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Profifotografen kommen zu Wort – Interview mit Martin Gommel

Dies ist nun der zweite Teil der Interview Serie: Profifotografen kommen zu Wort.

Interview mit Martin Gommel

kwerfeldein.de Das zweite Interview habe ich mit Martin Gommel gemacht. Fotograf und Autor des Blog kwerfeldein.de. Spätestens jetzt dürfte es bei vielen klingeln, da Martins Blog doch einer der bekannteren in der Deutschen Foto Blogosphere ist. Martin Gommel betätigt sich als Profifotograf verstärkt in der Landschaftsfotografie, in seinem Blog bespricht er breitgefächerte Fotografie Themen und versucht auch immer seine Leser Aktiv mit einzubinden.

1. Warum Fotograf und nicht Bäcker? Was war deine Motivation bzw. Antrieb um Fotograf zu werden?

Vor ca. 3 Jahren hatte mir meine Freundin ihre Digitalkamera ausgeliehen und ich wollte mal versuchen, damit Bilder zu machen. Aus diesem Versuch wurden dann hunderte und tausende Fotos und ich war vom Theme Digitale Fotografie gepackt. Nach ca. einem halben Jahr entschied ich mich, daraus meinen Beruf zu machen, da ich mich noch nie so in meinem Element gefühlt hatte. Und bis heute hat sich das ausbezahlt.

2. Was ist für dich die Faszination Fotografie?

Mich begeistert an der Fotografie, dass sie so vielseitig ist und ich darin meiner Kreativität und meinem Ideenreichtum Ausdruck verleihen kann. Fotografie friert einen Moment ein und hält ihn so fest, wie ihn die Kamera gesehen hat. Das alleine ist schon eine krasse Sache, finde ich. Natürlich gibt es noch tausend andere Sachen, die ich hier aufzählen könnte, aber ich werde es einmal dabei belassen.

3. Durch die fallenden Digitalkamera Preise und die ständige Erhöhung der Megapixelanzahl und zb. Webseiten wie FlickR, versuchen nun auch viele Amateurfotografen ihre Bilder zu Verkaufen oder nebenbei zb. Hochzeiten und ähnliches zu Fotografieren. Siehst du darin Probleme für Profifotografen die davon Leben müssen?

Auf gar keinen Fall – im Gegenteil. Das fordert Profifotografen heraus, ihre Qualität unter Beweiss zu stellen und noch besser zu werden. Und Herausforderungen bringen uns weiter.

4. Hat sich deiner Meinung nach die Qualität der Bilder durch die Digitalfotografie verändert?

Klar auf jeden Fall, aber in unterschiedliche Richtungen. Wenn man sich mal so ein paar analoge Fotografien der letzten Jahrzehnte anschaut, dann sieht man, dass selbst die besten Digitalkameras mit der Schärfe, dem Kontrastumfang und der Brillianz so einiger analogen Kameras mithalten können. Auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung so enorm, dass auch das die Qualität der Bilder beeinflusst hat.

5. Spielt das Internet mit all seinen Begleiterscheinigungen eine Rolle für dich als Profifotograf? Wenn ja welche?

Zu 100%. Ohne das Internet hätte ich nie so nette Leute kennengelernt und wäre niemals zum Bloggen gekommen. Das Internet ist eine der grössten Marketing und Networking – Tools, welche ich heutzutage nutze. Kanns mir nicht mehr ohne Internet vorstellen, zu leben ;)

6. Ist die Digitale Bildbearbeitung(Photoshop usw.) – Fluch oder Segen?

Beides. Ein gutes Foto kann durch die Bildbearbeitung noch besser gemacht werden. Ein schlechtes Foto u. U. noch schlechter. Kommt also ganz drauf an, wo man es einsetzt – aber es kann niemals ein gutes Auge ersetzen.

7. Fotografie zu Discountpreisen? Fotografen unterbieten sich bei Onlineplattformen beim Preis von zu vergebenen Fotoaufträgen, und ruinieren dadurch das Preisgefüge! Wie siehst du diese Entwicklung?

Diese Entwicklung gibt es ja überall, nicht nur bei Bildern. Die Musikindustrie und auch die Filmindustrie haben gerade mit dieser Erscheinung zu kämpfen und ich denke, dass das Internet einen grossen Teil dazu beigetragen hat. Dennoch denke ich, dass wir lernen müssen, damit umzugehen und die Stärken daraus zu ziehen. Wie das zu erreichen ist, das weiss ich leider auch noch nicht.

8. Welche drei Tips würdest du einen Einsteiger in die Professionelle Fotografie mitgeben?

  • 1. Fotografieren Fotografieren Fotografieren. Tausende Bilder.
  • 2. Suche Dir ein Genre, in welchem Du ein Spezialist werden möchtest.
  • 3. Hab Gedult mit Dir selbst. Qualität entsteht mit der Zeit.
  • 9. Wie wichtig ist die Ausrüstung für dich als Profifotograf?

    Sie ist das Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck. Klar, ich liebe mein 10mm Superweitwinkel, aber nur um damit die Bilder zu machen, die ich schon immer machen wollte. Ich bin definitiv kein Technik – Freak.

    10. Spielt die Analoge Fotografie (Film) für dich noch eine Rolle?

    Jein. Ich selbst fotografiere zwar nicht analog aber ich sehe immer mehr wahnsinnig gute analog geschossene Bilder.

    11. Die Einsame Insel Frage! Welches Fotografie Equipment würdest du auf eine Einsame Insel mitnehmen?

    Meine ;)

    12. Wo sind deine Kernkompetenzen-Themen in der Fotografie?

    Landschaftsfotografie und Portraitfotografie – obwohl ich meinen Schwerpunkt immer noch in der Landschaftsfotografie sehe.

