Die letzten Tage habe ich die Zeit genutzt und mein Bildarchiv auf meinem Computer durch gesehen. Vorgenommen habe ich mir die Bilder aus dem Jahr 2007 und so Ordner für Ordner durch geklickt. Mal vorneweg es hat Tage gedauert bis ich fertig war. Aber wirklich die Erkenntnis die ich aus diesem Ordnen und Sichten für mich gewonnen habe ist:
Meine Bilder 2007 waren die Katastrophe
Bilder quer durch alle Genren – Natur, Portrait, Streetfotografie. Heute – Jetzt würde ich diese Bilder einfach nur löschen, ich würde mir nicht mal die Mühe machen sie zu retten versuchen. Ich bin wirklich erschrocken das ich diese Bilder gemacht habe, einen jeden Fotografie Lehrling im zweiten Jahr würde man solche Bilder um die Ohren hauen. Wie ich damals 2007 diese Bilder für gut befinden konnte bleibt mir im Moment ein Rätsel?
Analyse?
Entweder ich habe in diesem einem Jahr meine Vorlieben bzw. meine Ansicht von guten Bildern derart geändert oder ich habe eine Sprung gemacht. Und zwar einen Sprung nach vorne mit meinen Ansprüchen an meine eigenen Bildern – An die Qualität – Die Aussage und ja vielleicht auch die Art die Intensität der Bilder. Wer Weiß? Es könnte aber auch sein das meine Bilder von 2007 in Wirklichkeit besser sind als die von 2008, und ich eigentlich Null Ahnung davon habe?!

Wie dem auch sei, ich habe beherzt und energisch die Löschtaste betätigt. Die Welt entwickelt sich weiter, das Wasser fließt weiter die Donau hinunter. In China fallen auch zu Olympia noch immer Reissäcke um und für viele von uns wird morgen in der Früh wieder der Wecker läuten.
Und wenn mir jetzt hier einer sagt das es nur mir so geht, so soll euch der Himmel auf den Kopf fallen. Also lasst mal hören ob ihr ähnliches erlebt habt.
Diesen Artikel finde ich gut.








6 kommentare… lese dir die kommentare durch und schreibe selber einen kommentar
Interessanter Beitrag! Genau DAS habe ich die letzten Tage auch gemacht und bin eigentlich genau zur gleichen Erkenntnis gekommen wie du!
Ich kann dich beruhigen, mir geht das genauso.
Meiner Vermutung nach ist das eine Kombination:
Zum einen hast du dich weiterentwickelt, was positiv ist: deine Kenntnisse, Fähigkeiten und damit auch deine Ansprüche sind gewachsen.
Zum anderen ist die Beziehung zu den Bildern unpersönlicher: hat man Bilder frisch gemacht, sieht man weniger das Bild, sondern mehr die Erinnerung an die Situation, den Shoot. Man sieht vor seinem geistigen Auge viel mehr als nur das Bild.
Nach ein paar Monaten wird diese Erinnerung schwächer, mehr und mehr sieht man nur noch das Bild, und nicht mehr die Erinnerung. Man fängt an auf das Bild zu schauen, als wenn es jemand anders gemacht hätte, als wenn man die Umstände und Hintergründe nicht mehr wüsste.
Und dadurch wird das Bild subjektiv schlechter (weil ohne rosarote Brille betrachtet), auch wenn es sich nicht verändert hat.
Freu dich, ich finde das ist ein gutes Zeichen!
Seine Fotos direkt nach dem Shoot so zu betrachten, als würde man auf die Fotos von jemand anders schauen und die Umstände nicht kennen, ist im übrigen eine wünschenswerte Fähigkeit.
Das finde ich wirklich sehr interessant. Beim Scannen aktueller Projekte streue ich mittlerweile immer mal wieder alte Bilder mit ein.
Klar, da ist dann vieles dabei was ich heute als Ausschuss ansehen würde, aber auch Dinge die ich heute nicht mehr fotografiere, Techniken die ich heute nicht mehr anwende und manchmal löst das Bild auch ein Echo in mir aus.
Tatsächlich gefällt mir das Stöbern im Archiv so gut, das ich nach und nach die Jahrgänge durchgehen werde und das ein oder andere Bild mal näher betrachte und vielleicht einzelne auf dem Blog einstelle.
vielleicht hättest mal 2007er gegen 08er online stellen sollen um die tendenz der “sprunges” oder der “blickrichtung” zu sehen
Naja das ganze ist halt immer sooo Subjektiv. Aber ich denke das bewusste auseinander setzen mit den bereits gemachten Bildern gehört auch zum Fotografieren.
Lustig, denn ich hatte letzte Woche ein ähnliches Erlebnis. Habe mir die Mühe gemacht alle meine Bilder sorgfältig zu sortieren. Dabei habe ich natürlich auch meine alten Aufnahmen wieder betrachten können.
Unterirdisch was ich vor ein paar Jahren noch gemacht habe
Dennoch habe ich keines der Bilder gelöscht. Weiß nicht wieso, aber es ist interessant seinen Werdegange (wenn man von einem sprechen kann) zu betrachten. Und egal wie mies die alten Bilder sind, wecken sie dennoch immer wieder Erinnerungen. Deshalb bleiben sie auch am Leben. Allerdings gut und tief versteckt