fantasie geht bei mir gar nichts. Inspiriert durch alles was ich je gesehen, gelesen und gespürt habe. Und genau ab diesen Punkt ist es mit den Fotografischen Regeln bei mir vorbei, bis hier her und nicht weiter, was hilft es mir wenn andere mit meinen Bildern zufrieden sind, ich aber nicht.

“Lass deinen Geist fallen und dein Fotografischer Körper wird folgen.”

Wie waren wohl die Reaktionen als James Matthew Barrie 1904 “Peter Pan” im zu dieser Zeit Erzkonservativen England veröffentlichte? Ein Erwachsener der eine Kindergeschichte erzählt von einem Jungen der nicht erwachsen werden will. Er hat es trotzdem getan und was daraus wurde zeigt Eindrucksvoll die Geschichte. Um die Eingangsfrage nun zu beantworten: “Ja man darf das, manche müssen es einfach tun!”


8 Kommentare

  1. Ja, das ist richtig, es gibt diese Regeln in der Fotografie, aber genau diese sollte einem auf keinem Fall im Wege stehen, um seine eigene Kreativität und Fantasie umzusetzen. Mir geht es ähnlich, ich sehe ein Motiv und habe bereits vor dem Auslösen eine genaue Vorstellung wie das Bild aussehen soll… und dann ist es mir auch egal, was andere über mein Bild denken, hauptsache mir gefällt es! :)

  2. Naja, so wirklich Regeln sind das ja nicht unbedingt, eher Tipps, Anhaltspunkte. Natürlich darf man sie brechen, manchmal macht gerade das ein besonders gutes Bild aus. Diese “Regeln” helfen ja auch insbesondere Einsteigern. Aber ich finde dass man sich unterbewusst auch schon mal öfters daran hält, bzw. dass die Fotos eben dem entsprechen, auch wenn man jetzt einfach das gemacht hat, was einem am besten gefällt, was man sich so überlegt hat, ohne an die “Regeln” zu denken. Und was andere über meine Fotos denken… ich muss damit kein Geld verdienen, von daher… aber natürlich freut es mich wenn sie ihnen gefallen.

  3. Ich kann mich dem bisher gesagten nur anschließen, allerdings kommt es wohl tatsächlich sehr stark auf die Lebensumstände an. Verdiene ich mit den Fotos mein Geld, dann bleibt mir häufig wohl nichts anderes übrig, als mich in einigen SItuationen zu fügen und meine Fantasie hinten an zu stellen.
    Als Hobbyfotograf geht es einem da wohl schon viele besser und man genießt alle Freiheiten, die man auch umbedingt ausleben sollte! Selbst wenn es dabei für andere zu etwas merkwürdig anmutenden Ergebnissen kommt, ich denke auf diesem Weg hat man die beste Möglchkeit seinen eigenen Stil zu finden, ob dieser nun massentauglich ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, aber dass ist ja auch egal, solange es einem selbst gefällt!

  4. Ohne Fantasie geht gar nichts! Der (professionelle) Fotograf von heute ist kein Techniker und kein Handwerker mehr, da die Technik ihm alles abnimmt. Nein, er ist Künstler. Künstler ohne Fantasie – geht nicht!

    Die Kunst des Fotografen hört nicht beim Auslösen auf. Der Computer ist der verlängerte Arme des Fotografen. Er ermöglicht die Bilder, von denen wir träumen.

  5. Sind es denn wirklich Regeln, die stupide eingehalten werden – oder aber sind es vielmehr Richtlinien, die in Erfahrungen begründet sind? Ich denke die Regeln, die du ansprichst sind einfach in der Technik begründet, es gibt logische Zusammenhänge, die bestimmte Einstellung erfordern. Das lernt man mit dem Probieren automatisch. Ich bin noch nicht all zu lange in der Fotografie, ich habe mich nicht wirklich mit den Regeln befasst, sondern mir meine eigenen Grundsäte erarbeitet – und eben die entstehen a) mit der Zeit und b) durch probieren.

    Gruß,

    Alex

  6. Die Regeln sind wichtig und man sollte sie schon verinnerlichen…
    Aber man muß auch mutig genug sein, mal die Regeln zu brechen. Die “jungen wilden” Profis in Deutschland leben das gut vor. Stichwort Hochzeitsfotografie – Vor ein paar Jahren noch stinklangweilig und immer das gleiche, bis mal einfach etwas neues ausprobiert wurde – und es kommt an.

    Viele gute Fotos werden in den hiesigen Foren zerissen, weil gegen diese oder jende Regel verstossen wird. Das aber trotz allem die Bildwirkung fantastisch ist, das wird oft gar nicht bemerkt oder zugegeben. Aber wenn die Aussage stimmt? So what?

    IMHO kann sich die Kreativität nicht richtig entfalten, wenn man sie immer mit Regeln umgibt. Und Fotografie bzw die Ergebnisse waren schon immer Geschmackssache – Und ich finde es wichtig einen eigenen Weg und Stil zu finden als “nur” Massenware abzuliefern

  7. Regeln sind da, um gebrochen zu werden! Egal ob in der Fotografie oder anderen künstlerischen/kreativen Bereichen. Ohne die “jungen Wilden” hätte es nie Innovationen gegeben. Wenn ich mir vorstelle, Kinofilme würden heute immer noch den Regeln von 1920 folgen – oh je.

    Gerade die Technik zwingt uns dazu, uns immer wieder selbst neu zu erfinden. Denn auf den Auflöser drücken, während die Elektronik alles Erforderliche im Hintergrund einstellt, um ein sauberes Bild zu erhalten, kann jeder. Bildbearbeitung gibt’s heutzutage auch schon für umme, jeder Laie kann rote Augen entfernen oder einen tollen Filter drüberlegen.

    Der echte Foto-Designer setzt seine Kreativität ein, um schon vor dem Auslösen etwas Neues, Ungewöhnliches zu schaffen.

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