Profifotografen kommen zu Wort – Interview mit Adrian Alhaus
Dienstag, 13. Mai 2008
Interview Serie: Profifotografen kommen zu Wort
Ich habe fünf bekannte Profifotografen Interviewt und habe ihnen 16 Fragen gestellt. Diese Interview Serie wird in fünf Teilen veröffentlicht. Folgende Profifotografen haben sich für ein Interview zu Verfügung gestellt:
Da es doch mehr Fragen geworden sind als eigentlich geplant, möchte ich mich auch ganz besonders bei den oben genannten Fotografen bedanken, die Antworten waren wirklich in Rekordzeit wieder retour. Die Fragen habe ich so ausgesucht das, so denke ich, für jeden etwas dabei ist. Für den Foto-Anfänger, den Amateur, den Technik begeisterten aber auch für den angehenden Profifotografen.
Interview mit Adrian Alhaus.
Beginnen möchte ich heute mit Adrian Alhaus.
Der Fotograf und Dozent befasst sich auf seiner Webseite verstärkt mit der Gestaltungslehre, in seinem Blog(Die Welt der Photographie) beleuchtet und hinterfragt er oft auch kritisch breit gefächert Fotografie Themen. Adrians Artikel lese ich immer wieder gerne, da ich mich oft beim lesen seiner Artikel dabei ertappe wie ich zustimmend nicke oder einfach nur schmunzle.
1. Warum Fotograf und nicht Bäcker? Was war deine Motivation bzw. Antrieb um Fotograf zu werden?
“Überall, in der Eisenbahn, draußen auf einer Treppe, in einem Zimmer, vom Rücksitz eines Autos aus, in einer Wasserpfütze, auf dem Fahrrad, beim Blick in die Wolken, einfach überall sah (und sehe) ich auch heute Bilder, deren Menge manches Mal wie eine riesige Flutwelle war, die mich einfach mitnahm. Dann träumte ich wieder mit offenen Augen, sagte man in meiner Familie.”
2. Was ist für dich die Faszination Fotografie?
Fortwährend schöpfe ich aus der Routine, um zu improvisieren. Und nichts ist dauerhaft gültig, ausgenommen die Qualität der handwerklichen Sorgfalt.
3. Durch die fallenden Digitalkamera Preise und die ständige Erhöhung der Megapixelanzahl und zb. Webseiten wie FlickR, versuchen nun auch viele Amateurfotografen ihre Bilder zu Verkaufen oder nebenbei zb. Hochzeiten und ähnliches zu Fotografieren. Siehst du darin Probleme für Profifotografen die davon Leben müssen?
Ja, immer dann, wenn man als bezahlter Fotograf jene Qualitäten mitbringt, an die auch ein Amateur heranreicht – keine deutlich besseren Bilder liefern kann.
4. Hat sich deiner Meinung nach die Qualität der Bilder durch die Digitalfotografie verändert?
Glücklicherweise gibt es heute die Löschtaste. Die hatte ich mir schon vor Jahre immer wieder gewünscht. Nur wird diese zu selten genutzt – leider
5. Spielt das Internet mit all seinen Begleiterscheinigungen eine Rolle für dich als Profifotograf? Wenn ja welche?
Nein, meine fotografische Arbeit hat damit gar nichts zu tun, und Ja, sobald Fotos zum Grafiker gehen. Dann werden schneller Datentransfer und Kommunikation unersätzlich.
6. Ist die Digitale Bildbearbeitung(Photoshop usw.) – Fluch oder Segen?
Die Farben bleiben in meiner Kontrolle und gehen nicht in die Hände eines Ausbelichters – obwohl viele ihren Job verdammt gut machen und stillschweigend so manches Amateurbild (nicht nur deren) retten.
7. Fotografie zu Discountpreisen? Fotografen unterbieten sich bei Onlineplattformen beim Preis von zu vergebenen Fotoaufträgen, und ruinieren dadurch das Preisgefüge! Wie siehst du diese Entwicklung?
Sich gegenseitig zu unterbieten war seit jeher ein Problem. Jede lamentierende Stimme ist ganz bestimmt mit im Spiel. (Es machen angeblich alle, also sei es so etwas wie Notwehr gegen die böse, böse Konkurrenz..)
8. Welche drei Tips würdest du einen Einsteiger in die Professionelle Fotografie mitgeben?Kontakte, Kontakte, Kontakte – und speziell in Deutschland einen guten Ausbildungsplatz.
9. Wie wichtig ist die Ausrüstung für dich als Profifotograf?
Eine dicke Kamera und mindestens der Batteriegriff, besser zusätzlich mit einem nutzlos baumelnden Spiralkabel, so erst sehen viele Kunden ihre Aufträge richtig bewertet. Egal was tatsächlich dabei raus kommt, das Gelds ist sicher, denn man hat sich als Fotograf wirklich bemüht…
10. Spielt die Analoge Fotografie (Film) für dich noch eine Rolle?
Hätte nie gedacht in diesem Jahr schon zwei Mal zum Film gegriffen zu haben.
11. Die Einsame Insel Frage! Welches Fotografie Equipment würdest du auf eine Einsame Insel mitnehmen?
Die Kameramarke wäre nicht so wichtig, aber bestimmt ein guter Belichtungsmesser. Hauptsache ist jedoch ich kann meine Bilder in den Händen halten. Also suche ich als wichtigstes nach einem Stromanschluss für Ladegerät, Notebook und Drucker, nach einem Händler für Tinten und Druckköpfe, nach einem Lieferanten für Papiere, nach …
12. Wo sind deine Kernkompetenzen-Themen in der Fotografie?
Fließende Metalle und Oberflächen. Produktionsprozesse in der Industrie und alle Arten von Innenräume.
13. Gibst du dein Fachwissen in irgend einer Form weiter?
Ja. An mehren Stellen. Im Internet wende ich mich an Einsteiger und Einsteigerinnen, die mit einfachen Mitteln einen Weg zur Fotografie suchen und hinterlege dabei auch Bilder und Texte für das mittlerweiler erstaunlich große Intersse an meinen VHS-Seminaren, so dass ich in diesem Semester nur eine Veranstaltung annahm, um für freie Arbeiten mal wieder Luft zu haben .
14. Ist die Anzahl der Megapixel bzw. Vollformat oder Crop für dich als Profifotograf relevant?
Genug ist genug, alles andere kostet nur Geld, lernte ich im Handwerk. Im Studium musste man immer klotzen, sonst entstünde keine Qualität, hieß es. – Aber nichts ist so sexy wie eine Großformatkamera.
15. Mit welcher Brennweite Objektiv machst du deine meisten Aufnahmen?
Im Bereich vom Weitwinkel bis zum mittleren Tele. In Brennweiten von KB gerechnet 24-135mm.
16. Wo findet man dich im Internet, und wo kann man sich Bilder von dir ansehen?
Unter meinem Namen gibt es etwas für die Seminaristen und andere Interessierte. Für jede Eigenwerbung mit Bildern von Aufträgen bin ich im falschen Umfeld. – Werden “Fachgespräche” in Austellungen verboten, dann hänge ich vielleicht mal meine freien Arbeiten.
Vielen Dank für das Interview Adrian.
Interessantes Interview. Danke