    13. Gibst du dein Fachwissen in irgend einer Form weiter?

    Ja, auf meinem Blog.

    14. Ist die Anzahl der Megapixel bzw. Vollformat oder Crop für dich als Profifotograf relevant?

    Hm, also ich denke, dass die Megapixelverrücktmacherei allgemein ein Hype ist, der langsam aber sicher zurückgehen wird und sich Canon, Nikon und auch andere mehr auf die Nutzbarkeit von hohen ISO-Werten konzentrieren werden. 22 MP – werd braucht die heute noch ? Wird doch eh fast alles fürs Web benutzt und da kommt man selten über eine 1000 px Breite (wenn überhaupt) drüber.

    15. Mit welcher Brennweite Objektiv machst du deine meisten Aufnahmen?

    Also wenn Du den Durchschnitt aller meiner Fotos nimmst wird es definitiv das 10mm sein.

    16. Wo findet man dich im Internet, und wo kann man sich Bilder von dir ansehen?

    Hier : kwerfeldein.de/photoblog
    und hier : http://flickr.com/kwerfeldein

    Vielen Dank für das Interview.

    Gerne ! Danke Dir, dass ich mitmachen durfte !

    Nächstes Interview der Serie: “Profifotografen kommen zu Wort” mit Martin Storz von The public eye blog

    15 Kommentare

    1. Pingback: Interview auf Zoomyboy | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

    2. Sam

      Zoomy, wenn so ein Satzfehler eine Aussage gefühlt ins Gegenteil verdreht, dann ist das in sich auch schon recht interessant ;)

      Aber eigentlich erkennt man am Satzbau ja schon dass es irgendwie anders gemeint sein muss…

    3. Hier wird von einem Profifotografen geredet.
      Für mich ist ein Profifotograf aber einer der von seiner Fotografie lebt, bei Martin denke ich das er eher ein Hobbyfotograf ist, oder lieg ich da falsch ?

      Zumindest hat er auf seinem Blog keine Referenzen vorzuweisen.

      Bitte um eine kurze Aufklärung.

      Danke

      Sandro.com

    4. Michael Haschke

      Vor drei Jahren eine Kamera ausgeliehen, versucht Fotos zu machen um nach weiteren 6 Monaten einen Beruf daraus zu machen? Sehr mutig!

      Gottseidank hat er sich nicht als KFZ-Mechaniker versucht und repariert jetzt Bremsen ;-)

    5. Sam

      Naja, besser als wenn er sich jahrelang zu einem langweiligen Job quält, um sein Hobby Fotografie zu bezahlen – da ist es doch wesentlich sinniger sich frühzeitig dazu zu entscheiden, das was einem Spaß bringt zum Beruf zu machen.
      Ich finde es immer erschreckend wie viele Leute sich zu einer Arbeit hinquälen, statt sich etwas zu suchen was Spaß macht.

    6. Ich weiss ja nicht, aber in einer klassischen Berufsausbildung ist man auch “nur” drei Jahre mit “lernen” beschäftigt. Ich finde es unmöglich, wie im Internet an allem rumgenörgelt wird… Nur weil auf seiner Seite nicht steht, dass er Profifotograf ist, heisst es nicht dass er es nicht ist.

    7. Jan

      Zu Frage 3: Die ist meines Erachtens Schwachsinn, denn auch Martin gehört ja zu denen, die durch die Möglichkeiten der Digitalfotografie zu ihrem Ruf gekommen sind. Insofern ist es unschlüssig, gerade daraus wieder eine Bedrohung konstruieren zu wollen, oder?

    8. Co-Duck

      @Sandro
      Profifotograf ist eben derjenige, der seinen Lebensunterhalt mit der Fotografie bestreitet. Da ist es doch egal, ob man, wie Martin, erst drei Jahre fotografiert oder – wie ich – seit 30 Jahren.

      @Martin: Dafür, dass Du “erst” drei Jahre fotografierst, ist Dein Portfolio bei flickr ganz ordentlich. Auch, wenn ich den Eindruck habe, dass Du insbesondere die Landschaftsbilder ziemlich viel mit dem Photoshop nachbearbeitest.

    9. Co-Duck…..

      Ich bin mir aber ziemlich sicher das Martin nicht von seiner Fotografie lebt !

      Wenn ja , würde ich gerne mal ein paar Referenzen von ihm sehen, aber nicht die auf Flickr.

      In meinen Augen ist er ein engagierter Amateur, nicht mehr und nicht weniger.

      Also, lass mal ein paar Referenzen ( nachweise über Veröffentlichungen ) sehen Martin, das würde dich auch ein Stück glaubhafter machen.

    10. Sam

      Sandro, wenn du dir da eh sicher bist, was sollten dann bitte Referenzen beweisen?
      Ich hab selber schon Fotos an Zeitschriften verkauft, Fotoshootings gegen gutes Geld gemacht, Abzüge verkauft, und bin dennoch kein Profi-Fotograf – sprich wenn du eh nicht glaubst das Martin Profi-Fotograf ist, dann wird das auch nichts beweisen.

      Außerdem, was solls, du glaubst Martin sei kein Profifotograf, Zoomy glaubt und schreibt Martin wäre einer, und mir ist das völlig egal solange er was interessantes schreibt.

      Jeder kann glauben was er will, schliesslich haben wir religionsfreiheit, also glaub beruhigt was auch immer du möchtest, aber hör bitte auf andere bekehren zu wollen, das ist doch einfach nur noch kindische rechthaberei.

      Liebe Grüße,
      Sam

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