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Die Farben das Auge und unser Gehirn – die Menschliche Kamera Objektiv Kombination

Das Menschliche Auge funktioniert im Prinzip wie eine Kamera bzw. ein Objektiv. Allerdings ist auch die billigste Kompaktkamera ein Meisterwerk der Optischen Präzision im Vergleich zum Menschlichen Auge. An der Vorderseite unseres Auges liegt die Farbige Iris mit der Pupille – diese steuert den Lichteinfall – im Prinzip so wie die Blende am Objektiv bzw. Kamera. An der Rückseite des Auges befindet sich die Retina – wie zb. der Sensor oder Film.
aufbau_des_menschlichen_auges
Und eigentlich müssten alle Bilder die wir mit unseren Augen sehen, verwackelt sein, den unser Bild ist niemals ganz ruhig. Zum Beispiel wenn wir einen Text lesen oder ein Bild betrachten, hüpfen unserer Augen ständig hin und her – auch Sakkaden genannt. Weiters führen unsere Augen feinste Zitterbewegungen – 50 pro Sekunde – aus. Dies verhindert das unsere Netzhaut ermüdet oder sich unsere Augen an einem Reiz gewöhnen.
250 Milisekunden ist für Moderne Digitalkameras eine kleine Ewigkeit, aber genau so lange dauert beim Menschlichen Auge rund ein Augenblick.

Unsere Pupille regelt wie die Blende die Menge des Lichts, die Linse steuert den Strahl. Und auf der Netzhaut steht das Bild kopf, und erst unsere Erfahrung rückt es zurecht.

Tatsächlich steht das auf die Netzhaut projizierte Bild wie bei einer Großformatkamera auf dem Kopf. Um so erstaunlicher ist aber was dann mit unserem Auge bzw. in Kombination mit unserem Gehirn vonstatten geht. Dies lässt selbst Hochmoderne Profidigitalkameras alt aussehen: ca. 120 Millionen Stäbchen und sechs Millionen Zapfen filtern das Bild und wandeln dies in elektrische Impulse um, diese werden dann über Millionen von Zellen über den Sehnerv ins Gehirn geschickt – Und das alles in Absoluter Rekordzeit – wir bemerken es nicht mal.

menschliche_auge

Was links unserer Nase liegt, landet im jeweiligen Auge auf der rechten Seite. Und umgekehrt. Wir sehen die Welt nicht nur Kopfstehend, sondern auch über Kreuz.

Aber dieses hochkomplexe System der optischen Wahrnehmung unsere Auges ist sehr störanfällig. So kann unser Gehirn schon nicht zwischen wirklichen und scheinbaren Bewegungen unterscheiden. Zum Beispiel können wir ganz einfach unser Sehen austricksen: Nimm ein Papprohr mit einer länge von 50 Zentimeter, male es innen schwarz aus, ihr seht nun alles was Grün ist plötzlich in Gelb! – Farben existieren halt nur in unserem Kopf.

Farben beeinflussen die Art wie man ein Bild betrachtet. Sie haben auch einen Einfluss darauf wie lange ein Bild in unserem Gedächtnis präsent bleibt. Farben in einem Bild beeinflussen auch unsere Stimmung die wir beim betrachten des Bildes haben oder damit Assoziieren. Lt. dem Farbenpsychologen Max Lüscher beeinflussen Farben unsere Gefühlswelt:

  • Blau steht für Zufriedenheit
  • Gelb für Veränderung
  • Grün für Festigkeit
  • Rot für Erregung

Lüscher hat auch festgestellt das die beliebteste Farbe Blau ist gefolgt von Rot und Grün. Zu den unbeliebtesten Farben gehören Braun, Orange und dann Violett. Die Farbe Rot regt die Sinne an. Findet in einem Roten Raum eine Diskussion statt, so schreien sich diese Menschen unweigerlich schnelle an als in Räumen in anderen Farben. Denn Rot beschleunigt den Puls, macht aggressiv.
beliebte_unbeliebte_farben

Für uns Fotografen spielen die Farben bei unserer Aufnahme bzw. den Bildern eigentlich auch eine wichtige Rolle. Denn zb. nichts lenkt so sehr in einem Bild ab, wie eine helle weisse oder leuchtende Stelle in einem Bild. Kann man denn nicht auch diese Farbstudien bzw. die Erkenntnisse daraus für die Fotografie verwenden? Bilder die zu Wettbewerben eingereicht werden, haben diese mehr Erfolg wenn sie die Farben Blau und Rot und Grün erhalten? Ist das vielleicht der kleine Unterschiede wenn zwei Bilder gleich gut sind und vor der Jury liegen zur Beurteilung, das meines dann Gewinnt? Weil es eben die beliebteren Farben enthält? Aber warum sind dann seit fast 100 Jahren Porträt- Hochzeitsaufnahmen eingefärbt in einem braunen Sepiaton so beliebt? Aber dies ist doch eigentlich eine unbeliebte Farbe?

6 Kommentare

  1. Klasse Artikel, vielen Dank dafür!
    Ebenso wie fragil war es mir nicht bewußt, dass wir eigentlich keine Farben “sehen” und unser Gehirn die Bilder einfärbt. Jetzt würde mich allerdings interessieren, warum einige Menschen bestimmte Farben nicht sehen können? – wenn ich jetzt böse wäre, dann würde ich sagen sie sind ein wenig deppert, aber das kann doch nicht der tatsächliche Grund sein ;) ?

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